Mit netzwelt Licht und Schatten bändigen
Fototipp: HDR-Fotografie und Photomatix
Tobias Heinze
Daher bedient man sich einer speziellen Aufnahmetechnik, die ein Motiv in verschiedenen Belichtungen einfängt und verwendet jeweils nur die brauchbaren Bildinformationen aus den Einzelaufnahmen. Diese werden dann zu einem Gesamtbild zusammengesetzt und man erhält ein Foto mit gleichmäßiger Detailzeichnung in Lichtern, den hellsten Bereichen im Bild, und Tiefen, den dunkelsten Bereichen im Bild. Zwei der gebräuchlichsten Bezeichnungen für dieses Vorgehen sind High Dynamic Range Fotografie (HDR) und Digital Range Increase (DRI), welche ähnliche Ergebnisse liefern, aber dennoch zwei verschiedene Verfahren sind. Die genauen Unterschiede sollen jedoch nicht Thema des Artikels sein.
Was ist nun wichtig, um Fotos mit ausgewogener Zeichnung in Tiefen und Lichtern zu erstellen, also mit scheinbar erhöhtem Kontrastumfang? Zunächst sind mehrere Belichtungen des gleichen Motivs in unterschiedlichen Belichtungseinstellungen nötig. Dabei sollte die hellste und die dunkelste Partie am Motiv getrennt voneinander angemessen werden, um die Belichtungseinstellungen zu erhalten, damit Tiefen und Lichter optimal belichtet werden.
Dazu bei fester Blende Spot-Belichtungsmessung wählen, also die Messart, die nur einen kleinen Punkt in der Mitte ausmisst, und Tiefen und Lichter anmessen. Je höher der Unterschied zwischen hell und dunkel im Bild, also je größer der Kontrastumfang des Motivs, desto mehr Einzelaufnahmen sollten angefertigt werden. Zwei Belichtungsstufen ist ein guter Wert für den Abstand zwischen zwei Einzelaufnahmen. Für das Fotografieren von Belichtungsreihen ist ein Stativ wichtig, da sich die einzelnen Fotos genau überlagern müssen.
Die beiden oberen Fotos werden zu dem unteren Bild kombiniert. Helle Partien erhalten so Zeichnung und dunkle Bereiche im Foto werden sichtbar aufgehellt. Die gesamte Szene erhält einen unwirklichen Charakter und erinnert eher an ein Computer-Rendering als an ein Foto. Die Software Photomatix wurde für die Erstellung dieses Bildes verwendet. Lesen Sie im weiteren Artikelverlauf über die Anwendung von Photomatix.
Daher sind auch Motive, in denen zu viel Bewegung zu sehen ist, meistens ungeeignet für das Vorhaben, da sich derartige Situationen zu schnell verändern, um nacheinander gleichartig fotografiert zu werden. Zudem müssen alle Einstellungen an der Kamera manuell gewählt werden. Eine feste ISO-Empfindlichkeit, eine feste Blende und ein fester Fokus, der sich nicht von Aufnahme zu Aufnahme neu einstellen darf. Lediglich die Verschlusszeit wird für die einzelnen Aufnahmen variiert.
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