Zattoo: Internetfernsehen mit P2P-Hilfe
Beim Zapping bitter nötig: Die Menüleiste (Klick vergrößert).
Zwei Funktionen von Zattoo scheinen sehr wichtig für Zapper zu sein: Lock Video Size verhindert, dass beim Umschalten jedesmal wieder auf Briefmarkengröße gesprungen wird, Fit Video passt das Seitenverhältnis an den aktuellen Stream an. Dennoch war beispielsweise bei Pro 7 der Bildausschnitt seitlich abgeschnitten - besonders problematisch bei Texteinblendungen und Bauchbinden. Eine Übernahme des Videotextes ist laut Zattoo nicht geplant.
Vollkommen live ist das Angebot von Zattoo aufgrund der Streaming-Technologie nicht: Um bis zu 20 Sekunden verzögert erreicht das Material den Computer. Für die Zukunft plant Zattoo neben den kostenlosen Sendern noch eine Bezahlplattform; ob diese auf Premium-Angebote im Stil von Pay-TV abzielt oder eher auf dem Video-on-Demand-Sektor punkten will, ist indes noch nicht bekannt. Zusätzlich sollen Plugins die Interaktivität erhöhen: Wie bei der Konserven-Konkurrenz Joost sollen Suchfunktion und Chat die Attraktivität von Zattoo gegenüber normalem TV erhöhen.
Zattoo: TV-Tod noch nicht in Sicht
Das ambitionierte Projekt macht vieles richtig: Zattoo wirkt nicht überfrachtet, die Bedienung ist intuitiv und schnelles Umschalten lässt tatsächlich Fernseh-Atmosphäre aufkommen. Die prognostizierte Ablösung des TV-Apparates ist beim derzeitigen Stand allerdings nicht in Sicht: Die Bildqualität hinkt dem Fernsehprogramm deutlich hinterher, die Vorteile der Internet-Struktur werden trotz P2P zu wenig ausgespielt.
Kollaborationen mit Online-TV-Zeitschriften, Unterstützung kleinerer Internet-Sender statt der bekannten Größen, personalisierter Programmplaner; allesamt Elemente, die einen echten Mehrwert gegenüber der Glotze bieten würden. Und allesamt fehlen sie - zumindest noch. Beim aktuellen Stand der Entwicklung ist Zattoo eine sinnvolle Alternative für Menschen, die entweder unterwegs sind oder sich keinen Fernseher anschaffen wollen. Gut für ein Nischengeschäft, als Internetfernsehen für eine globale Menschenmenge aber nicht ausreichend.


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