Filme und Serien beim Tauschbörsen-König kaufen
Bittorrents Download-Store im Test
Janko Röttgers
Ende Februar gab BitTorrent Inc. nach mehrfachen Verzögerungen den Startschuss für seine kostenpflichtige Download-Plattform. Die Entwickler des Bittorrent-Protokolls wollen dort Filme und TV-Serien der großen Hollywood-Studios im P2P-Stil verkaufen. Doch lohnt es sich wirklich, kostenpflichtige Downloads mit der eigenen Bandbreite zu unterstützen?
Bittorrent.com ist ein typischer Web-basierter Download-Store, der sich auf den ersten Blick kaum von Konkurrenten wie Cinemanow oder Movielink unterscheidet. Die Plattform bietet für drei bis vier Dollar Filme zur "Miete" - die Streifen müssen damit nach dem Herunterladen innerhalb von 30 Tagen angeschaut werden. Wer einmal mit dem Abspielen beginnt, muss sich den Film zudem innerhalb von 24 Stunden komplett anschauen. Danach verwandelt sich die Datei dank Windows Media-Rechtemanagement in nutzlosen Datenmüll.

Bittorrent bietet zudem Folgen von Fernsehserien für zwei Dollar zum Kauf an. Diese Dateien lassen sich beliebig oft abspielen, kommen aber ebenfalls mit DRM-Schutz daher. Die kostenpflichtigen Downloads sind deshalb bisher nur unter Windows nutzbar. Der Katalog umfasst Firmenangaben zufolge insgesamt 5.000 Titel. Darunter findet sich die ein oder andere olle Kamelle, aber auch angesagte Shows wie 24, South Park und Jackass. Bisher stehen all diese Titel nur US-amerikanischen Nutzern offen.
Einkauf und Download
Wer Filme bei Bittorrent.com kaufen will, muss sich dazu zuerst einmal registrieren. Beim Einkaufsprozess selbst gibt es dann die Möglichkeit, eine aktuelle Version des Bittorrent-Clients zusammen mit der jeweiligen Torrent-Datei zu installieren. Wer mag, kann zum Download aber auch einen anderen Bittorrent-Client nutzen.
In den ersten Tagen war die Bittorrent-Webseite teilweise spürbar überlastet. Der Download selbst geht jedoch sehr zügig vonstatten. Bittorrent speist alle kommerziell erhältlichen Filme über eine Reihe eigener Server ein, sodass sich Filme problemlos mit maximaler DSL-Geschwindigkeit aus dem Netz ziehen lassen.
Ein genauerer Blick auf die Daten des eigenen Bittorrent-Clients offenbart, dass diese Server bisher offenbar die einzigen Download-Quellen sind. Bittorrents Webseite gibt zu einigen Filmen eine einstellige Zahl von Downloadern an. Im Test tauchten diese jedoch nicht als Quelle auf. Gleichzeitig griff niemand auf die eigenen Downloads zu. Angst vor einer zu großen Beanspruchung der eigenen Upload-Bandbreite muss offenbar bisher noch niemand haben. Andererseits stellt sich natürlich die Frage, warum man für Server-basierte Downloads überhaupt P2P-Software braucht.
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