Mehr 3D für alle
Windows Vista: Neue Grafikfähigkeiten durch WDDM
Patrick Woods
Die auffälligste Neuerung in Windows Vista ist die optisch aufpolierte Oberfläche. Durchgestylte 3D-Effekte sollen das Auge des Nutzers verwöhnen. Doch unter der Haube steckt weit mehr als nur Effekthascherei. Vista hat eine völlig neue Grafikarchitektur, die viele Vorteile bietet. Denn sie nutzt die meist brachliegende Rechenpower moderner Grafikkarten für Anwendungen jenseits des Gamings.
Inhalt
- Neues Windows - neue Grafikengine
- Mehr Stabilität dank WDDM
- Die Idee ist nicht neu
- Vorteile, aber auch Haken
Neues Windows - neue Grafikengine
WDDM heißt diese neuartige Grafikengine. Das Kürzel steht für "Windows Display Driver Model" - also eine neue Treiberstruktur. Das Besondere daran ist, dass WDDM die Grafikkarte multitaskingfähig macht. Dank Vista kann jetzt nicht nur eine einzige Anwendung auf den Grafikprozessor zugreifen, sondern mehrere zeitgleich.
Die Vorteile sind enorm. WDDM macht die neue Aero-Oberfläche überhaupt erst möglich, denn diese ist eine hardwarebeschleunigte Direct3D-Anwendung. Die Oberfläche von Windows XP war noch eine zweidimensionale Umgebung. Aero hätte unter XP permanent die Grafikkarte belegt und so die Ressourcen blockiert, dass 3D-Spiele gar nicht möglich gewesen wären. In Vista übernimmt nun die Grafikkarte auch die Berechnung der Benutzeroberfläche. Die Darstellung der Fenster, die Berechnung von visuellen Effekten - der Hauptprozessor hat Pause, die Grafikkarte übernimmt.
Damit sollen laut Microsoft auch die Probleme der Vergangenheit angehören, wenn der Anwender von einer 3D-Anwendung in eine 2D-Umgebung wechselte und umgekehrt. Beispielsweise, wenn man aus einem Spiel zum Desktop und wieder zurück gesprungen ist. Bislang war das eine heikle Angelegenheit, weil die Grafiktreiber zunächst neu initialisiert werden mussten und dies im besten Fall einige Sekunden dauerte, im schlechtesten Fall führte die Aktion glatt zu einem Absturz.
Microsoft zufolge soll das neue System auch die generelle Stabilität von Windows verbessern. Denn laut den Fehlerberichten unter Windows XP waren die Grafikkartentreiber für etwa 20 Prozent aller Bluescreens verantwortlich. Zudem soll WDDM die Darstellungsqualität von Videos verbessern. Die GPU - der Grafikprozessor - soll nun weit mehr tun, als nur virtuelle Pixelmonster in 3D-Spielen zu rendern.
Dadurch, dass nun mehrere Programme auf die GPU zugreifen können, kann die Grafikkarte auch bei anderen Multimediaaufgaben einspringen. Beispielsweise dem Prozessor beim Dekodieren von Video unter die Arme greifen. Oder Video- und Fotoeffekte berechnen. So wird die verschwenderische Leistung moderner Grafikprozessoren sinnvoll im Alltag eingesetzt.
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Zitat:
Aber doch nicht zwingend, oder? Ich meine: Wer alle Vorteile der Version 2.0 haben will wird nicht drumrum kommen. Aber die Mehrzahl der Nutzer will doch bestimmt Vista noch ein paar Jahre einsetzen ohne eine neue Grafikkarte kaufen zu müssen. Und besonders für Leute wie mich, die gerade ein Notebook gekauft haben, wäre das der Tod (zumindest, wenn man unbedingt Vista will). Also irgendwie muss Version 2.0 meiner Meinung nach abwärtskompatibel sein. Und ganz so schlimm kann es ja nicht sein. Es ist ja nicht so, dass mit der jetzigen Technik rein gar nichts funktioniert. Zitieren
Hallo!
Zwingend wird der Kauf einer neuen Karte sicherlich nicht. Wer allerdings stets Gebrauch von sämtlichen neuen Fähigkeiten machen will, der wird für WDDM 2 eine neue benötigen.
Es wird ja schließlich keine Pflicht sein, alle Updates mitzumachen. In welcher Form das Update sein wird, ist ja auch noch nicht bekannt. Da es aber sehr weit in das System greift, dürfe es eventuell im Rahmen eines Servicepacks kommen. Ist aber noch sehr spekulativ ;)
Gruß
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