Anschlussfreudiger Unterhaltungsrechner im Hi-Fi-Design
Sony Vaio XL201 im Test: Wohnzimmer-PC mit HDMI
Sony will ins Wohnzimmer und die Vaio XL200-Serie soll dem japanischen Elektronikriesen dabei helfen. Was wie eine Mischung aus DVD-Player und Hi-Fi-Verstärker aussieht, ist in Wirklichkeit ein kompletter PC. Von "gewöhnlich" kann in puncto Ausstattung und Design allerdings keine Rede sein. XL sind vor allem die digitalen Unterhaltungsqualitäten: flotte Hardware, massig Anschlüsse und spieltaugliche Grafik.
Inhaltsverzeichnis
- 1Flotter Entertainer
- 2Gute Kontakte
- 3Brauchbares Zubehör
- 4Fazit
- 5Alle Daten auf einen Blick
Ein wenig aufgesetzt wirkt der potenzielle Wohnzimmer-PC schon - ein flaches, schwarzes Oberteil auf einer dicken, silbernen Basis. Edel wirkt er dennoch allemal. Obwohl es ganz den Anschein hat, lässt sich die Komponente mit dem optischen Laufwerk nicht abnehmen und als alleinstehender DVD-Player verwenden. Statt mit einer herkömmlichen Schublade werden CDs und DVDs direkt über einen schmalen Schlitz eingezogen. Für 1.000 Euro mehr gibt es das Top-Modell sogar mit Blu-ray-Laufwerk.
Inhalt
Unaufdringlicher Konsolen-Ersatz
Flotter Entertainer
Digitales Fernsehen via DVB-T empfängt der Vaio XL201 bereits von Hause aus, von Intel bekommt er außer einem flotten Zweikernprozessor der Core 2 Duo-Serie noch die Unterhaltungsplattform namens "VIIV" spendiert. Daneben erklärt eine Grafikkarte auf Basis von Nvidias GeForce 7600 GT die Spielkonsole für überflüssig. Zu den wichtigsten Besonderheiten des Home-Theater-PCs (HTPC) gehört ein unscheinbarer Anschluss auf der Rückseite: "HDMI" steht für "High Definition Multimedia Interface", die Schnittstelle für HDTV-Sendungen.
Normale Monitorausgänge gibt es erst gar nicht, bloß einen DVI-Adapter für digital angesteuerte Bildschirme. Allerdings bleibt der HDTV-Empfang zunächst nur theoretischer Natur. Denn dieser ist derzeit nur mit dem digitalem Satellitenfernsehen DVB-S2 möglich. Als Ersatz für die nur bedingt sofa-untaugliche Kombination aus Tastatur und Maus liegt neben einer Fernbedienung für das Windows Media Center noch ein schnurloses Keyboard mit eingebautem Touchpad bei.
Für ambitionierte Couch-Potatoes bringt derWohnzimmer-Vaio sehr gute Voraussetzungen mit.
Gute Kontakte
Schon die Anschlüsse hinter der massiven, aber etwas lockeren Frontblende können sich sehen lassen, darunter ein Kartenleser für die gängigsten Speichermedien wie Memory Stick, SD, CompactFlash, SMC, xD und MMC. Rechts daneben folgen zuerst zwei USB-Ports, eine i.Link- respektive FireWire-Steckdose sowie Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer (Line-Out). Abgerundet wird der frontale Kontaktreichtum durch Composite- und S-Video-Eingänge. Doch das ist noch längst nicht alles, was der XL201 zu bieten hat.
Auf der Rückseite erinnert kaum etwas an einen normalen PC, eher an einen A/V-Receiver. Letzteres lassen zumindest die zahlreichen Multimedia-Schnittstellen für Line-In, Line-Out, Audio, Video, S-Video, Komponenten-Video und Composite-Audio/Video vermuten. Zusätzlich stehen optische Ein- und Ausgänge sowie ein koaxialer Ausgang für S/PDIF bereit. Wer hier nicht seinen Anschluss findet, ist höchstwahrscheinlich falsch verbunden.
Sony Vaio XL201 im Test: Wohnzimmer-PC mit HDMI
Auch unter der Haube kann sich der Entertainer sehen lassen: leistungsstarker Core 2 Duo-Prozessor von Intel, spieletaugliche Nvidia-Grafik, ein Gigabyte Arbeits- und 250 Gigabyte Festplattenspeicher-
Im weitgehend kompletten Zubehörpaket fehlt eigentlich nur die DVB-T-Antenne.
Von hinten wie von vorne hat Wohnzimmer-Vaio eine Menge zu bieten, nicht nur optisch.
Was wie eine Mischung aus DVD-Player und Hi-Fi-Verstärker aussieht, ist in Wirklichkeit ein PC - aber kein gewöhnlicher.
Nicht ohne meinen Digitalanschluss: Wenn schon nicht HDMI, sollte der anzuschließende Bildschirm zumindest DVI besitzen.
Dank einer Fernbedienung und schnurlosen Touchpad-Tastatur müssen Couch-Potatoes für ihre Unterhaltung nicht einmal aufstehen.
In Sachen Optik und Verarbeitung fällt das etwas schmucklose Keyboard neben dem Hauptdarsteller merklich ab. Dafür arbeiten Tasten und Touchpad einwandfrei. Bei der Tastatur-Bedienung mit beiden Händen erweist sich der Mausersatz aber nicht als optimale Lösung.
Das Kühlkonzept hält neben der Abwärme auch die Geräuschkulisse auf einem angenenehmen Niveau.
Auf der Rückseite ähnelt der HTPC mehr einem A/V-Receiver als einem herkömmlichen PC.
