Warum klicken, wenn tippen doch viel schneller geht?
Yubnub: Die Kommandozeile fürs Web
Kommandozeilen gehören für die meisten Computernutzer der Vergangenheit an. Anstatt sich mit DOS & Co. herumzuplagen, greift man heute lieber zur Maus. Yubnub.org will die gute, alte Kommandozeile ausgerechnet fürs Web wiederbeleben.
Preisfrage: Woran erkennt man echte Linux-Fetischisten? Ihr 20-Zoll-Bildschirm zeigt einen extrem aufgeräumten Desktop. Meist haben sie nur ein einziges, schlichtes, schwarzes Fenster geöffnet: Die gute, alte Shell - Windows-Nutzern auch als DOS-Eingabeaufforderung bekannt. Dort tippen sie dann zeilenweise kryptische Kommandos ein, meist in Kombination mit schwer merkbaren Optionen und ellenlangen Verzeichnispfaden.
Wir Normalverbraucher greifen stattdessen lieber zur Maus und klicken uns brav durch Explorer-Fenster und Warnhinweise. Möchten Sie diesen Befehl wirklich ausführen? Ja? Nein? Vielleicht?
Der Streit zwischen Kommandozeilen-Minimalisten und Anhängern grafischer Benutzeroberflächen ist fast so alt wie der PC selbst. Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo in der Mitte: Für die meisten Anwendungen sind Windows und Co. ganz einfach komfortabler. Doch an der ein oder anderen Stelle lässt sich mit einem schnell eingetippten Kommando auch eine Menge Zeit sparen.
Erweiterungen für Browser und mobile Endgeräte
Derartige Abkürzungen hatte auch Jonathan Aquino im Sinn, als er im Sommer 2005 Yubnub.org startete. Yubnub ist laut Aquino eine Kommandozeile fürs Web. Nutzer können unter Yubnub.org simple Befehle eingeben, die dann auf anderen Webseiten ausgeführt werden. Eine Google-Suche nach Netzwelt.de lässt sich beispielsweise mit "g Netzwelt.de" starten. Wer mit Google nach Hundebildern suchen will, gibt "gim Hunde" ein. Flickr kann per "flk Hunde" mit dem gleichen Suchwort gefüttert werden.
Natürlich macht es nur wenig Sinn, zum Eingeben neuer Kommandos jedesmal die Yubnub-Webseite anzusteuern. Yubnub bietet deshalb Such-Plugins für Firefox, den Internet Explorer und alle anderen gängigen Browser an. Dazu gibt es Yubnub-Widgets für Windows und OS X, Yubnub-Erweiterungen für die Google Toolbar, Umsetzungen für mobile Endgeräte und dergleichen mehr. Sogar an Erweiterungen für klassische Kommandozeilen wurde gedacht. Linux-Nutzer müssen also in Zukunft überhaupt nicht mehr zur Maus greifen.
Ein Yubnub-Kommando für jeden Nutzer
Besonders pfiffig an Yubnub ist, dass Nutzer die Plattform ganz einfach um eigene Kommandos erweitern können. Wer täglich die Suchfunktion einer bestimmten Webseite nutzt, kann sich damit eine prima Abkürzung basteln, die dann in Zukunft direkt aus dem Firefox-Suchmenü heraus angesteuert werden kann.

Dabei ist es auch möglich, mittels der erweiterten Yubnub-Syntax Suchanfragen mit Standardwerten zu erstellen. Wer stets nach Adressen in seiner Stadt sucht, kann sich so beispielsweise einen eigenen Befehl für eine lokalisierte Google-Stadtplan-Anfrage basteln.
Yubnubs Nutzer haben mittlerweile tausende solcher Suchanfragen geschaffen - darunter auch komplexe Verkettungen verschiedener Kommandos. So führt die Eingabe von "> wpde Hund" ohne Umwege über die Suchergebnisse direkt zur deutschen Wikipedia-Seite für das Suchword "Hund". Weitere Tipps und Tricks finden sich im Yubnub-Blog und im Wiki der Webseite.


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Beiträge
insgesamt 2 BeiträgeJanko - danke für eine wundervolle Zusammenfassung von Eigenschaften YubNubs!
Eine ähnliche Funktion gibt es schon seit langem in Opera ... seit kurzem kann man durch den einen einzigen Klick im Kontextmenü eines Eingabefeldes einen neuen Kurzbefehl anlegen. Ich weiß gar nicht...