Ajax-Plattform lädt zum Daten-Mashup ein
Swivel: Statistiken im Handumdrehen
Fakten, Fakten, Fakten: Zeitungen und Zeitschriften greifen immer gerne auf Verlaufskurven und Balkendiagramme zurück, um komplexe Zusammenhänge bildhaft zu erklären. Swivel.com bietet nun auch Normalverbrauchern an, sich ganz einfach überzeugende Graphen zusammenzuklicken - und dabei ungeahnten Zusammenhängen auf die Spuren zu kommen.
Swivel bietet rund einen Monat nach seiner Gründung bereits mehr als eine halbe Millionen Kurven- und Balkendiagramme an, die allesamt von Nutzern der Plattform erstellt wurden. Benzinpreise werden dabei ebenso beleuchtet wie Klimaschwankungen, Finanzmärkte und die Popularität einzelner Videospiele.
Nutzer können jeden dieser Graphen als Ausgangsmaterial für eigene Kreationen nutzen. So lassen sich ganz einfach verschiedene Kurven übereinander legen. Die Resultate sind mitunter überraschend. Wer hätte zum Beispiel geahnt, dass der Anstieg von Gewaltverbrechen und der Rückgang des Rotwein-Konsums in einem so engen Zusammenhang stehen?
Ganz ohne Flash
Als Ausgangsmaterial für die Diagramme dienen Datensammlungen, die ebenfalls von Nutzern angelegt wurden. Swivel bietet dazu die Möglichkeit, Excel-Dateien oder andere simple Tabellen zu importieren. Für die Zukunft plant man offenbar auch Import-Möglichkeiten für Word- und PDF-Dokumente sowie Webseiten mit statistischen Daten.
Fertige Graphen können zudem in Sachen Größe und Layout auf die eigene Webseite angepasst werden. Ein paar simple Zielen HTML-Code ermöglichen es dann, die jeweilige Grafik per Copy-and-Paste einzufügen.
Dabei kommt Swivel ganz ohne esoterische Medien-Formate aus: Die Graphen sind nicht mehr als eine simple PNG-Grafikdatei. Swivels Webseite setzt zudem komplett auf Ajax, sodass es keinen Bedarf für Flash-Player-Updates oder ähnliche Ärgernisse gibt.
Macht Milch kriminell?
Richtig spannend ist an Swivel, dass sich damit sehr viel über die Aussagekraft derartiger Graphen lernen lässt. So gibt es auf den ersten Blick kaum einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Vollmilch und Gewaltverbrechen.
Wählt man für beide Entwicklungen einen passenden zeitlichen Ausschnitt, bleibt jedoch nur eine Schlussfolgerung übrig: Vollmilch macht kriminell.
Klar, der Volksmund behauptet schon lange, man dürfe nur Statistiken glauben, die man auch selbst gefälscht habe. Doch mit ein paar passenden Swivel-Grafiken wird dies doch gleich viel glaubwürdiger.
