Fernseh-Filesharing: Die beste Freeware für P2P-TV

Für Geduldige: The Venice Project

Um den gewünschten Sender aufzurufen, genügt ein Doppelklick; der integrierte Media Player beginnt daraufhin wie gewohnt mit dem Sammeln von Peers und Video-Daten. Das folgende Popup ist nur für den chinesischen TvAnts-Chat interessant und kann daher getrost weggeklickt werden. Während des Pufferns werden einige Werbebanner eingeblendet, in der Statusleiste des Players bleibt der Fernsehfreund auf dem Laufenden, wann der Stream beginnen wird. Lautstärke und Balance können während des Streams verändert werden, ein Doppelklick auf den Player startet den Vollbildmodus. Praktisch: Der Player wird in einem eigenen Fenster geöffnet.

Beeindruckend ist bei TvAnts die Fülle an Diagnose- und Protokollfunktionen: Die Register Channels, Charts, Performance und Events geben alle ausführliche Informationen darüber, was der Streamer gerade tut, welche Datenmenge er umsetzt und wie gut die Qualität des aktuelle Channels ist. Über Tools > Settings kann TvAnts weiter angepasst und auf Wunsch auch über einen Proxy betrieben werden. Unter Servers können über die Schaltfläche Add unten rechts weitere TV-Server hinzugefügt werden. Mit knapp 35 Megabyte RAM und einer CPU-Auslastung von etwa zehn Prozent ist der P2P-Streamer für Heimwerker darüber hinaus nicht allzu anspruchsvoll.

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Wer sich mit chinesischer Sprache und fernöstlichen Senderformaten nicht anfreunden kann, muss sich noch etwas gedulden: Derzeit werkeln Janus Friis und Niklas Zennström, Erfinder von Kazaa und Skype, an einem P2P-TV-Client namens The Venice Project. Da Friis und Zennström bei diesem Projekt eng mit Filmstudios und TV-Sendern zusammenarbeiten und zudem mit einem größeren Budget ins Rennen gehen als die asiatischen Streamer, dürfte das Ergebnis wohl am ehesten den westlichen Geschmack treffen. Im Moment befindet sich TVP im geschlossenen Betatest, mit einem Erscheinen im Jahr 2007 ist zu rechnen. Vergleicht man das Projekt mit den Vorgängern Kazaa und Skype, dürfte The Venice Project der Idee des P2P-Fernsehens zum internationalen Durchbruch verhelfen.

Venice Project

Kinoflair bald als P2P-Stream: The Venice Project (Klick vergrößert).


Fazit: Auf großem Fuß in Kinderschuhen unterwegs

Der Gedanke, die beliebte P2P-Technologie nicht nur für den Austausch von kompletten Mediadaten zu verwenden, sondern auch für TV-Streams zu nutzen, ist lobenswert. Mit den drei hier vorgestellten Streamern zeigen sich gleichzeitig die Möglichkeiten und Beschränkungen des Fernseh-Filesharings: Zwar sind viele kostenlose Programme vorhanden, die allesamt ihre Stärken besitzen, die Abhängigkeit von der Nutzerzahl und der Fokus auf den asiatischen Markt machen P2P-TV derzeit aber noch verhältnismäßig unattraktiv. Erst wenn tatsächlich ein Äquivalent zum heimischen Fernseher mit schnellem "Zappen" und flüssigem Bild auch bei Nischensendern realisiert wird, kann das Fernsehen von Peer zu Peer wirklich Erfolg haben. Wenn diese Rahmenbedingungen allerdings einmal vorhanden sind, hat P2P-TV das Zeug, normales Fernsehen vom Markt zu verdrängen - dezentralisiert, demokratisch und dauerhaft.

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Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Internetfernsehen hier.