Ordnerverschlüsselung: Vorhängeschloss für Ordner und Dateien

PrivateCrypto

Ein weiteres kostenloses Tool, um Dateien zu schützen, ist PrivateCrypto von Ultimaco. Für Privatanwender ist es kostenlos. Wie EasyCrypto erlaubt es, Dateien und Ordner aus dem Kontextmenü heraus zu verschlüsseln. Der Unterschied besteht allerdings darin, dass PrivateCrypto nicht simpel die Originaldateien codiert, sondern ein Archiv erzeugt, das bei Bedarf sogar selbstextrahierend sein kann.

Ordnerverschlüsselung: Vorhängeschloss für Ordner und Dateien
Einfach per Kontextmenü sichern und weitere Paranoia-Features: PrivateCrypto

Zusätzlich bietet Ultimacos Programm eine 256Bit-AES-Option, mit der die Daten noch sicherer verriegelt werden. Wird das von PrivateCrypto verschlüsselte Archiv geöffnet, bleibt dieses erhalten und die Dateien werden ähnlich wie bei einem ZIP-Archiv neu geschrieben. Es reicht also, die entpackten Dateien zu löschen, das Archiv muss nicht neu verschlüsselt werden.

Schlösser für Macs

Noch komfortabler haben es Nutzer von Mac OS X. Schon mit Bordmitteln ist es möglich, sichere Images zu erstellen. Diese werden vom System wie virtuelle Laufwerke behandelt. Ist es geöffnet, muss nichts manuell entschlüsselt werden, sondern es verhält sich wie jedes normale Laufwerk auch. Öffnet der Nutzer eine Datei, wird sie dabei automatisch entschlüsselt. Stopft der Anwender neue Dateien in das Image, werden diese ebenso einfach verschlüsselt.

Ordnerverschlüsselung: Vorhängeschloss für Ordner und Dateien
Verschlüsseltes Image unter OS X: Kinderleichte Bedienung
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OS X bietet sogar die "FileVault" genannte Möglichkeit, den gesamten Nutzerordner zu sichern, indem das gesamte "Home"-Verzeichnis in ein sicheres Image umgewandelt wird. Für Paranoiker die ultimative Lösung, ihren Datenbestand zu verbergen. Allerdings auch eine kritische, denn ein kleiner Fehler oder ein ein defekter Festplattensektor kann das ganze Archiv und damit die gesamte Installation zerstören.

Achtung, Datenverlust

Ganz unkompliziert sind verschlüsselte Ordner also keineswegs. Die größte Gefahr besteht darin, die verschlossenen Daten zu verlieren. Ohne Passwort kommt auch der Eigentümer nicht mehr an die Dateien. Zudem ist der Nutzer von dem verwendeten Programm abhängig. Ohne dieses ist der Ordner nicht mehr zugänglich. Kompatibel sind die Programme und deren Archive nicht zueinander.

Deshalb sollten verschlüsselte Daten unbedingt doppelt gesichert sein, beispielsweise auf einem Backup. Zudem sollte das Passwort einfach zu merken sein. Denn nirgendwo liegen sensible Daten schlechter, als wenn der Besitzer sich selbst davon ausgesperrt hat. Während der vergessene Schlüssel bei der eigenen Wohnung mindestens peinlich ist und viel Geld für den Schlüsseldienst kostet, ist bei gesicherten Archiven auf dem Rechner nichts mehr zu machen.

Finger weg von Systemdateien!

Ordner, die zum System gehören, dürfen keinesfalls verschlüsselt werden. Das Betriebssystem selbst könnte diese dann nicht mehr öffnen und lesen. Eine Neuinstallation wäre unumgänglich. Ebenso unpraktisch sind enorm große Ordner. Denn die Ver- und Entschlüsselung benötigt etwas Zeit. Mehrere Gigabyte des Filesharingordners täglich zu entpacken und wieder zu sichern, erfordert einige Geduld. Praktischer sind in diesem Falle geschützte Images wie bei OS X.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Verschlüsselung hier.

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