Unterstützer und Beschützer des Microsoft-Monopols
Rückendeckung: Die beste Freeware für Windows Vista
Moritz Zielenkewitz
Auch für Audiodateien ist Microsofts Abspielstation überdimensioniert; Winamp oder der noch minimalistischere foobar-Player erledigen den Job bedeutend besser und ressourcenschonender. Falls ab und zu Audio-CDs erstellt oder Datensicherung per DVD betrieben werden soll, irritiert der Vista-eigene Brenner sehr. Denn es gibt hier keine eigene Programmoberfläche, die Dateien werden einfach im Windows Explorer auf das DVD-Laufwerk verschoben. Wird dann der Rohling ausgeworfen, beginnt der Brennvorgang. Eigentlich praktisch, in der Praxis aber verunsichernd und zudem nicht sehr gut anzupassen. Da lohnt schon eher der Griff zum kostenlosen Deep Burner, der sogar ISO-Images erzeugen kann.
Internet: Von Füchsen und Raubvögeln
Das Babysitting geht auch in Sachen Internet weiter: Zwar wirbt der neue Internet Explorer 7 mit einem verbesserten Phishing-Filter und sieht vistamäßig gut aus. Doch damit kommt der Browser weder an die vielen praktischen Features von Opera noch an die Unmengen von Erweiterungen des Mozilla Firefox heran. Zudem ist beim Internet Explorer die Windows-eigene Live Search voreingestellt, die im Vergleich mit Google nicht wirklich überzeugen kann. Aus dem Hause Mozilla sollte direkt noch der Thunderbird als E-Mail-Client mitgenommen werden. Er sieht zwar im Vergleich zum neuen Live Mail schlichter aus, ist aber durch Addons ebenfalls aufrüstbar.
Office: Werkzeug für das elektonische Büro
Meistens ist der Computeralltag von Arbeit und Bürotätigkeiten geprägt. Doch nicht jeder hat Geld und Lust, mehrere Hundert Euro für die neue Microsoft Office 2007 auszugeben - und nur mit WordPad schreibt es sich auf Dauer schlecht. OpenOffice ist hier wie schon bei XP erneut die Lösung: Text- und Tabellenverarbeitung sind in diesem kostenlosen Paket ebenso enthalten wie ein Präsentationstool. Mit PDF-Dokumenten kann Vista zu Beginn wenig anfangen. Doch der schnelle Griff zum Adobe Reader ist nicht der beste: Foxit heißt der klare Favorit von netzwelt, der PDFs schneller öffnet und weniger Platz auf der Festplatte beansprucht. Wer viel entpackt, wird auf Dauer mit dem Vista-Extrahierer unzufrieden, der nur im Explorer arbeitet. Zeit für 7-ZIP.
Zum schnellen Durchklicken reicht die Fotogalerie von Windows Vista meistens, Skalierung oder Formatkonvertierung sind allerdings nicht drin. Abhilfe schafft hier der schlanke Betrachter IrfanView. Wenn wirklich Fotos oder Grafiken bearbeitet werden müssen, ist Paint sicherlich nicht die beste Wahl. Mehr Sinn macht da die Freeware GIMP. Im netzwelt-Archiv gibt es sogar eine portable Version, bei der das Programm nicht einmal installiert werden muss; ein Doppelklick startet GIMP direkt nach dem Download. Auf diese Weise wird auch das GTK Runtime Environment überflüssig, nach dem GIMP sonst verlangt.
Ausblick: Weitere Verbesserungen nicht ausgeschlossen
Mit den vorgestellten kostenlosen Programmen können zwar viele Kinderkrankheiten von Vista ausgemerzt werden, das Optimum ist aber noch nicht erreicht. Erst wenn eine Art XP-Antispy auch für das neue Windows erscheint, können bereits vorhandene und obsolet gewordene Microsoft-Dienste zuverlässig deaktiviert werden. Großes Interesse herrscht auch bei vLite: mit diesem Tool kann Windows Vista bereits vor der Installation aufgeräumt und verkleinert werden. Denn ein Media Player, der gar nicht erst installiert wird, muss danach auch nicht umständlich abgeschaltet werden. Dass Microsoft zukünftig in Sachen Monopolisierung erwachsen wird, darf bezweifelt werden. Solange es aber ausgezeichnete Programme für lau gibt, kann Windows gerne weiter im Kindergarten spielen. Mit Erziehern und Aufpassern aus der Freeware-Fraktion.
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