Nokia N800 im Test: Das Wohnzimmer-Daumenkino

Daumen oder Stift? Der schlaue Touchscreen weiß Bescheid

Dass ein Touchscreen auch mal gerne mit den Fingern bedient wird, stößt Putzteufeln sauer auf, ist aber bittere Realität. Einzig die Menüsymbole müssen schlicht die entsprechende Größe haben, damit Daumeneingaben überhaupt gelingen. Für ein überschaubares und gezieltes Navigieren per Stift sind daumengerechte Symbole jedoch eher hinderlich. Diesem Zwiespalt entgegnet Nokia mit einer raffinierten List.

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Der schlaue Touchscreen erkennt automatisch, ob dort ein Finger oder ein Stift den Bildschirm berührt. Dementsprechend öffnen sich große oder kleine Symbole. Im Test ließ sich der mitdenkende Screen nicht austricksen. Auch wenn der Fingernagel zum Einsatz kam, interpretierte der Nokianer die Eingabemethode richtig. In weiten Teilen lässt sich das N800 aber auch mittels der links vom Display vorhandenen Tasten steuern. Darunter befinden sich in Reihe: ein Zurück-Schalter, eine Options-Taste, die immer die verfügbaren Einstellungen zur ausgewählten Anwendung anzeigt, und zuletzt der direkte Weg zum Task-Manager.

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Bis in die tiefsten Ebenen darf der Touchscreen sauber bleiben.

Spätestens im Texteingabemodus kommt der Touchscreen wieder zum Einsatz. Hier entscheidet das N800 ebenfalls selbstätig, welche Größe die virtuelle Tastatur annimmt. Fällt die Entscheidung zugunsten der Finger, tippt es sich am angenehmsten mit dem so genannten Zwei-Daumen-Prinzip, bei dem man das Internet-Tablet wie ein Lenkrad hält. Die virtuelle Tastatur im Großformat spricht sicher an, nur der fehlende Druckpunkt ist nicht jedermanns Sache. Zu Anfang ist die akkustische Untermalung eine gute Unterstützung. Sie gibt Gewissheit, die Tasten getroffen zu haben.

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Trotz fehlendem Druckpunkt lassen sich Texte gut eingeben.

Verbindungsstrapazen adé

Wenn es innerlich trällert: "Kein Schwein ruft mich an, keine Sau interessiert sich für mich" bestätigt sich, dass das N800 kein Mobiltelefon ist. Bedauerlicherweise erschwert dies den mobilen Abruf von E-Mails oder Informationen über das Mobilfunknetz. Denn nicht überall ist ein WLAN-Netz verfügbar. Nokia schafft Abhilfe und lädt gleich zu Beginn zu einem vierschrittigen Installationsassistenten ein, dessen Ziel es ist, ein geeignetes Daten-Handy per Bluetooth einzubinden.

Wir nehmen die Einladung an: Der Assistent erkennt automatisch das benachbarte Handy und führt im nächsten Schritt eine Bluetooth-Kopplung durch. Dann folgt die Auswahl aus unzähligen verfügbaren Interneteinstellungen der unterschiedlichsten Netzbetreiber. Vor nicht allzu langer Zeit galt es, komplizierte Einstellungen vorzunehmen. Das Vorhaben endetete oft ohne Ergebnis - mal von der wirren Frisur abgesehen. Die Zeiten sind vorbei. In wenigen Minuten ist das Internet-Tablet einsatzbereit.

Surfen fast wie zu Hause

Der von Opera beigesteuerte Internet-Browser blockiert Pop-Ups, speichert Kennwörter, Bilder und sogar ganze Websites. Ferner unterstützt er Plug-Ins, verfügt über einen Downloadmanager und zeigt Flash-Inhalte an. Bleibt die Frage, was das Surfen von zu Hause unterscheidet. Die Antwort lautet: fast nichts. Der Browser öffnete anstandslos alle getesteten Internetseiten mit einer zufriedenstellenden Geschwindigkeit. Die breite Ausrichtung des Displays macht Querscrollen überflüssig und der verfügbare Vollbildmodus nutzt diese Architektur voll aus.

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Wie gewohnt: Auf Dauer aber nur für Adleraugen unbeschwerlich.

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Sieben Zoom-Stufen für Augen jeden Alters.

Besonders komfortabel, wie auch schon bei Operas Browser im Sony Ericsson P990i, fährt man mit dem Daumen fort. Finger auflegen, unter anhaltendem Druck in die gewünschte Richtung führen, schon folgt die Internetseite brav der Richtungsansage und auch der angelegten Blättergeschwindigkeit. Bei zu schnellem Blättern neigt der Inhalt zum Ruckeln. Die Internetseite bleibt aber stets beherrschbar und driftet nicht etwa unkontrollierbar in alle Richtungen.

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Nokia N800

Nokia N800

Nokia | 01/2007
Vorteile
  • zwei SD Slots (in voller Größe)
  • Einer der besten Bildschirme in dieser Klasse (Größe/Auflösung)
  • Kann mit Bluetooth GPS Empfänger verbunden werden
Nachteile
  • kein GPS innerhalb von Gebäuden
  • Für einige Softwareinstallationen ist der Anschluss an einen PC mit MS-Windows erforderlich.
  • keine Outlook Sychronisation