Kleines Java-Tool spielt Filme von einer HD-DVD auf die Festplatte

Software: Kopierschutz von HD-DVD erstmals umgangen

Kopierschutz von HD-DVD erstmals umgangen Zwischen den Jahren haben viele Menschen Urlaub, auch Hacker. Einer von ihnen namens Muslix64 hat die Zeit dazu genutzt, sein neues HD-DVD-Laufwerk für die XBOX 360 an den Rechner anzuschließen, um zu versuchen, das hochauflösende Bildmaterial zu kopieren. Mit Hilfe eines selbst geschriebenen Java-Programms hat es dann geklappt.

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Beweis auf YouTube
  2. 2Der Beweis auf YouTube: Als Trophäe setzte der anonyme Muslix64 den Beweis für seinen Erfolg ins Netz.
  3. 3Ohne Schlüssel keine Kopie
  4. 4Früher als üblich
  5. 5Ausblick

Beweis auf YouTube

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Nachdem Muslix64 eine Woche an seinem Backup-HD-DVD-Tool gearbeitet hatte, funktionierte es einwandfrei und er konnte jede beliebige HD-DVD auf seine Festplatte auslesen. Als Beweis filmte er den Vorgang mit einer kleinen Kamera und lud das Video bei YouTube.com hoch.

Der Beweis auf YouTube: Als Trophäe setzte der anonyme Muslix64 den Beweis für seinen Erfolg ins Netz.

Das Video zeigt den gesamten Ripping-Vorgang. Das Programm wird über die Eingabeaufforderung von Windows bedient und lediglich mit den Pfadangaben von Quelle und Zielordner gefüttert. Danach beginnt es, die EVO-Dateien des Film-Mediums zu kopieren. Das Video verschweigt allerdings, dass ohne die so genannten "Title Keys" keine Kopie möglich ist. Erst diese Schlüssel umgehen den Kopierschutz.

Ohne Schlüssel keine Kopie

Wie man an die Schlüssel gelangt, verrät der Hacker nicht. In der FAQ, die dem kleinen Java-Tool beiliegt, bleibt die Frage, wie die "Title Keys" extrahiert werden, offen. Der Autor erwähnt lediglich, dass er die Keys beim Abspielen des Original-Mediums im Speicher des Rechners gefunden hat und wie diese aussehen. Der Schlüssel einer HD-DVD muss in die TKDB.cfg eingefügt werden, damit das kleine Java-Programm die Kopie starten kann. In der mitgelieferten Datei sind zwar einige Filme aufgelistet, die Schlüssel wurden allerdings durch Nullen ersetzt.

Die TKDB.cfg wird mit den Codes der veröffentlichten Filme gefüttert. Es wird wohl nicht lange dauern, bis aktuelle Versionen dieser Datei in Filesharing-Netzen auftauchen (Klick vergrößert).

Ohne eine Liste mit den "Title Keys" aller HD-DVDs oder einem Programm, welches diese Schlüssel extrahiert, bleibt der Kopierschutz unüberwindbar, zumindest für Nicht-Hacker. Trotzdem dürfte diese Nachricht ein Rückschlag für die Produzenten beider DVD-Nachfolger sein, denn beide waren sicher, in AACS ein verlässliches DRM an ihrer Seite zu haben. Auch die Blu-Rays sind mit AACS verschlüsselt und sollten auf dieselbe Weise ausgelesen werden können. Muslix64 hätte es auch mit diesem System versucht, wenn er ein Blu-Ray-Laufwerk für den PC besäße, heißt es in der Dokumentation des Tools.

Früher als üblich

Bislang hat sich noch keine Codierung als unüberwindbar ausgezeichnet. Auf jeden neu erscheinenden Kopierschutz werfen sich weltweit unzählige erfahrene Programmierer, die alle das gleiche Ziel verfolgen: Sie wollen die Sicherheitslücke als Erste finden. Da ist es nur eine Frage der Zeit, wann ein so genannter Hacker eine Möglichkeit findet, den Kopierschutz zu umgehen, in diesem Fall waren es nur einige Wochen.

Das zeugt nicht gerade von guter Vorbereitung seitens des HD-DVD-Konsortiums. Die frühe Markteinführung des DVD-Nachfolgers scheint einen weitaus größeren Stellenwert zu besitzen als die Sicherheit des Urheberrechts. Entgegen der Bekundungen der Filmindustrie, dass sich Filesharing und Raubkopien negativ auf den Absatz von Film-DVDs auswirkten, steigen die Absatzzahlen stetig, wie Berechnungen des Bundesverbandes Audiovisuelle Medien zeigen: 2004 konnten 90,2 Millionen Silberscheiben vertrieben werden, 2005 waren es schon 98,7 Millionen. Eine Steigerung von nahezu zehn Prozent.

Ausblick

Beide Formate, sowohl Blu-Ray als auch HD-DVD, sind mittlerweile erhältlich. Gerade haben die meisten Videotheken endgültig die VHS aus ihren Regalen verbannt und auch die Generation 50+ freundet sich mit den silbernen Scheiben an. Die Resonanz auf die High-Definition-Scheiben ist bislang eher mau. Das liegt wohl zum einen am noch recht hohen Preis der Medien und der Player, aber zum anderen wahrscheinlich auch daran, dass bislang erst wenige Haushalte einen Fernseher haben, der die bessere Auflösung anzeigen kann. Es scheint allerdings einzutreten, was die Industrie auf jeden Fall vermeiden wollte, in Filesharing-Netzwerken werden Filme in High Definition auftauchen.

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