CeBIT 2007: HTPC - Edel-Hardware für zu Hause
CeBIT 2007: HTPC - Edel-Hardware für zu Hause
netzwelt: Stichwort Prozessoren: AMD oder Intel?
Michael Ruoff: Wenn man es rein aus der Sicht betrachtet, was sich besser verkaufen lässt: Intel, weil die derzeit einen Hype erleben. Aber rein persönlich würde ich AMD bevorzugen. Im Gespräch, wenn ich die Chance habe, einen Kunden direkt zu beraten, würde ich auf AMD gehen. Wir werden demnächst aber auch eine Geräteversion mit Intel und MediaPortal bringen, weil die Kunden es wollen. Obwohl die hohe Leistung nicht unbedingt notwendig ist, sie haben es selbst gesehen beim MP 5. Der läuft auch mit AMD flüssig und kann alles.
netzwelt: Wie steht es mit HTPCs und Spielen?
Michael Ruoff: Ganz ehrlich: Die Leute die sich einen lüfterlosen HTPC in unserer Preisklasse kaufen, die spielen in der Regel nicht. Die haben gar keine Zeit zum Spielen. Die wollen aufnehmen, weil sie nur unterwegs und selten daheim sind, Musik und Radio hören oder fernsehen. Jüngere User wollen mit dem HTPC die Spielekonsole ersetzen, und die bauen wiederum selber. Aber die sind weniger unsere Kunden. Viele glauben, dass sie mit einer schnelleren Grafikkarte ein besseres Bild haben, was aber nicht unbedingt stimmen muss.
CeBIT 2007: HTPC - Edel-Hardware fürs Heim
Lüfterloser HFX mini oben, separates gummi-gedämmtes Gehäuse für vier Festplatten unten. Letzteres unterstützt auch den RAID-Verbund.
Im kleineren HD160, das ab etwa 250 Euro erhältlich ist, steckt ein zweizweiliges Display, das mittels Software wichtige Informationen ausgibt.
Edel-Understatement: Besonders gelungen wirken die abgerundeten Kanten des OrigenAE S16V.
.... ein motorisiert ausfahrbares 12-Zoll-Display mit 1.280 x 800 Pixeln und ein Kaufpreis von etwa 1.000 Euro.
Der cw-Wert des SilverStone CW02 entspricht in etwa dem eines Steinklotzes, dafür sieht es bedeutend besser aus.
Das S21T von OrigenAE ist das derzeit wahrscheinlich exklusivste HTPC-Gehäuse. Seine Besonderheit: ....
Abgerundet wird das Funktionspaket von einem praktischen Speicherkartenleser.
In der schwarz-grünen Farbvariante weckt er gewisse Assoziationen zu Microsofts Spielkonsole Xbox, ....
Zalmans High-End-Chassis HD160XT wird von einem herrlich altmodischen Drehknopf für die Lautstärke dominiert.
Ein fertiger Wohnzimmer-PC von ichbinleise.de auf Basis des SilverStone LC18
HFX micro: Mit seinem kleinsten tritt mCubed sogar beim weltweiten, mit einer Million Dollar dotierten Design-Wettbewerb von Intel an. Dabei wird der eleganteste und schlankste Rechner für die nächste Generation von Heim-PCs gesucht.
Mindestens 500 Euro werden für das Gehäuse im Stile eines besseren A/V-Receivers fällig.
Trotz der kompakten Bauweise bleibt Platz für einen TV-Empfänger, einen CI-Slot für Pay-TV sowie eine eingebaute WLAN-Antenne.
Der HFX classic ist deutlich größer als der mini, lässt sich aber besser erweiterern und mit schnellerer Gamer-Hardware ausstatten.
Der geräumige Innenraum bietet genügend Platz für normalgroße PC-Hardware.
Neben dem LC18 zeigt SilverStone das wahrscheinlich erste Wasserkühl-System fürs Wohnzimmer.
netzwelt: Weshalb haben Sie noch keine wassergekühlten Rechner im Programm?
Michael Ruoff: Wir haben alles im Hause, um wassergekühlte Rechner zu bauen. Auf Anfrage könnten wir welche bauen. Aber ich glaube fast, dass die zu teuer werden würden, wenn man alles mit einkalkuliert. Eine Wasserkühlung ist für mich nicht notwendig für ein leises System. Ich kann leise Systeme lüfterlos und mit Lüfter machen. Wasserkühlung ist von Vorteil, wenn ich ein superkühles System haben will und das auch noch leise.
Wenn Kunden zu uns kommen und unbedingt ein wassergekühltes System haben, frage ich sie zuerst, ob sie Wartung haben möchten und es ihnen Spaß macht, ab und zu nachzugucken. Und wenn er ja sagt, kommt es für ihn in Frage. Die meisten sagen danach nicht mehr ja. Es ist auch ein bisschen problematisch beim Versand, es könnte auslaufen wenn die Geräte von der Post böse behandelt werden. Ich würde sagen, ein gutes wassergekühltes System ist preislich genauso teuer wir ein lüfterloses System. Außerdem hat das wassergekühlte dazu meist noch Lüfter. Wir haben noch nie eines gemacht, aber es könnte durchaus sein, dass ein Kunde einen Wunsch hat, der auch gut passt, und das Gerät dann zur Serie wird.
netzwelt: Alle Welt spricht vom bedrohlichen Klimawandel, Politiker verlangen weniger Emissionen und Energieverbrauch. Weshalb legt die Hardware-Industrie dennoch mehr Wert auf Leistung als Stromsparen?
Michael Ruoff: Das tut sie eigentlich nicht, bin ich der Meinung. Es hat ja einen massiven Einbruch von Leistung gegeben, sprich die Leistungsaufnahme ist gesunken und die abgegebene Leistung gestiegen. Wie bei einem Intel Pentium 4 im Vergleich zu einem Core Duo gab es einen massiven Schritt. Wenn ich zum Beispiel nur Office machen möchte, kann ich heutzutage ein Gerät mit einer Acht-Watt-CPU bauen, das auf insgesamt nur 23 Watt kommt. Soetwas bauen wir schon für Ärzte als Firewall und teilweise auch zum Verschlüsseln von Patientendaten und das sind PCs, mit denen man alle Office-Anwendungen bewältigen und im Internet surfen könnte.
Ich bin schon der Meinung, dass die Industrie in die richtige Richtung geht. Die PC-Hersteller gehen oft nicht in diese Richtung, wenn sie das Standby oder Cool'n'Quiet nicht richtig installieren, einfach die Zusammenstellung des Systems nicht optimal gestalten. Die Hardware ist am Markt verfügbar, bloß die PC-Hersteller nutzen es nicht aus.
netzwelt: Vielen Dank für das Gespräch.
Links zum Thema
- HTPC-Vergleich: Vier flüsterleise Wohnzimmer-PCs im Test
- Open-Source-Entertainer: Ichbinleise PC MP 5 im Test
- Projekt HTPC: Multimedia-PC im Eigenbau
- Projekt Rundum-Lautlos-PC: So schnell kann flüsterleise sein
- Ichbinleise.de
- SilverStone
- OrigenAE
- mCubed / HFX
