Formatkriege: Die Verlierer der Technikgeschichte
Grund zwei: Marktmacht
Neuerungen haben oft dann einen schweren Stand, wenn sich der Vorgänger gerade erst richtig etabliert hat. Ist beispielsweise ein Format wie die Audio-CD oder MP3 erst einmal erfolgreich im Massenmarkt, tun sich Nachfolgestandards sehr schwer. Selbst wenn die erfolgreichen Formate wie in diesem Fall schon über 25 Jahre alt sind und längst nicht mehr dem technisch Machbaren entsprechen.
Obwohl MP3-Player erst in den letzten Jahren richtig hip geworden sind, existiert die Technologie schon seit Anfang der 80er. Längst gibt es modernere Formate, die ohne die Schwächen der MP3s auskommen: Das so genannte "Gapless play", das Abspielen ohne Pausen zwischen den Liedern, ist mit MP3 nicht möglich. Auch sind Formate wie AAC effizienter und klingen bei gleicher Datenrate tendenziell besser.
Zudem erlaubt das ewig rasante Wachstum bei den Speichermedien mittlerweile auch die Verwendung von verlustfreien Formaten wie FLAC. Durch die enorme Verbreitung und der daraus entstehenden Kompatibilität der MP3 wird sich in absehbarer Zeit jedoch kein Nachfolger ähnlich weit durchsetzen können.
