Über die heimlichen Aktivitäten der Unternehmen im Netz

Stealth-Marketing: Das gefakte Netz

"User generated content" ist eine der vielzitierten Neuerungen der Web-2.0-Welt: Internetnutzer können inzwischen auf vielen Websites selber Artikel, Podcasts oder Videos veröffentlichen. Auch den Unternehmen ist der Boom nicht entgangen: Wenn bezahlte und getarnte PR-Agenten zum Beispiel schöngefärbte Testberichte veröffentlichen oder neue Blogs ins Leben rufen, sprechen Fachleute vom Stealth-Marketing. Wird das Internet zum Fake?

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Beim Wikipedia-Konkurrenten Citizendium sollen Experten maßgebliche Verantwortung für die Texte übernehmen.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Inhalt:
  2. 2"Sorry Sony, we're not that stupid": Das Blog "alliwantforxmasisapsp.com" wurde von Internetnutzern als Marketing-Aktion von Sony entlarvt.
  3. 3PR-Kommentare: Blogger entlarven ungeschickte Jamba-Mitarbeiter
  4. 4Geringe Kosten locken PR-Strategen
  5. 5Angriffsziel Wikipedia: Politiker schreiben mit
  6. 6Die Ein-Prozent-Regel: Viel Einfluss für wenige
  7. 7Edle Grundprinzipen der Web-Welt als Angriffspunkt
  8. 8Geprüfte Qualität: Wikipedia-Alternative Citizendium
  9. 9Viral-Marketing: PR-Aktionen mit offenem Visier
  10. 10Risiko Stealth-Marketing: Die Community schlägt zurück

Inhalt:

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Die Welt ist ungerecht: Charly hat eine Playstation Portable und Jeremy nicht. Um Jeremys Eltern und die ganze Welt auf diesen Missstand hinzuweisen, gründeten die beiden Freunde Ende des vergangenen Jahres ein Blog. Dieses widmeten sie allen, die genau wie sie sagen: "All I want for xmas is a PSP". Für besonderes Aufsehen sorgt ein unsagbar albernes Rapvideo ihres Freundes Pete, das auch in einigen deutschen Blogs und bei Youtube veröffentlicht wurde.

Ebenfalls bei Youtube erschien einige Zeit später ein Video, in dem Beweise dafür präsentiert werden, dass nicht Teenager namens Charly und Jeremy, sondern die Werbeagentur Zipatoni im Auftrag von Sony das Blog im Netz platziert hatte. Im Fachjargon heißen solche verdeckten Werbeaktionen, bei denen PR-Agenturen als normale Nutzer getarnt Inhalte im Netz veröffentlichen, Stealth-Marketing.

"Sorry Sony, we're not that stupid": Das Blog "alliwantforxmasisapsp.com" wurde von Internetnutzern als Marketing-Aktion von Sony entlarvt.

Wie viele vergleichbare Kampagnen unentdeckt bleiben, lässt sich schwer abschätzen: Unmöglich lässt sich nachvollziehen, wie viele Amazon-Bewertungen von Verlagsmitarbeitern stammen oder wie viele PR-Agenten aktive Wikipedia-Schreiber sind. Dass, seitdem "user generated content" zu einer der Losungen in der Web 2.0 Welt geworden ist, auch Unternehmen unter dem Deckmantel der Anonymität ihre Interessen vertreten, ist jedoch kein Geheimnis: Beispiele dafür gab es in der Vergangenheit genug.

PR-Kommentare: Blogger entlarven ungeschickte Jamba-Mitarbeiter

Als beispielsweise im Jahr 2004 Johnny Hauesler im Spreeblick-Blog eine Schmähschrift über den Klingelton-Anbieter Jamba veröffentlichte, häuften sich Nutzerkommentare, die Jamba in Schutz nahmen und sogar auf die Konkurrenz schimpften. Dumm nur, dass sich die IP-Adressen der Nutzer nachvollziehen lassen, die Kommentare in einem Blog abgeben. Wie der Blogger Hauesler herausfand, wurden sämtliche Jamba-freundlichen Kommentare an Rechnern des Jamba-Muttekonzern Verisign verfasst. Vielleicht zum ersten Mal kam es zu einem öffentlichkeitswirksamen Sturm der Entrüstung in der gerade entstehenden Blogosphäre.

Dass sich die Möglichkeit des IP-Logging immer noch nicht herumgesprochen hat, zeigt der Fall Betty TV: Auch hier posteten Mitarbeiter unter einem wenig schmeichelhaften Testbericht eines Bloggers Kommentare, die das Produkt in Schutz nahmen. Auch hier wurden sie anhand ihrer IP-Adressen überführt. Dass Mitarbeiter großer Unternehmen sich weiterhin so leicht enttarnen lassen, ist unwahrscheinlich. Dass sie aufhören, anonym Werbebotschaften im Netz zu verbreiten, leider nicht.

Forum

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 4 Beiträge

Ja ich dachte bloß, dass man diese Marketing Strategie nach dem Film benannt hat, weil sie dort evtl. zum erstem mal richtig zum Einsatz kam. Jetzt bin ich schlauer;)

Zitat: Die Tarnkappenbomber, die unsichtbar für Radar sind [...] Gehört zwar nicht hierher, aber ich möchte nur mal anmerken, dass ein "Tarnkappenbomber", wie ihn Freund...

Stealth heißt aus dem Englischen übersetzt Heimlichkeit. Stealth Marketing ist also einfach heimliches Marketing. Mit dem Film hat das Steahlth-Marketing also nichts zu tun: Die Tarnkappenbomber, die...

Kommt der Name "Steath" eigentlich vom gleichnamigen Film Unter "Amateur Videos" finden sich nämlich allem Anschein nach gefakte Videos, die Existenz der im Film gezeigten Flugzeuge beweisen soll. ...

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