Betty TV: Sofameilen für gläserne Zuschauer

Wer zahlt? Wer profitiert?

Die Empfangskomponente arbeitet laut Betty-TV vom Kabelanschluss bis zum Satellit mit allen Fernseh-Empfangsarten zusammen. Der Rückkanal funktioniert dagegen nur über die analoge Telefonleitung. ISDN-Nebenstellenanlagen stellen für Betty zwar keine Hürde dar, mit Voice-over-IP-Verbindungen kommt sie allerdings nicht zurecht. An einer VoIP-TK-Anlage muss Betty so geschaltet werden, dass sie über die analoge Leitung Anrufe absetzen kann.

Wer also beispielsweise das Triple-Play-Angebot eines Kabelnetzbetreibers nutzt oder zukünftig auf die entkoppelte DSL-Leitung umsteigt, kann mit Betty nach derzeitigem Stand der Technik nichts anfangen. Zumindest aber braucht sich der Nutzer laut Betty-Sprecherin Martina Euchenhofer keine Gedanken über belegte Leitungen zu machen: "Die Datenübertragung dauert pro Event nicht länger als fünf Sekunden."

Werbung

An Telefon- oder Abo-Gebühren verdient Betty TV nicht - alle Verbindungen werden auf kostenfreie Telefonnummern geschaltet. Die Einnahmen kommen von anderer Stelle: "Zwei Drittel der Betty-Inhalte sind kostenfrei, ein weiteres Drittel wird aus kostenpflichtigen Zuschaueraktionen wie Votings, Gewinnspielen und Info-Diensten zusammengestellt", resümiert Euchenhofer. "Die Kosten sind auf derzeit 50 Cent pro Event beschränkt - also nicht mehr, als SMS oder Anruf heute kosten.“ In dieser Hinsicht unterscheiden sich Betty-Votings nicht von klassischen Call-In-Formaten.

Insgesamt 30 Prozent des Inhalts soll außerdem aus Werbung bestehen. "Von dieser Quote sind wir derzeit noch weit entfernt", so Euchenhofer. "So kurz nach der offiziellen Markteinführung muss die Werbeindustrie Betty erst noch für sich entdecken." Innerhalb der Werbebotschaften kann der Zuschauer nicht nur weiteres Informationsmaterial, sondern teilweise auch das beworbene Produkt direkt anfordern. Gezahlt wird per Kreditkarte, Telefonrechnung oder Lastschriftverfahren.

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Produktbestellung bei Betty (Klick vergrößert)

Die Art der Zahlungsmethode kann der Nutzer in seiner Betty-Fernbedienung speichern, um Zahlungsmethode und Kontaktdaten bei Bestellung automatisch an den Anbieter des Produkts weiterleiten zu können. "Betty gibt nur solche Kundendaten weiter, die zur Erfüllung des Kundenauftrags zwingend benötigt werden", versichert Euchenhofer. "Bestellt der Nutzer eine Warenprobe, geben wir nur die Postanschrift weiter. Ordert er eine E-Mail, erhält der Vertragspartner lediglich die E-Mail-Adresse."

Für die Teilnahme an manchen Betty-Events oder für Einkäufe erhält der Nutzer so genannte Sofameilen, die der Währung klassischer Bonusprogramme entsprechen. Sofameilen lassen sich außerdem im Verhältnis 14 zu eins gegen Digits umtauschen. Diese Sammelpunkte können dann wiederum gegen Prämien oder Vergünstigungen bei den "Happy Digits"-Partnern eingetauscht werden. Unter den Prämien befindet sich unter anderem - und wer hätte das gedacht - ein Betty-Set für 3.990 Digits.

Gezielte Werbung: Trojaner auf dem Sofa?

Auch für den Betreiber muss Betty keine Einbahnstraße sein. "Mit den übermittelten Daten kann der Betreiber Nutzerprofile erstellen", gibt Marit Hansen vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein, kurz ULD, zu bedenken. Darauf weist auch Info-Material auf der schweizerischen Betty-Homepage hin. Betty ermöglicht so den Werbetreibenden, genau definierte Zielgruppen anzusprechen, was Kosten und Streuverlust in Grenzen halten soll. "In der Schweiz gilt natürlich anderes Recht als in der EU, aber das Potenzial ist vorhanden", resümiert Hansen.

Während die Sendezeit eines Werbe-Events - passend zu Filmszene oder TV-Spot - noch allgemeingültig ist, können Werbetreibende mögliche Kunden nach Region, Interessen oder den so genannten sozio-demographischen Merkmalen adressieren - zumindest in der Schweiz. Dazu zählen im Allgemeinen Alter, Geschlecht, Einkommen, Beruf, Wohnsituation und Anzahl der Kinder im Haushalt. Einen kleinen Teil dieser Information gibt der Nutzer schon Preis, wenn er bei der Betty-Installation sämtliche Felder ausfüllt. So fragt die fleißige Fernbedienung neben Name und Kontaktdaten auch das Alter ab.

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Sorry wenn ich dieses alte Thema wieder aufwärme, habe heute eine Betty geschickt bekommen die ich im Preisausschreiben gewonnen habe. Wenn ich die blocs lese habe ich irgendwie gemischte Gefühle von...

Sehr interessant ist auch, wie die Mitarbeiter der Herstellerfirma undercover die Vorzüge des Produktes im Netz anpreisen / angepriesen haben. Insofern bin ich bei sehr positiven Kommentaren gegenüber...

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