Klappe ab oder Klappe dran - das ist hier die Frage
Zweihand-Zwitter: Sony Ericsson P990i im Test
Maximilian Schmitz
Das Sony-Ericsson-Smartphone P990i wartet mit einem ganz eigenen Konzept auf. Mittels einer einfachen Klappe mutiert ein Touchscreen-PDA, inklusive QWERTZ-Tastatur, zum einhändig bedienbaren Mobiltelefon. Auf Seiten der Ausstattung fehlt es dem Silberling an fast nichts. Neben WLAN und UMTS ist auch eine Zwei-Megapixel-Kamera verbaut, die gute Bilder macht. Letztere lässt vermuten, dass der Einsatzort nicht allzu oft "Firmengelände" lauten dürfte.
Gleich beim Starten fällt auf, dass das P990i kein gewöhnliches Mobiltelefon ist. Nicht weniger als eine Minute braucht das neue Smartphone für den Bootvorgang. Im P990i versammelt sich viel Technik und noch mehr Software. Wie schon beim Vorgänger kommt ein Symbian-Betriebssystem zum Einsatz, auf dem die von Sony Ericsson eigens entwickelte und aufpolierte Benutzeroberfläche UIQ3 werkelt. Das Betriebssystem ist voll erweiterbar und lässt sich sowohl per Touchscreen als auch auf konventionellem Wege per fünf-Wege-Steuerkreuz bedienen.
Inhalt
- Gute Verarbeitung, die auch ohne viel Metall auskommt
- Nur dürftige Personalisierungsmöglichkeiten
- Insgesamt drei Eingabemethoden stehen zur Auswahl
- Operas Webbrowser gestaltet Surfen fast so bequem wie am PC
- Einige Ungereimheiten erschweren den Geschäftsalltag
- Integrierte Digitalkamera: Mehr als nur eine Beigabe
- Kein Ersatz für einen vollwertigen MP3-Player
- Der Prozessor verfügt über ausreichende Reserven
- Überzeugendes Gesamtpaket, aber nur maues Software-Angebot
Mit diesem Konzept steht Sony Ericsson allein auf weiter Flur. Die Idee gefällt: Mit geöffneter Klappe verfügt man über einen vollwertigen PDA inklusive QWERTZ-Tastatur. Sobald die Klappe zuschnappt, sieht der noch eben vollwertige PDA nicht nur aus wie ein Handy, sondern lässt sich auch so bedienen, nämlich einhändig. Im hektischen Alltag wird so beispielsweise das Abrufen und das Verfassen von Nachrichten wesentlich vereinfacht.

![]()
![]()
Einhändige Bedienung: Display und Funktionen sind beschnitten.
Unglücklicherweise ist die Funktionsvielfalt in diesem Modus arg beschnitten. Bestimmt ließe sich im geschlossenen Modus auch ein Anwendungszweck für den Webbrowser finden. Dieser steht aber nicht zur Verfügung. Ein schneller Check der Bahnverbindung ist somit ausgeschlossen. Dann heißt es Koffer abstellen und beidhändig agieren. Den Dateimanager und die Quickoffice-Anwendung sucht man ebenfalls vergebens. Im Telefon-Modus sind also nur die Grundfunktionen eines Basis-Mobiltelefons erreichbar.
Gute Verarbeitung, die auch ohne viel Metall auskommt
Das Steuerkreuz verrichtet hierbei gute Arbeit, auch wenn der mittige Bestätigungsknopf einen recht schwammigen Druckpunkt aufweist. Die restlichen Tasten sind vor Fehlbedienungen besser geschützt: Sie halten einen ausreichend bemessenen Abstand zueinander ein und sprechen schnell und satt an. Weil das Tastenfeld jedoch auf der gummierten QWERTZ-Tastatur aufliegt, kommt es mitunter zu leichten Knirschgeräuschen, die aus der akustischen Unverträglichkeit zwischen Gummi und Plastik herrühren. Wen das zu sehr stört: einfach den mitgelieferten Schraubendreher zücken und die Klappe demontieren.

![]()
![]()
Klappe ab: Gelingt Heimwerkern und zwei linken Händen.
Dem restlichen Gehäuse sind keine unschönen Töne, die auf eine schlechte Verarbeitung hindeuten würden, zu entlocken. Die Front ist mit einer hauchdünnen Metallschicht überzogen, beim restlichen Gehäuse findet Metall keine Verwendung. Die Abmessungen halten sich für ein Smartphone in Grenzen. Dem Trend zu flachen Telefonen folgt das neue Zugpferd von Sony Ericsson aber nicht.
Trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen, liegt das Smartphone gut in der linken Hand. In rechte Hände passt es freilich ebenso gut, die einwandfreie Bedienung des Jog-Dials genannten Drehrades klappt aber nur in der linken Hand. Das sehr leichtgängige Rädchen eignet sich hervorragend zur Menüsteuerung. Viele Rechtshänder mag es verwundern, dass es auf der linken Seite sitzt. Die Antwort ist einfach: Mit der rechten Hand führt man den Touchscreen-Stift. Das Zusammenspiel beider Bedienelemente ist gut durchdacht und geht schnell in Fleisch und Blut über.
Sony Ericsson P990i
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.Druckversion | Links zum Thema | Kommentare
-
Neue Sony-Ericsson-Handys: W760, W350i und Z555i
Walkman, Gesten-Steuerung und GPS-Navigation -
CeBIT 2008: Sony Ericsson stellt neuen Slider T303 vor
Kompaktes Einsteiger-Handy für 119 Euro kommt im Herbst -
Fünf neue Handys von Sony Ericsson
Neues Flaggschiff der Cybershot-Reihe mit 8,1-Megapixeln
Mehr über: Hardware, Mobiltelefon, Sony Ericsson, Testbericht
Links zum Thema
Jetzt sind Sie dran.
Kommentieren
Zweihand-Zwitter: Sony Ericsson P990i im Test von netzwelt.de steht unter einer Creative Commons-Lizenz. Sie dürfen die Texte für nicht-kommerzielle Zwecke nutzen, bei Angabe und Verlinkung der Quelle "netzwelt.de".
Klicken Sie hier für weitere Informationen
nach oben








