Audioformate richtig transkodieren
Musikdateien umwandeln: Tipps und Tools für guten Sound
MP3-Software
Diese Verluste werden zwar von jedem Hörer individuell wahrgenommen (was in einschlägigen Foren immer wieder zu hitzigen Diskussionen über Audiocodecs und deren Klangqualität führt), sind jedoch definitiv vorhanden. Deshalb gilt: Transkodierungen nach Möglichkeit nur dann durchführen, wenn es unbedingt nötig ist.
Vermeiden lassen sich die Verluste beim Umwandlen nämlich nicht. Dies liegt an der Arbeitsweise der entsprechenden Tools. Soll beispielsweise eine AAC-Datei (die ja bereits komprimiert ist) in das ebenfalls komprimierte MP3-Format umgewandelt werden, wird das AAC-File zunächst in ein umkomprimiertes Audioformat, zum Beispiel WAV, "zurückverwandelt". Dies bekommt der Nutzer oft gar nicht mit, da dieser Schritt meist im Hintergrund der Software stattfindet.
Originale, unkomprimierte Datei kann nicht wiederhergestellt werden
Bei dieser Umwandlung ensteht jedoch keinesfalls die originale, unkomprimierte WAV, aus der die AAC-Datei seinerzeit enkodiert wurde. Die Klanginformationen, die bei der ersten Komprimierung des Musikstückes mehr oder weniger hörbar weggelassen wurden, sind unwiederbringlich verloren und können auch bei einer erneuten Umwandlung in eine (von der Dateigröße her) viel größere WAV-Datei nicht mehr wiederhergestellt werden. Stattdessen wird die WAV mit sinnlosen "Platzhalter-Bits" vollgestopft, die zwar die Dateigröße aufblähen, jedoch die Klangqualität nicht beeinflussen.
Dies gilt auch für die Umwandlung von MP3-Dateien, etwa mit einer Bitrate von 128 kBit/s, in eine höhrere Bitrate. Wer glaubt, dabei eine bessere Klangqualität aus der Datei zu holen, liegt falsch. Die Informationen dazu fehlen schlicht und einfach in der Quelldatei und die Encoder-Software hat keine Chance, die fehlenden Bits wiederherzustellen.
Zurück zur Transkodierung: Erst wenn ein unkomprimiertes Dateiformat wie WAV vorliegt, kann das Transkodierungstool diese Datei in ein neues Format, zum Beispiel MP3, umwandeln. Dabei versucht die Software jedoch, genau wie bei einer "echten" WAV, wieder bestimmte Teile der Klanginformation wegzulassen, um die Dateigröße zu schrumpfen. Dummerweise fallen diesem Kahlschlag nicht nur die sinnlosen "Platzhalter-Bits" zum Opfer. Auch wertvolle Klanginformationen gehen bei dieser Enkodierung verloren. Das Ergebnis hört man dann leider teilweise recht deutlich: Bei einem Vergleich der originalen AAC und der transkodierten MP3 hat Letztere (unabhängig von der eingestellten Bitrate) oft an Qualität eingebüßt.
DRM-Systeme umgehen statt knacken
Wer also einen Qualitätsverlust seiner geliebten Songs vermeiden möchte, verzichtet nach Möglichkeit auf eine Transkodierung. Trotzdem lässt sich die Umwandlung vom einen in das andere Format manchmal nicht vermeiden. Häufig vor allem dann nicht, wenn Songs im Internet legal gekauft wurden und dann nicht auf dem (oft etwas betagteren) MP3-Player abgespielt werden können. Dies liegt neben inkompatiblen Formaten häufig an einem in den Songs integrierten DRM-System. Mit einem Digital Rights Management kann sehr genau gesteuert werden, wann, wie oft und auf welchem Player bestimmte Musiksongs abgespielt werden dürfen - leider oft nicht zum Wohle der Nutzer.
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