CeBIT 2007: AMD im Interview - Vier Kerne für ein Halleluja

Fusion: "Prozessor zurechtschneidern"

netzwelt: Ist Fusion eine Entweder-Oder-Lösung oder werden auch gewöhnliche Grafikkarten davon profitieren können, etwa indem der integrierte Grafik-Chip einen Teil der Berechnungen übernimmt?

Stephan Schwolow: Praktisch alle Systemumgebungen werden von Fusion profitieren. Angefangen bei Servern, Desktops, Laptops, Handhelds bis hin zu Consumer-Elektronik. Fusion bedeutet aber nicht das Ende von diskreten Grafikkarten. Diese werden durch ihr isoliertes Umfeld, also eigener, sehr schneller Speicher und ein Vielfaches an Rechenleistung, weiterhin ihre Daseinsberechnung haben. Das Schöne am Konzept von Fusion ist, dass man den Prozessor für verschiedene Anwendungsfelder zurechtschneidern kann. Wenn man so will, eine Art Baukastenprinzip mit je nach Einsatzgebiet und Preis verschiedener Anzahl von CPU- und GPU-Kernen.

CeBIT 2007: AMD im Interview - Vier Kerne für ein Halleluja
Die AMD-Entwickler steckten die Köpfenicht in den Sand, sondern zusammen.

netzwelt: Selbst die amerikanische Autoindustrie fängt nach Jahrzehnten an, sich ernsthafte Gedanken um Umweltverträglichkeit und Klimawandel zu machen. Warum geht die Computerindustrie den umgekehrten Weg und baut immer schnellere und stromhungrigere statt sparsamere Hardware?

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Stephan Schwolow: Wir sollten hier nicht verallgemeinern. AMD steht insbesondere für Perfomance-per-Watt-Produkte. Nicht von ungefähr haben die Opterons so großen Erfolg in Data-Centern. Mit unseren energieeffizienten Prozessoren und Chipsätzen bedienen wir das Thema "Stromsparen". Fujitsu Siemens Computers hat eine Energy-Saving-Edition seiner Esprimo-PCs aufgelegt. Da sind energieeffiziente AMD-Prozessoren drin. Erst kürzlich haben wir neue 45-Watt-Desktop-Prozessoren und Strom sparende, neue AMD-Opteron-Prozessormodelle gelauncht.

Die neuen Opterons 1218 HE, 2218 HE und 8218 HE bieten - bei einem maximalen Leistungsverbrauch von 68 Watt - eine industrieweit führende Rechenleistung pro Watt. Sie eignen sich somit für energiebewusste Kunden, die in ihren Rechenzentren die Kosten sowie den Kühlungsaufwand reduzieren möchten. Und mit der von uns angestoßenen, neuen DTX-Spezifikation sind kleine, kompakte und Strom sparende PCs sowohl für den privaten als auch für den gewerblichen Bereich realisierbar.

netzwelt: Wir bedanken uns für dieses Gespräch.

Schlusswort

Obwohl viele AMD-Fans ihrem Sympathieträger den Rücken kehrten und zu Intels Core 2 Duo abwanderten und auch die Leistungsmessungen etwas anderes belegen, sieht sich AMD nicht als Verlierer. Das mag in den unteren Preisbereichen durchaus zutreffen, dürfte den Ansprüchen von High-End-Anwendern und Gamern auf Dauer wohl kaum genügen. Doch die Zuversicht des Prozessorherstellers deutet zumindest an, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist und die kommende Quad-Core-CPU tatsächlich verlorenen Boden wettmacht. Ob man einen Vier-Kern-Prozessor allerdings wirklich braucht, da doch die bereits erhältlichen Dual-Core-Modelle - sowohl von AMD als auch Intel - für die meisten Anwendungen mehr als ausreichend Leistung liefern, bleibt fraglich. Für das nächste PC-Upgrade lohnt es sich jedenfalls, die zweite Jahreshälfte im Hinterkopf zu behalten. Die Kerne mögen zwar zunehmen, nicht aber die Preise für die aktuelle Prozessorgeneration.

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