Xerox und Toshiba: Nutzer recycelt Papier selbst
Löschzettel mal anders: Wiederbeschreibbares Papier
Bedruckt, angesehen, weggeworfen: Das ist der bedrückende Altpapier-Alltag, dem Millionen von DIN-A4-Seiten täglich ausgeliefert sind. Wem diese Schicksale egal sind, horcht mindestens aber bei den Schlagworten CO2-Vermeidung oder Kostenreduzierung auf. Damit werben Toshiba und Xerox jeweils für ihr Konzept eines wiederbeschreibbaren Papiers. Zwei Systeme - ein Vergleich.
Inhaltsverzeichnis
- 1 PET: Papier statt Flasche
- 2 Sonnenbank statt Laserdrucker
- 3 Realisierbarer Umweltschutz?
- 4 Die papierlose Welt
Weil kaum jemand den ganzen Tag nur auf den Bildschirm starren möchte, wird gerade im Büro oft mehr gedruckt, als zwingend notwendig ist. In Papierform stapeln sich Arbeitslisten, Börsencharts oder Newsletter vom Chef ebenso schnell wie Bildschirmarbeiter-Bildchen und Kalauer von den Kollegen. Trotz sehr unterschiedlich aufgetragenem Niveau haben 40 Prozent der Blätter eine Gemeinsamkeit: Am Ende des Tages landen sie im Papierkorb. Dieser Jahrzehnte alte Missstand soll nun beseitigt werden.
PET: Papier statt Flasche
PET-Plastik und Telefax-Technik bilden die Grundlage des Toshiba-Drucksystems B-SX8R: Anstelle des üblichen Zellstoffs kommen für die Papierherstellung PET-Folien zum Einsatz. Diese sind mit einer hitzeempfindlichen Beschichtung versehen, die mit älterem Faxpapier für Thermodrucker vergleichbar ist. Je nach Behandlung färbt sich die Beschichtung schwarz oder weiß. Anders als das Faxpapier können die Folien jedoch bis zu 500 Mal gelöscht und wieder bedruckt werden.

Ganz so neu wie das PET-Papier ist der Drucker nicht: Bereits in den Siebzigerjahren entwickelte Toshiba das Gerät für Telefax-Anwendungen, weshalb das System in Japan schon erhältlich ist. Spätestens 2008 soll der B-SX8R auch den europäischen Markt mit zwölf Seiten pro Minute bei 300 dpi Auflösung erobern. Ein großer Nachteil: Die Anschaffungskosten pro Seite liegen bei rund zehn Euro.
Sonnenbank statt Laserdrucker
Zu seinen Spezialpapier-Preisen hat Xerox sich noch nicht geäußert. Doch sollten diese weit unter dem von Toshiba liegen, wenn das Xerox-System auf dem Markt bestehen will: Schon nach höchstens 50-facher Verwendung muss das Papier aus dem Schriftverkehr gezogen werden. Auch stehen den Xerox-Entwicklern aktuell lediglich 150 dpi zur Verfügung.
Die Entwicklung in Sachen Auflösung und Farbgestaltung ist aber noch nicht abgeschlossen, die Markteinführung noch ein paar Jahre entfernt. Problematisch ist bislang noch die Kontrolle über die Verblassung: Zu stark schwankt der Prozessablauf je nach Höhe der Raumtemperatur. Anders als Toshiba will Xerox die Temporärdruck-Funktion in gewöhnliche Drucker integrieren - der Nutzer könnte also entscheiden, ob er das Manuskript langfristig benötigt oder nicht.






