Verkehrte Netzwelt: Irgendwie Inzucht
Kennen Sie den schon?
In der "Verkehrten Netzwelt" ist fast alles erlaubt, umso unverständlicher, dass mir immer noch nichts einfallen mag. Wie kann ich Sie denn jetzt unterhalten, ist überhaupt noch jemand da? Eigentlich sollten solche Texte einem Test-Publikum vorgelesen werden, um erste Reaktionen und die Lacher-Dichte erfassen zu können.
Wie wäre es denn hiermit: Was ist eine Mailbox? Eine Schlägerei zwischen zwei Postbeamten (Reaktion des Testpublikums: Beschämtes Zurseiteschauen, hinten links hat jemand kurzzeitig mit den Mundwinkeln gezuckt).
Oder der hier: Was haben ein Revolver und Windows Vista gemeinsam? Ungeladen sind beide ungefährlich. (Redaktion des Testpublikums: Gähnende Stille, irgendjemand muss Stecknadeln mitgebracht und diese fallen gelassen haben).
Klatsch und Tratsch läuft ja auch immer gut, vielleicht sind Sie an ein paar redaktionsinternen Geheimnissen interessiert? Wussten Sie beispielsweise, dass unser Podcaster Konstantin kein Mensch aus Fleisch und Blut, sondern in Wirklichkeit eine computergenerierte Stimme aus dem Rechner ist, die gesamte Redaktion aus steuerlichen Gründen in Tuvalu ansässig ist und "netzwelt" rückwärts gelesen "tlewzten" heißt und Google dazu tatsächlich spiegelverkehrte Ergebnisse hervorbringt?
Oder dass es jeden ersten Freitag im Monat eine Art "Back to Nature"-Special gibt, bei dem sämtliche Redakteure sich die Klamotten vom Leibe reißen... (Offenes Staunen im Testpublikum und entzückte Zwischenrufe, so könnte es funktionieren, ist mir dann aber doch zu plump).
Die ersten Kollegen verlassen langsam das Redaktionsgebäude und verabschieden sich ins Wochenende, nur auf meinem Schreibtisch brennt weiterhin das Licht. Wenigstens steht der Titel jetzt fest: Irgendwas mit Inzucht. Das klingt anrüchig, böse, verrucht. Mal sehen, was sich daraus stricken lässt...

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