Software-Schmeichelei als Partymasche

Verkehrte Netzwelt: "Na Süße, schon mal gefileshared?"

Verkehrte Netzwelt: "Na Süße, schon mal gefileshared?" Habe ich mir mal so gedacht. Warum auch nicht? In der heutigen Zeit betrifft es doch jeden, also sollte auch jeder mitreden können und zuhören wollen. Und es ist ein Thema, in dem ich mich auskenne. Das Gespräch auf eine positive Art und Weise führen und lenken kann. Selbstsicherheit ausstrahle. Doch sollte den Frauen doch gefallen, oder? Wovon ich überhaupt rede? Na, Freeware-Flirten natürlich.

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Inhaltsverzeichnis

  1. 11. Methode - "Mein Haus, mein Auto, mein... Virenscanner":
  2. 22. Methode - Eingestreut zwischen Komplimenten:
  3. 33. Methode - Offen, ehrlich, auf den Punkt gebracht:
  4. 44. Methode - Als Teil einer Problemlösung versteckt:
  5. 55. Methode - Nerd ohne Sozialkompetenz:

Probleme einer modernen Gesellschaft: Der Börsenmakler kauft und verkauft ganze Firmen, der Arzt rettet Kinder und der Feuerwehrmann kleine Kätzchen. Und ich, der Online-Redakteur? Muss ich ohne Abenteuer und spektakuläre Geschichten auskommen, nur weil ich mich mit Software beschäftige? Ich weiß ja nicht, wie Sie das sehen - aber ich fühlte mich ermutigt, die Probe aufs Exempel zu starten.

Hoch wissenschaftlich natürlich, mit fünf eigens entwickelten Methoden, deren Wirkung hier im Wortlaut wiedergegeben werden soll. Nicht, dass ich auf der Suche wäre - aber das weibliche Geschlecht erschien mir als das passende Untersuchungsobjekt. Kann ich mit Fachsimpelei über Computerprogramme den Wichtigen dieser Welt Paroli bieten?

1. Methode - "Mein Haus, mein Auto, mein... Virenscanner":

Ich: Hey, ich habe letztens meinen Computer neu aufgesetzt. Eine Heidenarbeit, aber immer noch besser als Gartenarbeit oder Felgen polieren. Oder?

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Sie: [unschlüssig] Mmh, kann sein.

Ich: Das heißt wohl, du hast das noch nicht probiert. Ist aber echt einfach, bis auf Windows gibt es alle wichtigen Programme nämlich kostenlos im Internet!

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Sie: [skeptisch] Bei mir war alles schon drauf. Warum hast du den jetzt ganz neu gemacht?

Ich: Naja, da hat sich mit der Zeit einfach ziemlich viel Müll angesammelt. Irgendwelche Dienste im Autostart, der Bootvorgang dauert ewig, 42 Prozesse im Task Manager, andauernd falscher Alarm beim Virenscanner, ich hab in der Registry rumgefummelt...

Ich fürchte, dass ich bereits bei "Bootvorgang" aus dem Rennen war. Auf jeden Fall war es spontan sehr spät geworden und ich war allein. Aber nur weil eine Methode nicht den gewünschten Effekt hatte, gebe ich ja nicht auf. Umschauen, neue Testkandidatin auswählen, los geht es :

2. Methode - Eingestreut zwischen Komplimenten:

Ich: Hi, gut siehst du aus.

Sie: [misstrauisch] Äh, danke. Kenn ich dich irgendwie?

Ich: Noch nicht, aber ich würde mich gerne mit dir unterhalten. Mir ist nämlich deine Halskette aufgefallen. Positiv. Die Glassteinchen brechen nämlich das Licht so schön, da musste ich direkt an Vista denken. Das neue Windows, weißt du? Hat auch so Glaseffekte. Ist aber viel zu teuer, ich kenne da Tricks, wie du dein altes XP genauso aussehen lassen kannst wie Vista. Du hast doch XP, oder?

Sie: [sprachlos] ...?!

Ich: Das geht ehrlich! Du hast dann eigene Sidebars mit Widgets, hochauflösende Icons, Vorschaubilder in der Taskleiste und das Startmenü sieht ganz anders aus. Da steht nicht mehr Start, sondern das Microsoft-Logo! Sieht echt klasse aus, vor allem mit den Shell-Änderungen und den Themes...

Erstaunlich, wie wenig Zeit die Menschen heutzutage haben. Halb so wild, diese Umschmeichelei lief meinem ursprünglichen Plan sowieso zuwider. Lebensretter beginnen schließlich auch nicht mit den blauen Augen der Gegenüberin, sondern setzen erst ein, wenn der Tod die Sense schwingt. Wer direkt ist, bekommt auch direkte Rückmeldungen - und Ehrlichkeit ist doch immer noch der beste Weg:

3. Methode - Offen, ehrlich, auf den Punkt gebracht:

Ich: Na Süße, schon mal gefileshared?

Sie: Hau ab und besorg dir deinen Sexkram selber!

Na gut, das war direkt. Ich sollte mich also nicht beschweren, auch wenn die Dame meine Frage ganz offensichtlich ungünstig interpretiert hat. Mit der Tür sollte man wohl nur ins Haus fallen, wenn ein hübscher Griff dran ist. Aber nicht aufgeben, denn Männer sind Hilfeleister, Do-it-Yourselfer und Heimwerker:

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