Mehr der typischen PC-Technik zuzuordnen sind zwei weitere FireWire- und USB-Ports und Gigabit-Netzwerk. Wie ein aktuelles Notebook unterstützt der HTPC die drei wichtigsten WLAN-Standards, um sich auch einmal kabellos ins Internet zu stürzen. An die passende Antenne wurde ebenfalls gedacht, doch leider fehlt selbige für den integrierten TV-Tuner. Mit 250 Gigabyte ist der Speicherplatz nicht gerade üppig bemessen, für ein mittelgroßes Video-Archiv jedoch völlig ausreichend.
Unaufdringlicher Konsolen-Ersatz
Auch wenn ein Entertainer wie der Wohnzimmer-Vaio normalerweise andere Interessen vertritt, steht er einem gepflegten PC-Spielchen nicht im Wege. Obwohl die Mittelklasse-Grafikkarte nicht die schnellste ist, beschleunigt sie selbst anspruchsvolle Titel wie "Quake 4" oder "Half-Life 2" mit guten Qualitätseinstellungen noch absolut ruckelfrei. Das hat aber wiederum seinen Preis: Im Höchstfall zieht der XL201 bis zu 141 Watt aus der Steckdose, im Leerlauf noch 87 Watt.
Zum Vergleich: Der weniger spieltaugliche ichbinleise PC MP5 verbraucht zwar ebenso viel Energie, besitzt jedoch gleich drei TV-Tuner und eine über dreimal höhere Speicherkapazität. Dafür liegt der Vaio XL201 dank des Intel Core 2 Duo in jeder Leistungsmessung weit vorn. Vor allem für die Audio-, Video- oder Bildbearbeitung ein nicht zu verachtender Aspekt.
Von hinten wie von vorne hatder HTPC eine Menge zu bieten
In Sachen Akustik hat Sony seine Hausaufgaben gemacht, die Geräuschkulisse bleibt in jeder Situation unaufdringlich. Es bleibt bei einem leisen Brummen und Lüfterrauschen, wobei Letzteres je nach Belastung auch einmal etwas ansteigen kann. Nach außen hin bleibt die Wärmeentwicklung ausgesprochen gering. Da ein Großteil der Seitenflächen zur Be- und Entlüftung herhält, weht aus den perforierten Blenden auf der Rückseite lediglich ein leichter Föhn. Selbst auf der Unterseite wird das Gehäuse nur lauwarm.
Brauchbares Zubehör
Ohne Zweifel das Highlight auf der Zubehörliste markiert die kompakte Funk-Tastatur. Dort wo üblicherweise der Nummernblock sitzt, befindet sich als Mausersatz ein praktisches Touchpad mit zwei Tasten. Außer einigen Schnelltasten für E-Mail-Programm, Internet-Browser, Media Center und Standby-Modus verfügt sie noch über drei nützliche Lautstärkeregler am oberen Rand. Neben dem Einschaltschieber gibt ein schmales Display Aufschluss über den aktuellen Ladezustand der Batterien.
Gegenüber der schönen Designsprache des silber-schwarzen Hauptdarstellers fällt die Optik des Keyboards merklich ab und auch die Verarbeitung hinterlässt einen weniger wertigen Eindruck. Obwohl die Tastatur zwei Aussparungen für die Hände aufweist, gestaltet sich die Bedienung des Touchpads mit dem Daumen recht schwierig. Ein knaufähnliches Bedienelement wie bei Microsofts Remote Keyboard ließe sich bedeutend leichter handhaben.
Sony Vaio XL201 im Test: Wohnzimmer-PC mit HDMI
Auch unter der Haube kann sich der Entertainer sehen lassen: leistungsstarker Core 2 Duo-Prozessor von Intel, spieletaugliche Nvidia-Grafik, ein Gigabyte Arbeits- und 250 Gigabyte Festplattenspeicher-
Im weitgehend kompletten Zubehörpaket fehlt eigentlich nur die DVB-T-Antenne.
Von hinten wie von vorne hat Wohnzimmer-Vaio eine Menge zu bieten, nicht nur optisch.
Was wie eine Mischung aus DVD-Player und Hi-Fi-Verstärker aussieht, ist in Wirklichkeit ein PC - aber kein gewöhnlicher.
Nicht ohne meinen Digitalanschluss: Wenn schon nicht HDMI, sollte der anzuschließende Bildschirm zumindest DVI besitzen.
Dank einer Fernbedienung und schnurlosen Touchpad-Tastatur müssen Couch-Potatoes für ihre Unterhaltung nicht einmal aufstehen.
In Sachen Optik und Verarbeitung fällt das etwas schmucklose Keyboard neben dem Hauptdarsteller merklich ab. Dafür arbeiten Tasten und Touchpad einwandfrei. Bei der Tastatur-Bedienung mit beiden Händen erweist sich der Mausersatz aber nicht als optimale Lösung.
Das Kühlkonzept hält neben der Abwärme auch die Geräuschkulisse auf einem angenenehmen Niveau.
Auf der Rückseite ähnelt der HTPC mehr einem A/V-Receiver als einem herkömmlichen PC.
Fazit
Sony kann nicht nur gute Notebooks bauen, sondern braucht sich auch in puncto PC nicht vor der Konkurrenz zu verstecken. Massig Pluspunkte sammelt der Vaio XL201 vor allem durch sein vielfältiges Anschluss-Angebot, bei dem lediglich die USB-Ports etwas kurz kommen. Die Performance ist mehr als stimmig, sorgt allerdings auch für einen ordentlichen Stromhunger. Dafür arbeitet der Wohnzimmer-PC angenehm leise und lässt sich dank dem weitestgehend narrensicheren Windows Media Center kinderleicht bedienen. Positive Nebenwirkung: Sein auffälliges Design lässt ihn teurer aussehen, als er mit einem derzeitigen Mindestpreis von knapp über 1.300 Euro wirklich ist.

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