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Windows Vista: Media Center unter der Lupe
Vista multimedial

von Patrick Woods Uhr veröffentlicht

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Mit dem neuen Windows Vista wird auch eine neue Generation der Multimedia-Verwaltung Einzug halten. Denn in der "Home Premium" und der "Ultimate Edition" ist der Nachfolger der Windows Media Center Edition enthalten. Netzwelt hat dem Programm bereits auf den Zahn gefühlt und schaut, ob es sich wirklich für den Wohnzimmer-PC eignet.

Mit dem neuen Windows Vista wird auch eine neue Generation der Multimedia-Verwaltung Einzug halten. Denn in der "Home Premium" und der "Ultimate Edition" ist der Nachfolger der Windows Media Center Edition enthalten. Netzwelt hat dem Programm bereits auf den Zahn gefühlt und schaut, ob es sich wirklich für den Wohnzimmer-PC eignet.

Im Jahr 2003 brachte Microsoft mit der Windows XP Media Center Edition erstmals eine Softwarelösung für die Kunden auf den Markt, die sich den Rechner als vollwertige Multimediamaschine wünschten. Doch diese Edition hatte einige Nachteile. Zum einen bestand der Unterschied zum normalen Windows nur in einem einzigen Programm: dem Media Center selbst. Zum anderen war diese Version von Windows nur als OEM-Version mit bestimmten Rechnern erhältlich und nicht als einzelne Windows-Lizenz.

Das hat Microsoft mit Vista jetzt geändert. Gleich zwei Varianten der Vista-Familie enthalten jetzt den Nachfolger des Programms und sind frei erhältlich: "Home Premium" und das Komplettpaket "Ultimate". Die Basis- und Bürovarianten müssen verständlicherweise ohne die Wohnzimmer-PC-Fähigkeiten auskommen. Die Grundfunktionen eines Mediacenters sind klar umrissen: TV, Video, DVD, Fotos und Musik. All dies beherrscht auch das Vista Media Center.

Das Hauptmenü des Media Centers

Der erste Eindruck

Auf den ersten Blick hat sich seit der letzten Version von 2005 nicht viel geändert. Das Design wurde modernisiert und die Animationen in der Navigation sind effektgeladener. Ansonsten wirkt es wie ein typisches Mediacenter und läuft deshalb im Vollbildmodus. Kleine Besonderheit: Die Navigation im Hauptmenü ist nicht nur in vertikale, sondern auch in horizontale Punkte eingeteilt. Menü-Unterpunkte können so direkt aus dem Hauptmenü angesteuert werden. Ob man damit wirklich schneller und übersichtlicher navigiert, darüber lässt sich aber streiten.

Besonders da es in den jeweiligen Untermenüs weitere Zwischenschritte gibt. Wählt man beispielsweise im Punkt "Musik" ein Album aus und klickt einen Songtitel an, wird dieser nicht etwa abgespielt, wie man es erwarten würde, sondern es öffnet sich zunächst ein weiteres Zusatzmenü. Dort kann ausgewählt werden, ob der Song abgespielt, auf die Warteliste gesetzt oder gelöscht werden soll. Als Kontextmenü wäre dieser Schritt sinnvoll gewesen, so ist er eine überflüssige Hürde.

Ähnlich ist es, wenn man eine Fernsehaufnahme anschaut. Ist die Wiedergabe beendet, gelangt man nicht zurück ins vorherige Menü, sondern ein Pop-Up fragt, ob man den Film noch einmal sehen möchte und bietet weitere Optionen an. Unverständlich und überflüssig. Ansonsten ist der Eindruck des Vista Media Centers aber positiv.

Der Computer als TV-Manager

Die wichtigsten TV-Funktionen sind im Vista Media Center enthalten. Dazu zählt das Fernsehen und die Videorekorderfunktion. In unserem Test wurde der Terratec-DVB-T-Stick ohne Probleme erkannt und funktionierte zusammen mit dem Media Center. Microsoft bietet ein komfortables EPG-Programm an, das Informationen zu den Sendungen über das Internet bezieht. Paranoiker werden sich aber eventuell von den mehrseitigen Datenschutzbestimmungen abschrecken lassen, die Microsoft vor der Einrichtung abgenickt haben möchte.

Die Fernsehwiedergabe und -aufnahme funktioniert einfach und problemlos. Es gibt zwar kaum Möglichkeiten etwas an den Einstellungen zu justieren, doch da alles auf Anhieb klappt, ist dies auch nicht unbedingt nötig. Bastelfreaks und Konfigurator-Fans werden vielleicht etwas enttäuscht sein. Die breite Masse der Nutzer wird sich aber bedanken.

Durch die einfache Bedienung eignet sich die neue Version der Medienverwaltung auch für Einsteiger, die sich einen HTPC ins Wohnzimmer stellen wollen. Aufwändige Einrichtung entfällt. Erfahrenen Benutzern sind die Möglichkeiten aber vielleicht etwas zu eingeschränkt.

