CeBIT 2007: Grandmaster Flash - Mehr Speed und Festplatten-Geflüster

Samsung: Doppelter Einsatz

Viel interessanter als die Anschaffungskosten ist jedoch etwas anderes, nämlich die Zuverlässigkeit, teilt eine SanDisk-Sprecherin gegenüber netzwelt mit: "Die Lebensdauer von Solid State Drives ist circa sechs Mal so lang wie bei normalen Festplatten. Zur Veranschaulichung: Wenn bei der SSD an jedem Tag 100 Gigabyte Daten geschrieben und wieder gelöscht würden, ist mindestens 5 Jahre lang kein Datenverlust zu befürchten. Auch Stürze überlebt die SSD ohne Probleme, da bewegliche Teile innerhalb der SSD fehlen. Festplatten sind hier um vieles empfindlicher, besonders im laufenden Betrieb, wenn die Köpfe nicht eingerastet sind. Hier kann man sich einen Plattenspieler zum Vergleich vorstellen. Die SSD erzeugt auch keinerlei Hitze oder Geräusch, auch wiederum aufgrund des Fehlens von beweglichen Teilen."

Adtron: Flash-Festplatte mit 160 Gigabyte für S-ATA
Bei SanDisk kostet das Gigabyte Flash-Speicher
umgerechnet über acht Euro (Klick vergrößert).

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Zudem soll eine auf einem Notebook installierte Enterprise-Ausgabe von Windows Vista damit 18 Sekunden schneller starten und für den Dateizugriff nur 0,11 statt 17 Millisekunden benötigen. Selbst die schnellsten Desktop-Festplatten kommen auf nur etwa 4,5 Millisekunden. Auch bei der Verwendung anderer Betriebssysteme sei die Geschwindigkeit der SSD circa doppelt so hoch, die Energieersparnis wird mit über 50 Prozent angegeben. In absehbarer Zeit soll der Speicherplatz auf 64 Gigabyte verdoppelt werden.

Wie netzwelt bereits im vergangenen Jahr berichtete, stellt Halbleiter-Riese Samsung ebenfalls reine Flash-Festplatten her, momentan wie bei SanDisk bis zu einer Kapazität von 32 Gigabyte und 64 Gigabyte in der Hinterhand. Auch der Taschen-PC der nächsten Generation, der UMPC Q1 Ultra, soll mit SSD-Speicher ausgestattet werden. Allerdings laufen die Anstrengungen noch in eine andere Richtung, zu so genannten Hybrid-Festplatten. Dabei handelt es sich um herkömmliche Festplatten mit zusätzlichem Flash-Speicher.

Auf der offiziellen Produkt-Website sind bereits drei Hybrid-Modelle im 2,5-Zoll-Format mit Kapazitäten von 80, 120 und 160 Gigabyte aufgeführt, die darüber hinaus über jeweils 256 Megabyte Flash-Speicher verfügen. Fertig sind die Produkte bereits, doch noch wird fieberhaft an der Erfüllung der Microsoft-Ziele getüftelt. Denn mit "Readyboost" sollen die Laufwerke unter Windows Vista unter anderem eine Kaltstartzeit von gerade mal fünf Sekunden erzielen.

CeBIT 2007: Grandmaster Flash - Mehr Speed und Festplatten-Geflüster
Samsungs Flash-Festplatten sollen zunächst imTaschen-PC Q1 Ultra zum Einsatz kommen.

Zudem soll das Betriebssystem auch nach dem Hochfahren beschleunigt werden, in dem beispielsweise Auslagerungsdateien im schneller ansprechenden Flash-Speicher abgelegt werden. Angeblich verbaut sogar Dell bereits Hybrid-Festplatten in seinen Notebooks, mit entsprechenden Angeboten ist ab Ende April zu rechnen. Die Mehrkosten für eine Hybrid-Festplatte fallen mit einstelligen Dollar-Beträgen deutlich vertretbarer aus als bei reinen Flash-Festplatten.

Seagate: Vorerst nur Hybrid-Festplatten

Festplatten-Hersteller Seagate überlässt seinem wahrscheinlich größten Konkurrenten nicht tatenlos das Feld. Auch hier will man in puncto Hybrid ganz vorne sein. Wie bei Samsung machen drei Notebook-Modelle zu 80, 120 und 160 Gigabyte sowie 256 Megabyte Flash-Speicher den Anfang. Seagate-Geschäftsführer Bill Watkins rechnet damit, dass die ersten Hybrid-Festplatten bereits Ende des Jahres auch in PCs anzutreffen sind und auf voraussichtlich vier Gigabyte Flash-Speicher zurückgreifen oder "ein paar Gigabyte mehr oder weniger".

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