Der LCS-8220 von Longshine
Im Test: Mini-Server mit BitTorrent-Client
Christian Grohmann
Die externe Festplatte leistet in Sachen Datensicherung gute Dienste. Zum Netzlaufwerk taugen jedoch die wenigsten Modelle, und viel mehr haben sie dann auch nicht auf dem Kasten. Festplatten-Router sind dagegen richtige Netzwerk-Zentralen, kosten aber entsprechend. Zwischen Kleckern und Klotzen gibt es noch eine dritte Möglichkeit: den Miniserver im NAS-Format. Ein solches Exemplar ist der LCS-8220 von Longshine.
Im Vergleich zu den Festplatten-Routern ist der LCS-8220 recht günstig: Während sich der Preis eines Asus WL-700gE mit 160 Gigabyte Speicherkapazität auf derzeit 210 Euro beläuft, kostet das LCS, ein Network Attached Storage (NAS), rund 110 Euro. Für den Differenzbetrag zum WL-700gE gibt es bereits IDE-Festplatten mit Kapazitäten von 400 Gigabyte. Hier ist aber auch schon Schluss, denn größere Platten kann der LCS-8220 nicht verwalten.
Inhalt
- Hardware: Einfach, solide, laut
- Konfiguration: Feste IP bevorzugt
- Server-Dimensionen
- Kleiner Sauger: BT only
- Knackpunkt Geschwindigkeit
Dem LCS-8220 liegt alles nötige Zubehör bei. An LAN-Kabel, Schrauben für die Festplatte und Gummifüßen für das Gehäuse gibt es nichts zu beanstanden. An dem Netzgerät stört ein wenig, dass die Stromversorgung nicht über Klein- oder Kaltgeräte-Stecker, sondern nur mit dem mitgelieferten, proprietären Stecker bewältigt werden kann. Handbuch und Kurzanleitung liegen in englischer Sprache vor, auf 54 Seiten erläutert das auf der CD befindliche PDF-Handbuch neben sämtlichen Funktionen auch die Netzwerkkonfiguration unter Windows. Eine Assistenz-Software liegt ebenfalls bei, ist jedoch nicht zwingend für die Installation erforderlich.
Hardware: Einfach, solide, laut
Optisch hat der LCS-8220 nicht viel zu bieten. Das schmale, graue Metallgehäuse mündet an Front- und Rückseite in ebenfalls graue Kunststoffabdeckungen. Vorne sind neben dem Power-Knopf drei LED-Leuchten für Betrieb, Festplatten- und Netzwerkaktivität zu finden, hinten warten RJ45-Netzwerkbuchse und Stromversorgung auf Anschluss. In einer kleinen Versenkung sitzt ein Reset-Schalter, und hinter 53 Luftlöchern rotiert fortwährend ein nicht regulierbarer Gehäuselüfter, der unangenehm auf den Betrieb des NAS hinweist.
Zwei Schrauben an der Rückseite
geben den IDE-Einbauschacht frei.
Weniger bemerkbar macht sich der LCS-8220 auf der Stromrechnung. Das Gerät allein konsumiert etwa acht Watt, je nach Festplatte werden insgesamt 16 bis 20 Watt daraus. Weiteres Einsparpotential könnte ein Standby-Modus für die Festplatte bieten, wie ihn die Router von Freecom und Asus beherrschen. Doch die Umdrehungen der Festplatte im LCS lassen sich genauso wenig regulieren wie die des Lüfters. Trotzdem wurden bei 100 Betriebsstunden im Test gerade einmal Stromkosten von 30 Cent fällig. Wer also seinen nächtlichen BitTorrent-Download mit dem LCS anstelle eines Computers tätigt, fährt mit dieser Lösung zumindest in Sachen Energieverbrauch gut.
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