In Bewegung: Kinder- und Jugendschutz im Internet

Gefahr: Öffentliche Chat-Räume

Die Folge ist, dass Erziehungsberechtigte nichts von den Aktivitäten ihrer Kinder verstehen und sich auch von selbigen distanzieren. Laut der Medienpädagogin Isabell Rausch-Jarolimek ist das der größte Fehler, den Eltern begehen können: "Eltern sollten ruhig mal den Mut haben, sich von Kindern etwas erklären zu lassen".

Ferner ist es wichtig, dass der Computer zunächst nicht im Kinderzimmer, sondern an einem Platz steht, der häufig frequentiert wird. Somit ist immer ein schneller Blick über die Schulter gewährleistet und bei eventuellen Fragen ist stets ein Ansprechpartner in der Nähe. Empfehlenswert sind vorherige Aufklärungsgespräche über die Gefahren im Internet. Falls Kinder und Jugendliche einmal auf problematische Inhalte stoßen, sind sie nicht völlig unvorbereitet.

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Besonders oft werden Kinder und Jugendliche in öffentlichen Chats - von denen Medienpädagogen generell abraten - vor den Kopf gestoßen. Menschen mit pädophiler Veranlagung geben sich als Kinder aus und reden nicht lange um den heißen Brei herum. Die "Initiative Netkids" spezialisiert sich besonders auf Gefahren, die in öffentlichen Chats auftreten, und hat auf ihren Internetseiten eine schwarze Liste von Chat-Räumen verfasst. Besondere erschreckend ist, dass laut den Kenntnissen von Netkids einige Chaträume bereits in der Pädosexuellen-Szene empfohlen werden.

Grundsätzlich gilt es, stets misstrauisch zu sein und keine persönlichen Daten preiszugeben. Weiterhin sollte man brenzlige Dialoge sofort abbrechen und niemals Treffen ohne Begleitung wahrnehmen. Eine Sicherheit können nur moderierte Chats bieten, wie sie beispielsweise von seitenstark.de angeboten werden. Der Chat verfügt über Öffnungszeiten und wird von insgesamt 22 Moderatoren betreut. Bevor Beiträge eine Freigabe erhalten, hat sie mindestens ein Moderator zuvor gegengelesen. Auf diese Weise besteht tatsächlich kein Risiko.

Die Eltern sind gefragt

Es besteht noch reichlich Handlungsbedarf, einige gute Konzepte sind aber bereits auf den Weg gebracht worden. In ferner Zukunft kann man darauf hoffen, dass jede Internetseite mit bedenklichem Inhalt mit einem technischen Jugendschutzprogramm versehen ist. Voraussichtlich können diese Mechanismen aber nur bei deutschen Internetseiten greifen.

Filterprogramme können Kinder und Jugendliche schützen, ersetzen aber niemals die Notwendigkeit Medienkompetenz zu erlangen. Und hier sind die Eltern gefragt. Sie sollten immer ein offenes Ohr für ihre Kinder haben und - auch wenn es schwer fällt - sich aktiv an Ausflügen in das Internet beteiligen und stets Interesse bekunden.

Die zu Beginn herangezogene Studie des medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest enthält dahingehend bereits eine gute Nachricht: 72 Prozent der Eltern Sechs- bis Siebenjähriger wollen oft über die Tätigkeiten ihrer Kinder am Computer informiert werden, und auch bei den Acht- bis Neunjährigen sind es noch 69 Prozent.

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