WiFi-Router La Fonera im Test
Einrichtung: Offene Persönlichkeit
La Fonera kann auf leise Gummifüße gestellt oder an die Wand gehangen werden. Nach der internen Startpprozedur fährt sie ihren Energiekonsum von neun auf sechs Watt herunter. Drei LED-Leuchten zeigen den Status von Stromversorgung, Internetverbindung und WLAN an. Die Internet-Anbindung wird über einen LAN-Port hergestellt, die kleine Antenne ist durch größere Artgenossen austauschbar. An der Unterseite sorgt ein Reset-Knopf für die Wiederherstellung von Funktion oder Werkseinstellungen. Beides war im Test aber nicht von Nöten.
In Betrieb sendet La Fonera zwei WLAN-Kennungen aus: MyPlace ist das verschlüsselte Privat-Netzwerk des zugehörigen Foneros, über das er mit WEP- oder WPA-Schutz surfen oder das Gerät konfigurieren kann. FON_AP ist das öffentliche Netzwerk, in das sich jeder reisende Fonero einwählen kann. Beide Kennungen werden auf dem gleichen WLAN-Kanal gesendet, was für manche WLAN-Adapter problematisch ist. Funktioniert die Anbindung an den FON-Server nicht, stellt La Fonera das öffentliche WLAN automatisch ab.
Nutzen Bill oder Linus bereits einen Router mit DHCP-Server, verhält sich La Fonera pflegeleicht und funktioniert sofort. Soll sie dagegen als WLAN-Router hinter ein Modem geschaltet werden, Muss der Fonero erst einmal die Administrationsoberfläche über das verschlüsselte Netzwerk aufsuchen. Gleiches gilt auch für den Betrieb hinter Routern, die statische IP-Adressen bevorzugen. Die Möglichkeiten der Konfiguration sind jedoch auf das Allernötigste beschränkt. Über eine integrierte Firewall mit der Fähigkeit zur Portweiterleitung verfügt La Fonera dennoch.
La Fonera
Selbst verschuldet: Eine falsch eingegebene URL verursachte diese nette Fehlermeldung.
Die Konfigurationsoberfläche der La Fonera. Sämtliche Sicherheitseinstellungen sollten lieber hier als per Fernwartung vorgenommen werden. Uneingeschränkten Zugriff hat der FON-Server dennoch.
Oops - Fehlermeldung beim Ansurfen der User-Zone auf der FON-Seite über Firefox (Kein Problem für Opera).
Per Fernadministration auf fon.com können Bill und Linus steuern, wieviel Bandbreite sie den Foneros überlassen wollen.
Äußerlich scheint La Fonera kaum mehr als ein kleiner Access-Point zu sein. Mit integrierter Firewall und der Möglichkeit, selbstständig eine Verbindung über ein DSL-Modem aufzubauen, läuft sie auch als Mini-Router.
Ein Teil der Startseite der La Fonera. Hier können Bill und Linus eingeschränkt eigene Inhalte zur Verfügung stellen. Die Webadresse ist bis auf Downloads und externe Links für jedermann nutzbar.
Kein Stern im Walk of Fame, sondern ein Aufkleber von etwa 15 Zentimetern Durchmesser, mit dem der Fonero seinen Hotspot kennzeichnen kann.
Die Rückseite der La Fonera: Neben Strom- und LAN-Anschluss findet sich noch eine kleine abnehmbare Antenne an der Rückseite des Geräts.
Wenn La Fonera am Netz hängt, kann sich jeder in das offene WLAN einklinken, egal ob Fonero oder nicht. Tippt man nun eine beliebige Internetadresse in den Browser, erscheint anstelle der gewünschten Seite der La-Fonera-Startbildschirm mit dem Hinweis auf die Fon-Community: Aliens können sich hier registrieren lassen, Linus-Nutzer mit Benutzername und Passwort direkt lossurfen. Auf dieser Startseite befinden sich ebenfalls Hinweise auf Sponsoren und auch der Hotspot-Betreiber kann hier persönliche Widmung und Webseite hinterlassen.
Die persönlichen Inhalte seiner Hotspot-Statseite kann der Fonero im Nutzer-Bereich bei FON.com verändern. Dies beinhaltet ein paar Zeilen Text, eine Netzadresse, die auch unregistrierte Nutzer aufrufen können sowie je ein Google-Video und ein Flickr-Album - die Web-2.0-Portale der Sponsoren lassen grüßen. Doch auch technische Aspekte wie die wirkungsvolle Regulierung der Hotspot-Bandbreite sind einstellbar: Diese kann schrittweise bis auf 512 Kilobit pro Sekunde begrenzt werden.
Sicherheitsbedenken
Die Begrenzung der Bandbreite könnte schon sinnvoll sein, um fleißigen Filesharern den Speck madig zu machen. Und was genau die fremden Foneros sonst tun, lässt sich auch nicht nachprüfen. "Jegliche rechtswidrige Nutzung fällt zunächst auf den Besitzer des Anschlusses zurück, mit dessen Kennung gesurft wird," warnt Ingrun Senft von 1&1. "Er könnte sich sogar strafbar machen, wenn ein fremder Nutzer zum Beispiel Kinderpornografie abruft." Doch auch vier weitere Sicherheitslücken regen zum Nachdenken an.
