Begleiten Sie Speedy Claxton auf seinem Weg durch die Virtualität
Second Life: Eine Tour durch die zweite Welt
Software
Sein Name ist Speedy Claxton. Er ist gut gebaut, trägt Schnauzbart und Lederweste. Seine Lieblingsstadt ist Amsterdam, die Stadt der Grachten. Er lebt ein eigenes Leben, obwohl es ihn nicht wirklich gibt. Er ist virtuell und lebt mit mehr als zwei Millionen anderen Menschen in der digitalen Welt von "Second Life". Netzwelt hat dem Avatar über die Schulter geschaut und sich den virtuellen Lifestyle zeigen lassen.
- Virtuelle Identität
- Dollar-Millionär mit virtuellem Gut
- 1.000.000 Dollar Tagesumsatz
- 15.000 Immigranten pro Tag
- Virtuelle Sehenswürdigkeiten
- Auf der Suche nach deutschen Spielern
- Politik und Medien
- Keine Google-Suche für Second Life
- Raumfahrt und Sci-Fi-Museum
- Sportlich digital
- Kultur und Landschaft
- Virtuelle Erotik
Die Geschichte der virtuellen Identität
Es begann mit harmlosen Chats, in denen Männer mittleren Alters vorgaben, pubertierende Mädchen zu sein, um einmal in deren Rolle schlüpfen zu können. Später kamen Online-Games dazu, in denen sich Schüler als Soldaten zum virtuellen Kampf trafen. Im letzten Jahr eroberte dann "World of Warcraft" (WOW) die Welt im Sturm und es bildete sich ein Subkultur in Web. Wer WOW spielt, ist Mitglied einer eigenen Welt mit eigener Währung, in der gearbeitet und gehandelt wird. Wer schon einmal in eine Runde aus Bekannten geraten ist, die sich gerade über WOW unterhalten, wird feststellen, dass sich sogar die Sprache der Spieler verändert. Nicht-Spieler verstehen kein Wort mehr.
Das linke Bild zeigt die Weltkarte von "Second Life" und rechts ist das Abbild des bayrischen Schlosses Neuschwanstein zu sehen (Klick vergrößert).
Seit 2003 experimentiert Linden Lab mit einer weiteren Form der virtuellen Existenz. Die Entwickler erschufen einen Planeten, auf dem mittlerweile schon 2,7 Millionen Menschen leben, arbeiten und Geld verdienen. Jeder mit Internetzugang kann sich einen individuellen Avatar erstellen, ihm Haut, Haar und Augenfarbe zuweisen. Diesem Avatar steht dann eine Welt offen, die sich immer mehr der wirklichen Welt angleicht. Firmen eröffnen Filialen im so genannten Cyberspace, Politiker halten Reden und Immobilienmakler verdienen viel Geld.
Dollar-Millionär mit virtuellem Gut
Der Clou an "Second Life" ist, dass die Welt nicht von den Entwicklern entworfen wurde, sondern von den Spielern selbst erschaffen wird. Rohstoffe gibt es nicht, Gegenstände können im Spiel aus dem Nichts erschaffen werden. Angefangen von Kleidung über Autos bis hin zu Häusern samt Grundstück wird alles selbst gebaut. Eine Frau aus Hessen hat es jetzt als Erste geschafft, eine Million Dollar zu erwirtschaften. Womit? Sie kaufte leere Grundtücke, um sie dann liebevoll mit einem Haus und Garten zu versehen. Es scheint sich zu lohnen: Diese Anwesen verkauft sie mit Profit weiter.
Anshe Chung ist die Topverdienerin auf dem virtuellen Planeten, doch im Dezember 2006 haben laut Linden Labs bereits 500 Nutzer mehr als 1.000 Dollar verdient. Im echten Leben ist die digitale Schönheit Lehrerin und heißt Ailin Gräf, um die Bestellungen der wohnraumsuchenden SL-Bewohner zu befriedigen, beschäftigt sie mehr als ein Dutzend Entwickler, die die Programmier-Arbeit übernehmen.
Im Durchschnitt bescheinigt die Website von LindenLabs einen Dollar-Umsatz pro 24 Stunden von mehr als einer Million. Damit übersteigt der Umsatz in "Second Life" sogar das Inlandsprodukt kleinerer Länder, wie das von Samoa. Kein Wunder, dass nun auch kommerzielle Firmen wie Apple oder Adidas eigene Filialen eröffnen, um ihre Produkte zu verkaufen. So kann man seinem Avatar die gleichen Turnschuhe anziehen, die man selbst am liebsten an den Füßen trägt. Die Hersteller sehen darin auch eine Generalprobe für das virtuelle Warenhaus. In ihren Visionen kaufen wir bald echte Artikel online, müssen dabei aber nicht auf Beratung durch virtuelle Verkäufer verzichten. Kleidung könnte sogar anprobiert werden, solange man bei den Körpermaßen nicht gemogelt hat.
An jedem Tag verzeichnet "Second Life" rund 15.000 Neuanmeldungen. Es dauerte von 2003 bis Oktober 2006, um eine Millionen Einwohner zu erreichen, seither ist die Zahl der Bewohner auf 2,5 Millionen gestiegen. Doch ein Platzproblem werden die Bewohner von "Second Life" nie erfahren, denn virtueller Raum steht unendlich zur Verfügung, die Weltkarte lässt sich beliebig erweitern. Und das scheint auch nötig, denn immer mehr Menschen wollen auch im zweiten Leben nicht auf Haus und Garten verzichten.
Second Life
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endlich mal ein lohnenswerter artikel zu sl!
ich hab auch noch einen link mit anleitung zu secondlife usw
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