Die Fernseh-Revolution kommt als P2P-Stream
Kino auf Knopfdruck: IPTV mit Joost
Internetfernsehen
Alle Streamer sind gleich - Joost ist gleicher
Zwar nutzt Joost die P2P-Technologie für eine dezentralisierte und gemeinschaftliche Struktur, ähnlich wie auch die asiatischen Streamer es praktizieren. Davon abgesehen haben die beiden allerdings nichts miteinander gemeinsam: Wo Software wie PPlive oder TvAnts ambitionierte Nischenprogramme sind, zielt Joost auf den großen Markt. Interaktivität und Bedienkomfort werden groß geschrieben, Konfigurationsmenüs und der komplette technische Unterbau bleiben für den Nutzer unsichtbar.
Zudem umweht das Programm ein Hauch von Home Entertainment, denn die Optik von Joost bietet sich geradezu für einen HTPC und eine Media Center-Umgebung an: Alle Bedienelemente sind groß, transparent und unmissverständlich. Auffällig: Ein Kontextmenü gibt es nicht, die unter Windows oft genutzte rechte Maustaste bleibt bei Joost komplett außen vor.
Ein weiterer großer Vorteil ist, dass sich der Streamer fast ausschließlich OpenSource-Software bedient: Mozilla zeichnet für die Plattform verantwortlich, Apache hilft bei der Skalierung und OpenSSL in puncto Sicherheit und Verschlüsselung. Aus diesem Grund funktioniert Joost auch auf sämtlichen Plattformen: Windows XP macht mit Service Pack 2 keinerlei Probleme, auch Vista funktioniert einwandfrei - einzig die Installation der Freeware muss mit Administratorrechten durchgeführt werden.

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Mac und Windows laufen schon, Linux zieht bald nach.
Ein Problem unter den Microsoftschen Betriebssystemen könnte allerdings die begrenzte Anzahl der halboffenen TCP/IP-Verbindungsversuche sein: P2P-Anwendungen wie Joost bekommt eine Limitierung nicht gut. Ein netzwelt-Tutorial schafft Abhilfe. Auch Apple-Fans können in den Genuss des P2P-Streamers kommen, eine entsprechende Version ist im geschlossenen Beta-Test bereits verfügbar und lauffähig. Für die nahe Zukunft fest eingeplant ist zudem eine Variante für Linux.
Fazit: Revolution fraglich, Mehrwert sicher
Joost bring viele Ideen mit, um dem jahrelang prognostizierten Internetfernsehen endgültig zum Durchbruch zu verhelfen: Die Struktur und Aufmachung sind ebenso professionell wie die kreativen Köpfe dahinter, auch rechtlich scheint alles in trockenen Tüchern. Um die Streams kostenlos zu empfangen, erscheinen gelegentliche Werbeeinblendungen als akzeptabel.
Joost
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.Der Knackpunkt ist aber nach wie vor das Videoangebot: Hier konnte Joost zwar schon einige renommierte Produzenten gewinnen, noch stellen die Inhalte allerdings keine echte Alternative zum normalen Fernsehprogramm dar. Wenn sich das noch ändert, kommt die Revolution noch mal zur Sprache. Ansonsten - eine TV-Ergänzung mit interaktivem Mehrwert ist Joost allemal.
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