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05.03.2007
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Digg & Co. unter Manipulationsverdacht

Soziale News: Aufmerksamkeit gegen Bargeld?

Internet & Netzwelt

Ruhm hat auch seine Schattenseiten: Diese Erfahrung muss in diesen Tagen die Social News-Webseite Digg.com machen. So berichtet das Wired-Magazin, dass man sich mit genug Kleingeld Popularität auf Digg erkaufen kann.

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Eine Wired-Mitarbeiterin testete Ende Februar im Sebstversuch, wie leicht sich Social News-Webseiten wie Digg manipulieren lassen. Sie legte dazu ein stinklangweiliges Blog mit unsinnigen Fotos an und veröffentlichte einen Link dazu auf Digg.

Anfangs bekam dieser Eintrag erwartungsgemäß überhaupt keinen Zuspruch. Dies änderte sich schlagartig, nachdem die Autorin einen Service namens Usersubmitter.com engagierte. Usersubmitter verspricht Webseiten-Betreibern zusätzlichen Verkehr über erkaufte Digg-Platzierungen. Registrierte Nutzer bekommen im Gegenzug ein paar Cent für jeden positiv bewerteten Eintrag.

Derartiges Schummeln scheint zu funktionieren: Wired berichtet, dass der bezahlte Eintrag innerhalb weniger Stunden 40 Stimmen von bezahlten Nutzern bekam. Danach setzte ein Schneeballeffekt ein, und andere Nutzer stimmten ebenfalls für den Eintrag, der es schließlich auf die Titelseite der ausgewählten Kategorie schaffte.

Tricks nur schwer durchschaubar

Popularität gegen Bargeld ist nur eines der Probleme, mit denen soziale News-Dienste wie Digg.com und Reddit.com zu kämpfen haben. Webseiten-Betreiber versuchen seit langem, sich auf derartigen Plattformen populäre Platzierungen zu ertricksen.

Anfangs legten Nutzer dazu einfach nur ganz viele Accounts an, um damit fleißig für die eigenen Beiträge zu stimmen. Die meisten Plattformen haben dem jedoch mittlerweile einen Riegel vorgeschoben, indem sie derartige Muster früh erkennen und die Stimmen dann weniger gewichten. Besonders aufdringliche Nutzer müssen zudem mit einer Abschaltung ihres Accounts rechnen.

Weitaus schwieriger ist es dagegen, wenn Nutzer sich gezielt einen guten Ruf aufbauen, um Missbrauch besser zu tarnen. Digg & Co. geben beliebten Nutzern oftmals Vorrang bei der Beförderung von Einträgen.

Einige Schummler nutzen dies aus, indem sie über Wochen hinweg sinnvolle Beiträge bei Digg veröffentlichen und damit die eigene Schwelle für den Sprung auf die Digg-Startseite gezielt senken. Ist das eigene Profil dann erst einmal etabliert, dann werden plötzlich Links zu Spam-Blogs mit Google-Anzeigen veröffentlicht.

Auch für deutsche Plattformen problematisch

Deutsche Social News-Plattformen haben bisher noch nicht die Bekanntheit von Digg.com oder Reddit.com erreicht. Dennoch könnten derartige Manipulationen früher oder später auch hierzulande zum Problem werden. Die Macher der News-Plattform Yigg.de begannen deshalb bereits im November mit einer Automatisierung ihres Spam-Filter-Prozesses.

Zusätzlich setzen Plattformen wie Digg.com, Yigg.de und Webnews.de natürlich auch immer auf die Mithilfe ihrer Nutzer, um Spam-Versuche auszufiltern. Diese menschliche Komponente scheint oft noch am besten zu klappen. So verschwand der Wired-Eintrag bei Digg.com nach ein paar Stunden unverdienter Popularität aufgrund zahlreicher negativer Stimmen wieder in der Versenkung.


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