Ganz großes Kino in 24 Zoll
Eizo FlexScan S2411W im Test: Vorzeige-Flachbildschirm
Benjamin Schnitzler
Bei den wichtigsten Qualitätsmerkmalen wie Farbwiedergabe, Schärfe, Helligkeit und Blickwinkel erntet der 24-Zöller einen Superlativ nach dem anderen. Unterschiedlich helle Grautöne trennt er geradezu penibel voneinander, bei einem Grauverlauf über das gesamte Display kommen erst bei genauem Hinsehen sehr feine Längsstreifen zum Vorschein. Die hohe Helligkeitsangabe von 450 Candela kauft man dem S2411W auf den ersten Blick ab. Darüber hinaus toleriert er selbst extreme Sichtwinkel und wird dabei bloß ein wenig matter um die Bildfläche.
Mit seinen strahlenden und gleichmäßigen Farben legt das Eizo-LCD die Messlatte für die meisten Konkurrenten gleich um ein paar Stufen höher. Wer hier immer noch glaubt, eine spiegelnde Hochglanzfolie zu brauchen, sollte sich besser gleich an seinen Arzt oder Augenoptiker wenden. Experimentierfreudige sowie Grafik- oder Multimedia-Profis dürfen sich nach Herzenlust austoben: Zusätzlich zur Gamma-Korrektur in kleinen 0,2er-Schritten stehen unter anderem noch eine Sechs-Achsen-Farbkontrolle sowie weitere Konfigurationsmöglichkeiten für Tonwertkurve, Sättigung und Farbtemperatur zur Wahl.

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Durch den ArcSwing-Standfuß lässt sich das
Display schwungvoll bis zur Tischplatte absenken.
Es spricht zwar nichts dagegen, den S2411W ausschließlich als arbeitstägliches Nutztier einzusetzen, doch damit wäre ein großes Talent verschwendet. Denn in den digitalen Formen der Freizeitgestaltung macht das Breitbild erst richtig Spaß. Besonders bei Videos wirkt der zuschaltbare Kontrastverstärker wie eine Art Nachbrenner, der dem ohnehin recht exklusiven Erlebnis nochmals eine Steigerung verpasst. Wie bei allen bisher getesteten PC-Flachbildschirmen entsteht bei der Bewegtbild-Wiedergabe in geringerer Auflösung eine gewisse Grobkörnigkeit. Doch dem hat der 24-Zöller mehr als nur eine üppige Farbenpracht entgegenzusetzen:
Und zwar die eingangs erwähnte Umrissverstärkung, die, anders als der Name vermuten lässt, aber nicht nur Umrisse verstärkt. Ähnlich wie bei einem Grafikbearbeitungsprogramm à la Gimp oder Photoshop werden damit die Strukturen und Konturen von Bildinhalten entweder schärfer oder weicher gezeichnet, bloß dass hier der Monitor allein die Arbeit übernimmt. Vor allem bei durch Komprimierung hervorgerufenen Bildfehlern erweist sich der Weichzeichner als echter Heilsbringer. Allerdings reicht dieser leider nicht aus, um bei PC-Spielen die Kantenglättung der Grafikkarte abzulösen.
Eizo FlexScan S2411W im Test: Vorzeige-Flachbildschirm
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.In puncto Spieltauglichkeit steht der S2411W seinem Vorgänger in keinster Weise nach. Eizo bescheinigt ihm unter bestimmten Bedingungen sogar eine zwei Millisekunden schnellere Reaktionszeit, was das bloße Auge jedoch nicht wahrnimmt. Beim Zocken ist er dennoch eine wahre Augenweide, was angesichts des enormen Kontrastreichtums und der hohen Helligkeit nicht gerade an ein Wunder grenzt. Konzentriertes Hinsehen offenbart eine leichte Bewegungsunschärfe bei schnellen Spielszenen, die wahrscheinlich nur sensiblen Hardcore-Gamern negativ auffallen dürfte.
Bisher gelang es noch keinem Widescreen-Display auf dem netzwelt-Prüfstand, den Eizo FlexScan S2410W vom Thron zu stoßen. Jetzt schafft es ausgerechnet ein Konkurrent aus den eigenen Reihen. Geblieben ist leider der hohe Preis von über 1.000 Euro, der dafür immerhin eine fünfjährige Garantie enthält. Der überarbeitete Nachfolger hat in Sachen Bildqualität und Funktionsumfang einfach noch ein bisschen mehr drauf. Wenn das Auge wirklich mitisst, dann ist der FlexScan S2411W ein Festmahl.
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