Ergonomische Radikalkur ohne Kabel
Mäuse, Tastaturen, Zubehör: M-M-Monster-Maus! Microsoft Natural Wireless Laser 6000 im Test
Was ist groß, fast kugelrund und animiert zum Anfassen? Gemeint ist kein gedopter Riesenhamster, überfüttertes Angora-Kaninchen oder speziell gezüchtetes Sumo-Meerschweinchen. Die Microsoft Natural Wireless Laser 6000 nagt allenfalls an Mousepad-Kilometern. Und das soll dank außergewöhnlicher Bauweise besonders ergonomisch vonstatten gehen. Schon auf den ersten Blick besteht kein Zweifel - schräger und klobiger geht es kaum.
Inhaltsverzeichnis
- 1Besser schräg als nie
- 2Handfeste Verarbeitung
- 3Fazit
- 4Auf der nächsten Seite: Technische Daten und Bewertung
Bei diesem Monstrum einer Maus auf dem Schreibtisch ist die optische Aufmerksamkeit so gut wie sicher, die verbale dürfte sich im Regelfall auf ein ungläubiges "Was ist das denn?!" beschränken. Kein Wunder, denn von Unter- bis Oberkante beträgt die Höhe über sechs Zentimeter. Damit gelingt es sogar großen Händen kaum, das an einen angebissenen Apfel erinnernde Gehäuse komplett zu umfassen. Interessant ist das für Microsoft-Verhältnisse ausgesprochen radikale Design allemal, doch was taugt es in der Praxis?
Der Ergonomie-Extremist ist nicht nur größer,sondern auch "schräger" als normale Mäuse.
Besser schräg als nie
Wer als langjähriger Autofahrer auf das Motorrad umsteigt, stellt schnell fest, dass hier ohne Schräglage gar nichts geht und schon gar nicht fährt. Ähnlich ergeht es dem Tester beim Erstkontakt mit der Natural Wireless Laser Mouse 6000. Im Gegensatz zur herkömmlichen Mausnavigation muss das Handgelenk viel stärker nach rechts abgeknickt werden, womit es wohl kaum ein Eingabegerät geben dürfte, das in linken Händen eine schlechtere Figur abgibt.
Selbst geübte Tester brauchen geschlagene Stunden, bis sie endlich dazu in der Lage sind, eine professionelle Aussage zur Ergonomie zu treffen. Doch mit jedem zurückgelegten Maus-Meter geht das Steuern leichter von der Hand und der anfängliche Krampfanfall weicht zunehmender Entspannung. Kleine Hände dürften mit den extremen Dimensionen allerdings im wahrsten Wortsinne überfordert sein.
Microsoft Natural Wireless Laser Mouse 6000 im Test
Mit einer gewöhnlichen Maus hat dieses klobige Exemplar nicht viel gemein.
Unter der Maus arbeitet ein präziser Laser-Sensor mit 1.000 dpi, aber auch ein Trio kratziger Gleitfüßchen mit hohem Widerstand.
Eine Ladestation gibt es nicht, dafür ein ausdauerndes Energie-Management.
Normale Mäuse erleiden neben der Natural-Maus Minderwertigkeitskomplexe.
Angesichts eines hohen Gewichts von satten 170 Gramm hat der Maus-Dompteur sehr schwer zu schleppen, mehr Ballast brachte selbst die Logitech MX 1000 nicht auf die Waage. Immerhin lässt sich eine der beiden Batterien herausnehmen. Eine Ladestation wie beim kürzlich getesteten Alu-Eingeber Microsoft Wireless Laser Mouse 8000 gibt es leider nicht. Doch auch nach mehrmonatigem Dauertest signalisiert die Software noch guten Ladestand, die integrierte Status-LED bleibt dunkel.
Leichter als gedacht
Anders als bei vielen Gamer-Mäusen erfolgt das Steuern der Natural Wireless Laser 6000 mehr mit der ganzen Hand und dem Gelenk als den Fingerspitzen. Dadurch, dass sie fast komplett umgriffen wird und dem Benutzer somit viel Kraft zur Verfügung steht, fällt der Umgang mit dem hohen Gewicht bedeutend leichter als erwartet. Zumindest im Windows-Betrieb kommt es weder zu frühzeitigen Ermüdungserscheinungen noch zu fiesem Muskelkater am nächsten Morgen.
Ein anderes Bild zeichnet das Schwergewicht hingegen beim Spielen. Besonders bei schnellen Ego-Shootern wirkt das Ansprechverhalten etwas träge und ungenau, obwohl der Laser-Sensor sonst eine angenehm hohe Präzision an den Tag legt. Als reines Arbeitstier fühlt sich die schnurlose Maus immer noch am wohlsten. Dazu leisten auch die umfangreichen Einstellmöglichkeiten von Microsofts "IntelliPoint"-Software einen großen Beitrag. Weniger schön sind die lauten Kratzgeräusche und der hohe Widerstand der Mausfüßchen.
Eine Ladestation gibt es nicht, dafürsind nur selten frische Batterien nötig.
Handfeste Verarbeitung
Unbeschwerter als in der Mulde aus transparentem Gummi könnten rechte Daumen kaum liegen. Schwer gestaltet sich lediglich das Wegrutschen auf der griffigen Oberfläche, auch die in die Oberschale integrierte linke und rechte Maustaste liefert ausgezeichneten "Grip". Praktisch sind die zwei linken Zusatztasten beispielsweise beim Vor- und Zurückspringen zwischen Websites, weniger praktisch hingegen ihre ungünstige Platzierung für den rechten Daumen, der im Vergleich zu anderen Mäusen eine erheblich längere Strecke zurücklegen muss.
Da augenscheinlich dasselbe Vier-Wege-Mausrad zum Einsatz kommt wie bei der beidhändig verwendbaren Wireless Laser Mouse 8000, fällt auch das Urteil vergleichbar aus: die "mittlere Maustaste" zu schwergängig, der seitliche Bildlauf zu sensibel. Ob die fehlende Rasterung beim Scrollen gefällt oder nicht, ist reine Geschmackssache. Bei langen Listen leistet das Rädchen gute Dienste, bei kurzen Drehern fehlt es an Zielgenauigkeit. Insgesamt verdient die Verarbeitung dennoch das Prädikat "wertig".
Microsoft Natural Wireless Laser Mouse 6000 im Test
Mit einer gewöhnlichen Maus hat dieses klobige Exemplar nicht viel gemein.
Unter der Maus arbeitet ein präziser Laser-Sensor mit 1.000 dpi, aber auch ein Trio kratziger Gleitfüßchen mit hohem Widerstand.
Eine Ladestation gibt es nicht, dafür ein ausdauerndes Energie-Management.
Normale Mäuse erleiden neben der Natural-Maus Minderwertigkeitskomplexe.
Fazit
Vorsicht, diese Maus polarisiert - entweder man hasst oder liebt die Microsoft Natural Wireless 6000. Wer auf ein konventionelles Eingabegerät spekuliert, wird beim Ergonomie-Extremisten bestimmt nicht fündig. Mit einer guten Portion Unvoreingenommenheit und Geduld ist dennoch eine konstruktive Beziehung zwischen Maus und Benutzer möglich.

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