Dreaming of Dakar
Der Link-Wink: Mit der Webseite zur Rallye Dakar
Christoph Scholl
Über 9.000 Kilometer ist die Strecke der Rallye Dakar lang. Das härteste Wüstenrennen der Welt durchquert dabei zwei Kontinente, sieben Länder und jede Menge Dreck, Staub und Wüstensand - ein wahres Paradies für Motorsportfans also. Motorsportfans wie Daniel Botz und Daniel Puschina, die sich nichts auf der Welt mehr wünschen als an der Rallye Dakar 2008 teilzunehmen. Leider fehlt den beiden Österreichern das nötige Kleingeld von mehreren hunderttausend Euro dazu.
Nachdem sich die findigen BWL-Studenten den Kopf darüber zerbrochen haben, wie man am schnellsten an den Zaster für die Rallye kommt, kamen sie auf die Idee eine Internetseite ins Leben zu rufen, die genau das für sie erledigt. "Dreaming of Dakar" heißt das Online-Projekt, das seit Herbst letzten Jahres im Netz zu finden ist. Die Idee der beiden Daniels: Per Internet werden Werbeflächen für das Rally-Fahrzeug verkauft. Das hört sich erst einmal ziemlich unspektakulär an. Das Besondere ist jedoch die Größe der Werbeflächen: Gerade einmal 2,5 mal 2,5 Zentimeter sind sie klein. Sollte das Fahrzeug so wie von den beiden Studenten geplant an den Start gehen, wäre es übersäht mit winzigen Buttons von bis zu 20.000 Werbekunden.

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Dreaming of Dakar: Mit etwas Glück sieht der fertige Rally-Wagen so oder so ähnlich aus.
Die Fahrzeuge der Dakar-Rallye werden meist aus dem Helikopter gefilmt, sodass die einzelnen Logos der Unternehmen nicht besonders gut zur Geltung kämen. Abhilfe wollen die beiden zukünftigen Wüsten-Fahrer durch eine Fahne schaffen, die auf dem Dach des Fahrzeuges weht und auf der - auch aus dem Helikopter gut sichtbar - die Internetadresse des Online-Projektes aufgedruckt ist. Auf der Webseite sind dann noch mal alle Sponsoren aufgelistet und können per Link aufgerufen werden.
6,25 Quadratzentimeter Werbefläche ab 75 Euro
Fast die gesamte Karossiere ist in Rechtecke aufgeteilt, die mit den quadratischen Werbeflächen zugekleistert werden können. Diese Werbeflächen, auch "Tilets" genannt, sollen für immerhin 75 beziehungsweise 120 Euro an den Mann gebracht werden. Sind alle Tilets verkauft, dürfte das Team mehrere hunderttausend Euro in der Kasse haben und das neue Rallye-Auto kann beim Hersteller aus Großbritannien bestellt werden. Bisher ist der Zulauf jedoch eher bescheiden, weshalb sich lediglich einige wenige Sponsoren-Logos auf dem virtuellen Fahrzeug auf der Webseite befinden. Dort kann man sich nämlich schon einmal anschauen, wie das fertige Fahrzeug aussehen soll.
Dass die gesamte Aktion an die Million-Dollar-Homepage erinnert, lässt sich nicht von der Hand weisen. Der Engländer Alex Tew hatte bereits Anfang 2006 die Idee, Werbeflächen seiner Webseite pixelweise zu verkaufen und schaffte es innerhalb von nur vier Monaten tatsächlich zum Dollar-Millionär. Ob dies die Österreicher ebenfalls schaffen, bleibt abzuwarten. Voraussichtlich bis Mai dauert das Online-Projekt noch an. Spätestens dann wird sich zeigen, ob die Idee der beiden Studenten Früchte trägt und der mit Pixelwerbung übersähte Renn-Jeep bei der Dakar-Rallye starten kann.
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