Streamer im Vergleich: TVU Player, TvAnts und PPLive
Fernseh-Filesharing: Die beste Freeware für P2P-TV
Saugen. Noch mal saugen. Jetzt ein bisschen sähen. Und dabei die ganze Zeit im Schwarm mitschwimmen. In einem P2P-Netzwerk ist die virtuelle Welt noch in Ordnung: Nur wer gibt, kann auch etwas bekommen. Doch nicht nur Tauschbörsen machen sich diese dezentralisierte Basisdemokratie zunutze: P2P-Streamer versenden statt Raubkopien Teile eines Fernsehprogramms - live und multinational. Die interessantesten drei Exemplare hat sich netzwelt genauer angeschaut.
Inhaltsverzeichnis
- 1P2P-TV: Glotze unter Gleichgesinnten
- 2Halboffenes Geheimnis: Die TCP/IP-Verbindungen
- 3Bundesliga und Kinofilme per P2P: Zu Recht unrecht?
- 4Für Genussmenschen: PPLive
- 5PPLive überzeugt durch Optik und Auswahl (Klick vergrößert).
- 6Für Weltenbummler: TVU Player
- 7TVU Player bietet viele internationale Streams (Klick vergrößert).
- 8Für Heimwerker: TvAnts
- 9Für Tüftler und Optimierer: TvAnts (Klick vergrößert).
- 10Für Geduldige: The Venice Project
P2P-TV: Glotze unter Gleichgesinnten
Das Konzept hinter P2P-TV ist so simpel wie genial: Wenn Fernsehfreunde einen Live-Stream aufrufen wollen, muss nicht wie sonst üblich jeder die kompletten Daten von den TV-Servern abrufen. Vielmehr schicken diese Server nur wenige Dateien in den Äther und das Netzwerk an Interessenten bietet sich untereinander die gerade benötigten Teile an. Haben sich also genügend Peers gefunden, die den gleichen Stream gucken möchten, sammelt die P2P-Software passende Daten zusammen und produziert ein kontinuierliches Signal auf dem PC.
Für die TV-Sender bedeutet das einen geringeren logistischen Aufwand und eine verminderte Auslastung der Server - ein Umstand, der es vor allem Nischensendern und privaten Video-Streams leicht macht. Die Nutzer bekommen eine dezentralisierte TV-Plattform ohne das Nadelöhr Server. Und in einem entsprechend großen Netzwerk von Gleichgesinnten können die Übertragungsraten sogar höher sein als bei der serverbasierten Struktur. Eine Win-Win-Situation also? In Asien ja, dort bietet so gut wie jeder Sender auch einen P2P-Stream an, diese Popularität führt zu mehr Peers und damit zu einer brauchbaren Bitrate und geringen Wartezeiten.
Hier in Deutschland sieht die Sache größtenteils anders aus: Da die meisten Clients für P2P-TV aus Asien kommen, machen sowohl Sprache als auch Senderauswahl das Abenteuer Live-Stream schnell uninteressant. Wenn doch mal ein erfolgsversprechender Sender gefunden ist, rauben normalerweise ernüchternd langsame Verbindungen den Spaß am Internetfernsehen. Denn der interessanteste fernöstliche Film oder die akrobatischsten Sportübertragungen machen keinen Spaß, wenn jede Minute etliche Sekunden Standbild überbrückt werden müssen. Die großen chinesischen Sender oder auch internationale Streams wie CNN oder Comedy Central bieten allerdings eine akzeptable Geschwindigkeit.
Halboffenes Geheimnis: Die TCP/IP-Verbindungen
Nutzer von Tauschbörsen kennen das Problem, vor dem auch Freunde des P2P-Fernsehens nicht verschont bleiben: Windows beschränkt die Anzahl der maximalen halboffenen TCP/IP-Verbindungen, die der Computer eingehen kann, auf zehn. Um aber in einem P2P-Netzwerk vernünftig agieren zu können, braucht der PC ein Vielfaches davon. Abhilfe schafft da der EventID-Patcher, der in der Systemkonfiguration diesen Wert auf 50 hochsetzt. Nach dem Installieren von Windows Updates muss der Patcher allerdings jedesmal erneut ausgeführt werden.
Eine elegantere Methode ist da XP-Antispy: Das kleine Tool deaktiviert die Beschränkungen und ermöglicht vollen P2P-Genuss. Mit nLite können zudem angepasste XP-Versionen selbst gebaut werden, die standardmäßig mehr TCP/IP-Verbindungen zulassen. Wermutstropfen für Vista-User: Hier gibt es bisher keine Möglichkeit, die Anzahl der halboffenen TCP/IP-Verbindungen manuell zu erhöhen - denn auch Vista drosselt bis in den einstelligen Bereich. Das ernüchternde Ergebnis: Derzeit sind P2P-Streamer unter Windows Vista kaum nutzbar.

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