Phonoverbände setzen weiter auf Abschreckung
2007: 1.000 P2P-Klagen pro Monat
Die Branchenverbände der deutschen Musikindustrie wollen im nächsten Jahr 20 Prozent mehr P2P-Nutzer verklagen als 2006. In den vergangenen zwei Jahren verklagte die Branche bereits 20.000 Nutzer. Die Popularität von Tauschbörsen wächst dennoch unvermindert.
Phonoverbands-Geschäftsführer Peter Zombik erklärte zum Jahresende gegenüber Pressevertretern, dass die deutsche Musikindustrie im nächsten Jahr pro Monat 1.000 P2P-Nutzer verklagen will. Zombik rechnet damit, dass Plattenfirmen dieses Jahr in Deutschland abermals ein einstelliges Umsatzminus verzeichnen werden.
Klagen gegen Tauschbörsen-Nutzer beginnen in Deutschland bisher mit einer Strafanzeige gegen einen mutmaßlichen P2P-Sünder. Die Plattenfirmen nutzen diese Strafanzeigen, um die Identität des Nutzers festzustellen.
Ist dessen Name bekannt, dann folgt meist eine zivilrechtliche Schadensersatzklage, die in der Regel mit einer außergerichtlichen Einigung endet. Die durchschnittliche Schadensersatzsumme liegt bei 3.000 Euro.
P2P dominiert Internet-Datenverkehr
All dies hat bisher jedoch nicht zu einem Rückgang der P2P-Nutzung in Deutschland geführt. So geht die Leipziger Firma Ipoque davon aus, dass zu Nachtzeiten mittlerweile mehr als 70 Prozent des deutschen Internet-Datenverkehrs durch Tauschbörsen verursacht wird.
An der Spitze liegt dabei Bittorrent mit 53 Prozent des gesamten P2P-Datenaufkommens. Emule verursacht 43 Prozent aller P2P-Daten. Die wachsende Popularität von Bittorrent bringt immerhin einen schwachen Trost für Plattenfirmen: 71 Prozent aller per Bittorrent übertragenen Daten entfallen auf Video-Downloads.

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