Digitales Wasserzeichen: Musik mit Fingerabdruck
Siegel gegen Musikpiraten
Den Beweis dafür konnte das Institut im Jahr 2003 in der Praxis antreten: Gemeinsam mit dem Darmstädter Lokalsender Radar wurde eine komplette Radiosendung vorproduziert und mit dem digitalen Wasserzeichen versehen. Das ausgestrahlte Material nahmen die Wissenschaftler dann zu Hause vor dem Radio mit handelsüblichen Mikrofonen erneut auf - mit einem erfreulichen Ergebnis: Das Wasserzeichen war immer noch da und unversehrt. Nicht zuletzt diese Robustheit war der Grund dafür, dass digitale Wasserzeichen für MP3s als sichere Alternative zu DRM etabliert werden konnten.
Das Fraunhofer SIT stellt zwar die Technologie, doch was aus dem Wasserzeichen wird, bestimmt maßgeblich die Musikindustrie. Vor allem der Online-Handel ist über die neue Art des Urheberschutzes erfreut. Bisher war immer das Digitale Rechtemanagement DRM gefragt, um die illegale Verbreitung einzudämmen. Hierbei bekam der Käufer über Lizenzen vorgegeben, was er mit der Musik auf seinem Computer machen durfte. In der Praxis hieß das oft: Kein Brennen auf CD und auch das mobile Abspielgerät blieb außen vor. Oder - wie im Fall von Apple - dem Käufer wird mit iTunes eine Software und mit dem iPod ein Player aufgezwungen.
Diese Einschränkungen haben Kunden beim digitalen Wasserzeichen nicht zu befürchten. Der Käufer darf alles mit den erworbenen Titeln machen - egal, ob Brennen, Kopieren oder auch das Weitergeben an Freunde wie bei einer gekauften CD. Wenn aber mit Wasserzeichen markierte Musikstücke in Tauschbörsen landen, kann der Bösewicht eindeutig identifiziert werden. Denn den Online-Händlern reicht als eingebettete Information in der MP3 bereits die Transaktionsnummer des Kaufvorgangs. Mit dieser ID kann zwar niemand anders etwas anfangen, der ursprüngliche Käufer des Lieds kann so allerdings vom Shop eindeutig identifiziert werden.
Der Online-Handel ist von den Vorteilen dieses digitalen Fingerabdrucks überzeugt. Eine Vielzahl von Shops setzen beim Schutz ihrer Inhalte auf das Wasserzeichen, eine vielversprechende Zukunft wird vorausgesagt. Das Wasserzeichen sei langfristig auf jeden Fall die bessere Alternative zu DRM, weil es den Nutzer nicht gängele und gleichzeitig die Rechte der Urheber schütze - das ist Konsens. Mittlerweile springen auch größere Musiklabels auf diesen Zug auf, denn der Aufwand rentiert sich: Wer nicht kriminalisiert wird, konsumiert mehr. Und lässt so die Finger von Raubkopien.
...wenn nicht stehlen
Der Raum ist dunkel, nur der Schein des Bildschirms erhellt das Gesicht eines Mannes, der vor dem Computer sitzt. Gerade erst hat er online eine Nachricht von seinem Musikhandel bekommen. Man habe dort Grund zur Annahme, dass er ein Lied aus dem Sortiment illegal in einer Tauschbörse angeboten habe. Es könne bei einer Verwarnung bleiben, wenn die Datei augenblicklich entfernt werde. Der Mann weiß: Das Lied konnte offenbar bis zu ihm zurückverfolgt werden. Was er nicht weiß: Ein kleines, unhörbares Wasserzeichen hat ihn überführt.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 8 Beiträge
Privatkopie ist kaum zu verbieten (wenn auch stark einzuschränken), denn die moderne Technik funktioniert ohne sie nicht (caches, installationen, etc.). Spielt aber keine Rolle, weil so ein Wasserzeichen vor Gericht...
Oberschlaue Antworten werden da nicht kommen, denn so ausgereift dieses System technisch sein mag, so realitätsfern und lebensfremd ist es, wie Du sehr richtig skizziert hast. Allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, an...
Das PROBLEM ist doch viel offenkundiger!! Ich verhalte mich völlig legal, kopiere mein mp3 auf USB stick oder mp3 player und nehme es mit in die Stadt/ins Café/in die U-Bahn. Dann verliere ich den USB...
Oder man erklärt ihm den Sachverhalt, und gibt ihn ne Kopie. Wenn er es dann anhört und wieder löscht (da er von mir immer wieder ne Kopie bekommen kann) wäre doch alles OK. Ich meine man leiht einem Freund auch...
:hmmm: Warum in die Ferne schweifen? Eine eindeutige Antwort geben uns doch auch die AGB der H² media factory GmbH für den Misukdienst akuma . ...