Laser-Tourismus zum Spottpreis: billig oder gefährlich?
Augenoperationen günstig im Internet buchen
Internet & Netzwelt
Wochenendtrip in die Türkei? Nicht als Kurzurlaub, sondern um sich die Augen per Laser korrigieren zu lassen. Für Schnäppchenjäger ist das Web eine wahre Fundgrube. Doch nicht nur Elektronikartikel sondern auch Operationen sind im Netz neuerdings günstig zu haben. Die Anbieter locken mit unschlagbar niedrigen Preisen für solche Operationen. Flug und OP kosten zusammen nur einen Bruchteil des regulären Preises.
Inhalt:
- Vermittlung über das Internet
- Ausländische Kampfpreise
- "Gesundheit ist keine Ware"
- Gefahren und Risiken
- Meinungen der Experten
- Fazit
Gerade bei solchen Standardoperationen boomt die Vermittlung durch das Internet. Der Vorgang selbst dauert nur wenige Minuten und ist deshalb wie geschaffen dafür, möglichst viele Kunden in kurzer Zeit zu behandeln. Verkauft wird daher in erster Linie über den Preis. Die Qualität soll dabei nicht zu kurz kommen. Die Kliniken und Vermittler werben mit prominenten Oberärzten und Experten. Der Laie kann den Ruf eines Mediziners aber nicht einschätzen. Und muss diesen Versprechen vertrauen.
Wer im Internet nach Laseroperationen für die Augen sucht, stolpert automatisch über die günstigen Angebote im Ausland. Tschechien, Polen, Ungarn, aber vor allem die erwähnte Türkei stehen da ganz oben. Am Bosporus liegen die günstigsten Offerten. Hier gibt es dutzende Kliniken, die sich auf das Lasern im Akkord spezialisiert haben und die ihre Kunden von deutschen Webseiten vermittelt bekommen. "Lasik-Tourismus" nennen Ärzte dieses Phänomen. Lasik ist ein verbreitetes Verfahren unter den Laseroperationen.
OP Tourismus dank des Internets: Günstig, aber heikel
In Deutschland muss der Patient für eine solche Operation etwa 2.000 bis 5.000 Euro auf den Tisch legen. In Istanbul liegt der Kurs für die gleiche Prozedur bei knapp unter 1.000 Euro. Einige Anbieter ködern mit Pauschalangeboten - Flug, Aufenthalt und zwei Augen mit voller Sehstärke für knapp über 1.000 Euro. Vor Weihnachten sorgte ein türkischer Anbieter mit einem Kampfreis von gerade einmal 400 Euro für beide Augen für Aufsehen.
Doch solche Preise lassen sich betriebswirtschaftlich nicht dauerhaft halten. Schon die reinen Materialkosten für die Operation liegen laut des Ärzteverbandes BDOC höher. Zudem kostet so ein Laser in der Anschaffung rund eine halbe Million Euro. Um diese Ausgaben wieder herein zu holen, müssen entweder die Preise hoch genug sein oder die Auslastung des Gerätes enorm. Momentan gibt es schätzungsweise 150.000 deutsche Patienten jedes Jahr, die ihre Augen "lasern" lassen, Tendenz: deutlich steigend.
Um sich gegen die scheinbar übermächtige Konkurrenz aus dem Ausland zu wehren, hat der Verband der Spezialkliniken für Augenlaser VSDAR einen "Lasik-TÜV" entwickelt. Dieser soll, basierend auf der Unternehmensnorm ISO 9001, Standards für Hygiene, moderne Geräte und die Qualifikation der Mitarbeiter garantieren. Gesicherte Qualität statt Billigpreise aus dem Internet.
Links zum Artikel
- FAQ des Verbandes der Augenlaser-Spezialkliniken
- Gag: Lasik@Home
- Homepage des Kassenärztlichen Bundesverbandes
- Operation Auge e.V.
Jetzt sind Sie dran.
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