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03.02.2007
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Wie das Internet die Medien beeinflusst

Massenmedien im Wandel: Das Radio

Internet & Netzwelt

Journalismus als Nische?

Möglicherweise ist das Gegenteil der aktuellen Entwicklung der Heilsbringer für das Radio. Statt immer mehr Hits und immer weniger gesprochenen Beiträgen und Nachrichten, könnte die Umkehrung dieser Entwicklung die Lösung sein. Denn der Markt zeigt, dass der moderne Nutzer dank MP3-Player seine gesamte Musiksammlung immer bei sich trägt. "Nonstop-Superhits" aus den Mainstreamcharts locken den medieninteressierten Jugendlichen nicht aus der Reserve.

Die junge, gebildete und medienkompetente Zielgruppe will qualitative Inhalte. Hier kann das professionelle Radio etwas bieten, das gewöhnliche Podcasts nicht haben: redaktionelle Inhalte. Nachrichten, Reportagen, Dokumentationen. Dinge, die Podcaster mit dem Mikrofon vor dem Rechner kaum selbst machen können.

Rüdiger Malfeld vom WDR ist sich sicher, dass beides Bestand haben wird. Der lineare Programmablauf des Rundfunks, die "von anderen Leuten gestaltete Wundertüte", genauso wie das selbst zusammengestellte Audiopaket. Eventuell wäre eine Mischung aus personalisierten Playlisten wie bei Pandora und aus redaktionellen Einspielern und Moderationen ein goldener Mittelweg.

Neue Konzepte

Ein mögliches Konzept zeigt ein Livestream des WDR-Jugendsenders "Einslive". Unter dem Namen "1Live Kunst" wird eine Mischung der chart-unabhängigen Popmusik der Einslive Abendstunden mit Kulturbeiträgen von anderen WDR-Töchtern gemischt. Damit visiert das Konzept exakt die junge, gebildete Zielgruppe an, die von den Podcasts erreicht werden.

Die öffentlich-rechtlichen Sender nutzen das Internet verstärkt zur Zweitverwertung. Interessante Berichte und Sendungen sind online abrufbar, um sie jederzeit nutzen zu können. Aus dem Kinderprogramm von WDR 5 ensteht ein eigener Kinderstream "Kiraka" und für Migranten entsteht ein türkischsprachiger Stream "Kölnradiyosu.net", der rund um die Uhr in einer sich wiederholenden Schleife gesendet wird. Der Hörer muss seinen Tag so nicht nach dem Programm gestalten, sondern die für ihn interessanten Inhalte sind immer verfügbar.

Ganz verdrängt wird das professionelle Radio also nicht, es muss sich seinen Platz im Medienkonsum lediglich mit mehr Konkurrenz teilen und neue Konzepte erarbeiten. Dem 08/15-Hitradio droht jedenfalls das Aus. Musik als persönlich zugeschnittenes Paket und interessante Wortbeiträge aus Kultur, Nachrichten oder Politik als Download: Das könnte die Zukunft sein.


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