Schach gegen Egoshooter: Macht Zocken schlau?

Nutzen im Alltag

Fähigkeiten, die man am Rechner trainiert hat, können durchaus im echten Leben und auch beim Sport hilfreich sein. Denn strategisches Denken, das Beherrschen von etlichen Varianten und Spielzügen, kann auch Training für den Bolzplatz sein. Feinmotorik und Reaktionszeit sind im Alltag sogar noch nützlicher.

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Umgekehrt hilft es auch auf dem Bildschirm, wenn der Gamer Erfahrungen mit der realen Version des Spiels hat. Dennis Schellhase selbst ist - wenig überraschend - auch im echten Leben ein solider Fußballer. Denn wer das echte Spiel beherrscht, hat auch auf dem virtuellen Rasen einen taktischen Startvorteil.

Gefahren des Spielens

Doch Computerspielen ist nicht pures Training für Körper und Geist. Welche Risiken birgt die virtuelle Welt? "Sicher gibt es die auch. Viele neuere Spiele, die kostenlosen Browsergames, die man im Internet spielt, sind darauf angelegt, die Spieler möglichst lange an sich zu binden", berichtet Spielpädagoge Fritz. Daraus können Suchtsymptome entstehen, die den Spieler immer wieder vor den Bildschirm locken.

Die meisten Menschen fallen jedoch nicht in diese Gruppe. Lediglich fünf Prozent aller Computerspieler gehören laut einer Studie des "Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest" in die Kategorie der so genannten "Intensivspieler". 80 Prozent dieser Gruppe sind weit unter 30 Jahre alt und haben deshalb mangels familärer und beruflicher Verpflichtungen die Zeit für ausgedehnte Zockersessions. Den weitaus größten Anteil machen aber die Gelegenheitsspieler aus.

Fazit

Computerspiele sind mehr als zeitfressende Freizeitkiller. Sie fordern den Spieler und verfeinern Fähigkeiten. Wer es mit dem Zocken nicht übertreibt und auch noch anderen Hobbys nachgeht, kann von Computergames nur profitieren. Eltern und Politiker sollten sich mit dem Thema sachlich auseinandersetzen und verstehen, welches die Inhalte in den Spielen wirklich sind. Die reale Gefahr, die von Games ausgeht, steht nicht im Verhältnis zu ihrem Ruf.

Im besten Fall sollten sich sich die Kritiker selbst einmal in der virtuellen Umgebung versuchen und sehen, dass es zunächst gar nicht so einfach ist, in einem anspruchsvollen Spiel zu bestehen. Dann fällt es leichter, die Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen anzuerkennen und die vermeintlichen Gefahren realistischer einzustufen. Denn niemand würde sich wohl Sorgen machen, wenn der Nachwuchs jeden Tag vier Stunden Schach spielen würde.

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