Massenmedien im Wandel: Das Radio

Phänomen Podcasting

Podcasts, Hörbücher und Webradio sind die aufstrebenden Konkurrenten des Radios und sorgen für die "Renaissance des Zuhörens", wie Malfeld es begeistert nennt. Die technischen Möglichkeiten, wie MP3-Player oder Streamingclients für zu Hause, bringen die Inhalte des Internets in den Alltag. Es gibt Geräte, die funktionieren und aussehen wie normale Radios, aber direkt auf das Internet zugreifen.

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Malfeld nennt diese Geräte als Hauptgrund für die Durchsetzung der Radioalternativen. Denn sie dienen als verlängerter Arm des Internets. Geräte mit "vernünftigen Displays", die umfassende Informationen anzeigen können, habe man sich im Hörfunk lange gewünscht. Jetzt sind sie da, allerdings für Webinhalte.

Jesko Kaltenbaek, Medienwissenschaftler an der FU Berlin: "Solche Radio-on-Demand-Angebote werden eher zur gezielten Informationssuche eingesetzt als das klassische Radio". Die Nutzer von Podcasts hören wesentlich selektiver und bewusster als Hörer des konventionellen Radios. Bestimmen, was man hören will und vor allem auch wann. Den Radiostationen stößt diese Entwicklung bitter auf: Laut der "Podcastumfrage" der Webseite "markendreiklang" hören 47 Prozent der Podcastnutzer weniger Radio, seit sie die Audiodownloads nutzen.

Kaltenbaek sieht vor allem die einfache Verbreitung als Grund für den Erfolg der Podcasts. Wie die Newsreader früher zu Zeiten der Newsgroups, laden Podcatcher die neuesten Dateien der abonnierten Feeds herunter. Neben den per RSS abonnierten Podcasts gibt es noch Audioblogs, regelmäßige Erscheinungen, die jedoch nur auf einer bestimmten Webseite heruntergeladen werden können, statt sich per RSS zu verbreiten.

Der Medienwissenschaftler unterscheidet zwischen drei Untergruppen von Podcast-Nutzern: Die erste nutzt Podcasts lediglich als Ergänzung zum klassischen Hörfunk. Die zweite Gruppe besteht aus den Musikfans, die über Podcasts neue Bands kennen lernen wollen. Kultur und Comedy auf Abruf sind die Motivation der dritten Gruppe. Der Großteil der frühen Podcasts bestand aus trivial wirkenden Audiotagebüchern, in denen die Sprecher die Hörer an ihrem Leben teilhaben ließen.

Die heutige Bandbreite des explodierenden Marktes ist weitaus breiter gefächert. Neben Lifestyle und Kultur existieren Comedyinhalte, Musiker stellen Eigenkompositionen vor, öffentlich-rechtliche Sendeanstalten bieten Nachrichten zum Download an. Andere Varianten vermitteln Wissen, beispielsweise in Form von Audiosprachkursen. "Den" klassischen Podcast gibt es also nicht.

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Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 2 Beiträge

Hi Konstantin! In Zukunft wird das sicher möglich sein. Zumindest über digitale Übertragungswege. Mit dem analogen Kurzwellenfunk sicherlich nicht. Per RDS können die Radios ja heute schon...

Das würde ich mir wünschen (vielleicht gilt das ja auch für andere): Ich höre eigentlich gerne Radio. Was mich jedoch nervt und was mich zum Ab- oder Umschalten bewegt: Lieder, die ich nicht leiden...

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