Kino auf Knopfdruck: IPTV mit Joost

Werbung in Joost: Innovative Investitionen

Der Client selbst macht sich mit 35 Megabyte nicht besonders breit auf der Festplatte, bedient sich allerdings schamlos am Arbeitsspeicher: 105 Megabyte reserviert Joost im laufenden Betrieb für sich - der Prozess taucht übrigens derzeit noch als tvprunner.exe auf. Dabei sorgt der verwendete H.264-Codec dafür, dass die heimischen Ressourcen nicht völlig überlastet werden: Die gegenüber MPEG-2 deutlich effizientere Codierung sorgt für ein flüssiges Bild und ist damit Vorreiter für geplante hochauflösende Inhalte. Derzeit schwankt die Bildqualität je nach Sendung zwischen gutem PAL- und schlechtem DVD-Niveau.

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Seit Veröffentlichung der ersten Testversion war klar, dass die Medieninhalte von Joost kostenlos auf den eigenen Rechner gestreamt werden sollen. Unklar war allerdings für lange Zeit, wie die Finanzierung ablaufen soll: Banner in der Senderliste, "Sponsored by"-Logos an allen Ecken und Enden oder gar traditionelle Werbeblöcke? Mittlerweile sind einige Ideen der Geldeintreiberei bekannt: Die Mischung macht's. Genauso wie Joost Internet und TV kombiniert, wird die Werbung aus altbekannten und interaktiven Elementen bestehen.

Eine Gruppe von etwa 30 Werbetreibenden wurde von Joost für die Premiere des Clients ins Boot geholt; unter ihnen auch Prominente wie United Airlines, Microsoft, Sony Electronics, Nestlé, Hewlett-Packard, Intel, Motorola, Lions Gate Entertainment und die United States Army. Diese Launch Partners dürfen sich in einer dreimonatigen Testphase austoben und die Inhalte von Joost mit Werbung füttern, um die Rentabilität der Plattform auszuloten.

Joost Werbung
Werbespots gibt es auch bei Joost (Klick vergrößert).

Es soll traditionelle Werbespots geben, die entweder vor den Stream geschaltet oder als Unterbrecher platziert werden. Da Joost aber aus der IP-Adresse der Zuschauer und ihren TV-Gewohnheiten ein Profil erstellen kann, wird der zugeschnittenen Werbung auf das Individuum große Bedeutung zugemessen. Der Interaktivität wird mit so genannten Hand-Raisern Genüge getan: An bestimmten Stellen während des Streams tauchen Symbole auf, die per Klick das Video überlagern und passende Werbung anzeigen - natürlich nur, wenn der Zuschauer auch klickt.

Welche anderen Werbeformate noch in Joost implementiert werden und ob sie in Bezug auf Menge und Größe eher akzeptiert oder abgelehnt werden, bleibt abzuwarten. In der geschlossenen Beta-Phase beschränkt sich die Werbung auf kurze Spots beim Senderwechsel und etwa zehnsekündige Unterbrecherwerbung nach einer knappen Viertelstunde Stream. Gewöhnungsbedürftig: Im Gegensatz zum normalen TV gibt es keinen Werbetrenner, der die Videoinhalte abgrenzt. Ein erstes Zugeständnis von Joost ist aber, nicht mehr als drei Minuten Werbung pro Stunde Stream zu schalten.

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