In-Flight-Entertainment bald mit Linux und Instant Messaging?

Der Gadget-Globus: Doom über den Wolken

Richard Bransons neue Fluglinie Virgin America will ihre Passagiere nicht länger mit Hollywood-Streifen in der Dauerschleife langweilen. Stattdessen setzt Virgin auf ein brandneues Entertainment-System, das MP3s, Games und Instant Messaging anbietet. Jetzt fehlt Branson nur noch die Zulassung.

In-Flight-Entertainment, das heißt für viele Fluglinien immer noch: einen albernen, aber garantiert familienfreundlichen Klamauk-Film des letzten Jahres in den Player werfen. Fluggäste dürfen dann auf Bildschirme starren, die großzügig alle paar Sitzreihen über ihren Köpfen installiert wurden. Und wenn bei längeren Flügen Nachtruhe angesagt ist, werden die Bildschirme schon mal ganz ausgeschaltet.

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Virgin America will jetzt Schluss machen mit derartigem Einheits-Entertainment. Die Fluglinie des exzentrischen Milliardärs Richard Branson hat für ihr US-Debüt ein neues Entertainment-System entwickelt, das jedem Fluggast sein eigenes Wunschprogramm erlauben soll.

Ein Linux-PC für jeden Fluggast

Das unter dem Codenamen "Red" bekannte System bietet dazu an jedem Sitzplatz einen 9-Zoll-Bildschirm, der von einem integrierten, Linux-basierten PC gesteuert wird. Die einzelnen PCs sind per Ethernet miteinander vernetzt. Gäste können dieses Netzwerk unter anderem nutzen, um miteinander zu chatten oder sich gegenseitig E-Mail-Nachrichten zu senden. Red bietet dazu einen Controller mit komplettem QUERTY-Keyboard.

Ebenfalls Teil des fliegenden Netzwerks sind drei Fileserver, die Zugriff auf Pay-per-View-Movies, Streaming Radio und eine 3.000 MP3s umfassende Musiksammlung geben. Nutzer können sich mit dieser Musiksammlung eigene Playlists zusammenstellen, auf die sie dann auch bei ihrem nächsten Flug mit einem Virgin America-Flugzeug zugreifen können.

Virgins Red-System bietet Fluggästen noch einige andere nicht ganz uneigennützige Features. So lassen sich Snacks und Getränke direkt vom Sitz aus bestellen. Abgerechnet wird über den integrierten Kreditkartenleser. Videogame-Freunde dürften sich dagegen über eine andere Funktion freuen: Virgin America hat damit begonnen, Linux-Spiele in sein System zu integrieren. So bietet man Fluggästen Zugriff auf den Egoshooter-Klassiker "Doom". In Zukunft will Virgin mit Linux-Programmierern zusammenarbeiten, um weitere Spiele verfügbar zu machen.

Keine Zulassung für Virgin America

"Doom"-Gemetzel über den Wolken? Noch ist unklar, ob dieser Gamer-Traum jemals Wirklichkeit wird. Die US-Flugaufsichtsbehörde entschied Ende Dezember, dass Virgin America vorerst keine Inlandsflüge in den USA anbieten darf. Grund für die Ablehnung war die Eigentumsstruktur der Fluglinie.

Virgin America setzt sich nun mit einer Netz-basierten Öffentlichkeitskampagne gegen diese Entscheidung zur Wehr. So veröffentlichte die Fluglinie mehrere Videos auf YouTube, um Verbraucher gegen die Behörde mobil zu machen. Eines dieser Videos führt das Red-System in all seinem Glanz vor. Offenbar hofft man auf den erbitterten Widerstand aller fernreisenden "Doom"-Fans.

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