Teamwork mit der Xbox 360

Besonders interessant ist das Vista Media Center für Besitzer von Microsofts Spielkonsole XBox 360. Denn die Konsole kann als verlängerter Arm des Media Centers im Wohnzimmer dienen. Über den Punkt "Extender" lässt sich die Verbindung zur 360 einrichten. Sind die beiden Geräte miteinander bekannt gemacht, dient die Konsole im Wohnzimmer als Client für das Media Center und kann auf alle Dateien zugreifen.

Der Computer muss dafür selbstverständlich laufen. Die Benutzeroberfläche auf dem Fernseher entspricht der auf dem Rechner. Wer seine Medieninhalte auf dem Fernseher in der Wohnstube nutzen will, ohne sich einen eigenen Unterhaltungsrechner einzurichten, für den dürfte diese Lösung interessant sein.

Mit dem Programm wird Vista zum Ersatz für den Festplattenrekorder.

Sonstiges

Wer doch lieber einen vollwertigen Computer als Multimedialösung neben dem TV aufstellen möchte, der dürfte sich für die Fernbedienungen interessieren. Denn anders als beim Vorgänger, dem XP Media Center, für den es nur eine Einheitsfernbedienung gab, ist für die aktuelle Variante gleich ein ganzes Bündel Fernbedienungen erhältlich. Mit Maus und Tastatur soll sich also niemand im Wohnzimmer herumschlagen müssen.

Als netter Bonus bietet Microsoft kleine Spiele an, die für ein wenig Kurzweil sorgen. Jedoch benötigt man dafür eine Internetverbindung. Für Ordnung ist unter den Medien ebenfalls gesorgt: Microsoft erlaubt alle sinnvollen Sortierungsmöglichkeiten für Musik, Filme und Fotos. Sortierung nach Aufnahmedatum oder Name sind selbstverständlich. Musik lässt sich auch komfortabel nach Interpreten, Alben, Erscheinungsjahr und Wiedergabeliste ordnen. Lediglich Unterordner für Fernsehaufnahmen für Kanal- oder Genresortierung wären noch wünschenswert.

Fazit

Das neue Media Center in Microsofts Betriebssystem ist ideal für Einsteiger und Menschen, denen die Grundfunktionen der Medienverwaltung reichen und sich nicht mit umständlichen Konfigurationen herumschlagen möchten. Fricklern wird die fehlende Erweiterbarkeit sauer aufstoßen. Wer Fan von Multimediaanwendungen ist und sich eine Lizenz für das neue Windows gönnen will, der sollte die Editionen mit dem enthaltenen Vista Media Center in Betracht ziehen.

Kommentare zu diesem Artikel

Mit dem neuen Windows Vista wird auch eine neue Generation der Multimedia-Verwaltung Einzug halten. Denn in der "Home Premium" und der "Ultimate Edition" ist der Nachfolger der Windows Media Center Edition enthalten. Netzwelt hat dem Programm bereits auf den Zahn gefühlt und schaut, ob es sich wirklich für den Wohnzimmer-PC eignet.

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  • Renee Kelso schrieb Uhr
    AW: Windows Vista: Media Center unter der Lupe

    ...fragt sich, ob die TV-Tunerkarte schon im Vista Home Premium-Betriebssystem enthalten ist oder ob sie erst von "irgendwo"(?) heruntergeladen oder gekauft werden soll, um im Media Center Fernsehen zu gucken und Filme/Serien aufnehmen zu können.
  • Airportnight schrieb Uhr
    AW: Windows Vista: Media Center unter der Lupe

    Windows Vista Media Center funktioniert bei DVB-S nur, wenn Software die Tunerkarte erkennt. Bei Aufruf Start, Aufgaben, Einstellungen erscheint kein TV um in Rekorder bzw. Rekorderspeicher Änderungen zu veranlassen.
  • Arno Nym schrieb Uhr
    AW: Windows Vista: Media Center unter der Lupe

    Der Terratec T-USB XE Rev. 1 läuft NICHT mit dem Vista Media Center. Nur die Rev. 2 funktioniert.
  • fritz2301 schrieb Uhr
    AW: Windows Vista: Media Center unter der Lupe

    Windows Vista Media Centter erkennt bei mir keine Satelliten-TV-Karte (DVB-S von Terratec)

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Windows Vista: Media Center unter der Lupe
Mit dem neuen Windows Vista wird auch eine neue Generation der Multimedia-Verwaltung Einzug halten. Denn in der "Home Premium" und der "Ultimate Edition" ist der Nachfolger der Windows Media Center Edition enthalten. Netzwelt hat dem Programm bereits auf den Zahn gefühlt und schaut, ob es sich wirklich für den Wohnzimmer-PC eignet.
http://www.netzwelt.de/news/75065-windows-vista-media-center-lupe.html
2007-01-19 15:38:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/vistamc1_350_1169032978.jpg
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