Betty TV: Sofameilen für gläserne Zuschauer

Daten- und Verbraucherschutz

Weitere Daten sammeln dann die Betty-Events ein: Haben Sie beispielsweise an einem Sportquiz teilgenommen, wird ein Sportbekleidungshersteller Ihnen möglicherweise sein neuestes Produkt auf dem Betty-Display vorstellen wollen. An Turnschuhen haben Sie doch kein Interesse? Vielleicht bietet Ihnen zur nächsten Bundesliga-Zusammenfassung die lokale Brauerei via Betty eine Warenprobe an. Von Nutzerprofilen will Euchenhofer jedoch nichts wissen: "Wir speichern lediglich Kontaktdaten und den Sofameilen-Kontostand."

Auch hat Betty angeblich keine Möglichkeit, die Nutzungsdauer von Fernsehsendern aufzuzeichnen. "Wir können und werden das TV-Verhalten der Nutzer nicht aufzeichnen", beteuert Euchenhofer. Datenschutz-Expertin Hansen und Beta-Tester Weber trauen dieser Aussage nicht so recht. "Auch wenn man nicht an Betty-Events teilnimmt, füllt sich die Log-Datei auf der Fernbedienung", hat Weber beobachtet. Schließlich wäre für Fernsehsender und Werbetreibende sicher interessant, bei welcher Sendung der Nutzer wegschaltet hat oder welcher Themenblock seine Aufmerksamkeit besonders lange fesselt.

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Obwohl einige Schutzmechanismen vorhanden sind, wird Betty nicht gerade zum Liebling der Daten- und Verbraucherschützer avancieren. So lässt sich für kostenpflichtige Events und Bestellungen etwa ein Tageslimit in Höhe von zehn Euro einrichten; auch gibt es eine Kindersicherung, die solche Events mit einer PIN-Nummer absichert. Bei allen anderen Events lässt sich allerdings nicht verhindern, dass Betty auch von Kindern fleißig Daten sammelt.

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Probenbestellung bei Betty (Klick vergrößert)

Die gesammelten Kundendaten werden nach eigenen Angaben von Betty TV vertraulich behandelt - schließlich gilt auch hier das Bundesdatenschutzgesetz. Die Abwicklung des Zahlungsverkehrs hat Betty an die acoreus AG ausgelagert. Diese behält sich vor, Daten mit der Creditreform Consumer GmbH, kurz CEG, auszutauschen, die wiederum eine Datenbank zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit pflegt.

Im Vergleich mit der Computerwelt ließe sich die Funktionsweise von Betty je nach tatsächlicher Datenübermittlung und -Sammlung irgendwo zwischen Cookie und Trojaner ansiedeln. Zwar hat der Betty-Nutzer auch die Möglichkeit, seine Daten gar nicht erst anzugeben, doch die AGB muss er akzeptieren, um die Fernbedienung überhaupt nutzen zu können. Auch ist die Installation des Telefonmodems Voraussetzung, weiß Weber zu berichten. "Ohne angeschlossenes Modem funktioniert Betty nicht länger als einen Tag."

Fazit: Muss nicht sein

Direktmarketing, Zielgruppen-Targeting und Kundenbindung kombiniert mit Bequemlichkeit und Berieselungs-Mentalität zum Feierabend - Betty ist ein optimales Instrument, den Abstand zwischen Werbe-Empfänger und Konsument zu verkleinern und damit das beworbene Produkt an die Frau oder den Mann zu bringen. "Als Betty-Nutzer wird man geradezu verführt", glaubt Hansen. "Das ist in Ordnung, wenn jemand damit umgehen kann. Vielen wird allerdings nicht bewusst sein, was mit ihren Daten geschehen kann."

Zwar sammelt Betty nicht mehr persönliche Daten als andere Bonusprogramme auch, doch mit dem TV-Commander in der Hand ist die Verbindung des Zuschauers mit der Werbewelt wesentlich direkter. Wer gerne mit der Fernbedienung spielt und sein schwer verdientes Geld nicht allzu locker sitzen hat, sollte sich hüten, seinen Finger allzu locker am Abzug - Pardon, auf der Betty-Fernbedienung - liegen zu haben. Oder die geschwätzige Dame gar nicht erst in sein Wohnzimmer lassen.

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Sorry wenn ich dieses alte Thema wieder aufwärme, habe heute eine Betty geschickt bekommen die ich im Preisausschreiben gewonnen habe. Wenn ich die blocs lese habe ich irgendwie gemischte Gefühle von...

Sehr interessant ist auch, wie die Mitarbeiter der Herstellerfirma undercover die Vorzüge des Produktes im Netz anpreisen / angepriesen haben. Insofern bin ich bei sehr positiven Kommentaren gegenüber...

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