Wie der Prozessorhersteller zurückschlagen will

CeBIT 2007: AMD im Interview - Vier Kerne für ein Halleluja

Um den ehemaligen Underdog der Prozessorbranche ist es still geworden. Zumindest in den oberen Leistungsregionen, die Chipgigant Intel derzeit klar dominiert. Auf der letzten CeBIT sah die Sache noch ganz anders aus: Dort war ein Athlon 64 im Spiele-PC eindeutig die bessere Alternative zur Pentium-Konkurrenz. Doch dem Pentium folgte der Core 2 Duo und bisher gelang es AMD nicht, den Performance-Vorsprung einzuholen. Und dabei läuft die Intel-Offensive jetzt erst richtig an.

CeBIT 2007: AMD im Interview - Vier Kerne für ein Halleluja
Quad FX bildet die Grundlage für bis zu acht Prozessorkerne.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Agena: Quad-Core-Power gegen Intel
  2. 2"Wir legen die Hände nicht in den Schoß"
  3. 3"Unsere Geheimwaffe ist gar nicht mehr so geheim"
  4. 4Fusion: "Prozessor zurechtschneidern"
  5. 5Schlusswort

Untätigkeit lässt sich AMD bestimmt nicht vorwerfen. Inzwischen hat der "kleine" Prozessorriese die Grafikschmiede Ati geschluckt, seine Vorzeige-Modelle sparsamer gemacht und Vista-taugliche Mainboard-Chipsätze mit integrierter Grafik auf den Markt gebracht. Eine "echte" Quad-Core-CPU wie der Intel Core 2 Extreme QX6700 lässt aber immer noch auf sich warten. Netzwelt geht den Fragen nach, ob, wie oder wann AMD endlich zurückschlägt und was die nähere Zukunft bringt.

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Agena: Quad-Core-Power gegen Intel

Zumindest aus AMDs CeBIT-Präsentation geht nicht hervor, dass es überhaupt noch einen direkten Konkurrenten zum Intel Core 2 Duo mit zwei Kernen geben wird, abgesehen vom derzeit erhältlichen Athlon 64 X2. Stattdessen liegt der Fokus auf Quad Core mit gleich vier Kernen. Zunächst im "Barcelona", einer Server-CPU, dann später als "Agena" auch für den leistungshungrigen Heimanwender. Laut einem SPEC-Benchmark, einer bekannten Performance-Messung für Prozessoren, soll ein AMD Opteron auf Barcelona-Basis schätzungsweise 42 Prozent schneller rechnen als Intels Vorzeige-Xeon 5355 mit ebenfalls vier Kernen auf Grundlage der Core-Architektur.

Inwieweit sich dieser Vorsprung auf die Desktop-Chips auswirkt und ob der Agena-Prozessor auch mit der nächsten, schnelleren Ausbaustufe des Intel Core 2 Schritt halten kann, wird sich zeigen. Spannend wird es in jedem Fall. Mehr zur näheren Zukunft weiß AMD-Sprecher Stephan Schwolow zu berichten.

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netzwelt: Wurde AMD vom scheinbar übermächtigen Intel Core 2 Duo überrascht?

Stephan Schwolow: Nein. Intels Ankündigungen der letzten Monate sind ja Reaktionen auf die überlegene AMD-64-Technologie gewesen. Insofern haben wir uns nur gewundert, dass sie so spät kamen. Wir stehen für einen offenen und fairen Wettbewerb, nur so bekommen der Kunde und schließlich der Anwender gute Produkte.

"Wir legen die Hände nicht in den Schoß"

netzwelt: Viele AMD-Fans sind verunsichert und fragen sich, ob Intel überhaupt noch einholbar ist. Was wird AMD tun, um wieder aufzuschließen?

Stephan Schwolow: Die Frage muss sich doch jeder stellen lassen, der die Nase mal vorn hat. Aber wir legen die Hände nicht in den Schoß, sondern arbeiten an Lösungen, die das Blatt wieder wenden werden. Mitte 2007 - und das ist ja nicht mehr lange hin - kommt Barcelona, im Laufe des zweiten Halbjahres steht dann mit Agena die Desktop-Variante unserer nativen Quad-Core-Prozessoren zur Verfügung.

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