Augenoperationen günstig im Internet buchen

"Gesundheit ist keine Ware"

Doch auch unter deutschen Ärzten floriert der Internethandel mit billigen Augenoperationen. Portale wie "lasik-preisvergleich" vermitteln preislich flexible Ärzte an sparwütige Kunden. Die Patienten stellen die gewünschte Behandlung in das Portal ein und Ärzte der Region können sich gegenseitig beim Preis unterbieten. Also ganz wie die vergleichbaren Börsen für Handwerker und andere Dienstleistungen. Der Patient kann sich eines der Angebote aussuchen. Dabei muss nicht zwangsläufig das günstigste den Zuschlag erhalten.

Dr. Roland Stahl, Pressesprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung KBV, rät zur Vorsicht bei diesen Angeboten: "Solche Internetauktionen beziehen sich ausschließlich auf Leistungen, die außerhalb des Bereichs der gesetzlichen Krankenversicherung liegen. Auch hier sollte für Patienten die Frage im Mittelpunkt stehen: Welche Qualität hat die angebotene Leistung? Denn Gesundheit ist keine Ware wie ein Auto".

Augenoperationen günstig im Internet buchen
Augen selber lasern? Lasik@Home

Auf die Spitze treiben es die Anbieter von "Lasik@Home". Dies ist ein kleines Lasergerät, das individuell angepasst für das zu behandelnde Auge geliefert wird. Der Clou: Der Kunde kann die Anwendung zuhause selbst durchführen. Pro Gerät und damit pro Auge liegt der Preis somit bei gerade einmal 99,95 Dollar. Der Haken: Sie ahnen es, es handelt sich lediglich um eine Ente, das Gerät gibt es nicht, es ist lediglich eine Persiflage auf den Internethandel mit Augenoperationen.

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Gefahren und Risiken

So verlockend die Angebote klingen, ein wenig Vorsicht ist dennoch geboten. Denn zunächst sind die Strukturen beispielsweise in Istanbul für einen deutschen Patienten nur schwer nachzuvollziehen. Es ist auffällig, dass viele Vermittlungsseiten mit einer einzigen großen Augenklinik zusammenarbeiten. Wer sich über eine OP-Reise informieren möchte, der sollte die Infos nicht ausschließlich von den Vermittlern beziehen, denn diese beziehen eine Provision für jeden Patienten. Mit entsprechend hohem Werbeaufwand wird dieser boomende Sektor beworben.

Interessenten, die sich unabhängig informieren möchten, sollten eines der Portale besuchen, die unabhängig und ohne Eigeninteressen informieren. Auf der Homepage des Vereins "Operation Auge e.V." geben die Betreiber kritisch über Risiken und mögliche Komplikationen Auskunft. Denn auch wenn die Sehschärfe wieder hergestellt ist, kann es passieren, dass die Sehfähigkeit als Folge der Operation beeinträchtigt ist. Dass kann sich beispielsweise durch Kontrastverlust oder verschwommene Wahrnehnung äußern.

Exakte Zahlen über vom Patienten nach Augen-Operationen erlittene Spätfolgen gibt es nicht, die Angaben schwanken hierzu je nach Quelle stark. Operation Auge e.V. etwa zitiert Studien, die von einer Quote zwischen 5 und 75 Prozent sprechen. Andere Seiten und Anbieter sprechen von einem traumhaft niedrigem Risiko. Fest steht: Je ausgeprägter die Sehschwäche vor dem Lasern ist, desto größer das Risiko. Zwischen 5 und 28 Prozent der Behandelten brauchen eine Nachoperation. Für Unsichere bietet die Homepage einen Risikorechner, um die Wahrscheinlichkeit von Problemen zu erahnen. Die Seite bietet ein Forum, in dem Menschen ihre Erfahrungen austauschen.

Es besteht zum Beispiel die Möglichkeit, dass der Arzt die Behandlung nach der Voruntersuchung ablehnt, wenn beispielsweise die Hornhaut zu dünn und nicht genügend Gewebe zum Abtragen vorhanden ist. Bei einer Auslandsoperation ist dies besonders ärgerlich, da die Untersuchung direkt vor Ort vorgenommen wird. Die Krankenhauskosten werden dem Patienten in einem solchen Fall zwar erlassen, die Reisekosten und der Zeitaufwand selbstverständlich nicht.

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