ViewSonic VX2245wm im Test: 22 Zoll unter 500 Euro
Unappetitlicher Kabelsalat
Der Schwarzwert ist noch gut, aber nicht überragend, zumal am oberen und unteren Rand hellere Streifen auftauchen. Trotz angegrauter Flecken an den Rändern weiß auch das Weiß zu gefallen. Beim Grauverlauf kommen feine Längsstreifen zum Vorschein, doch wirklich unschön ist hier nur die starke Unregelmäßigkeit in den dunkleren Bereichen. Weitestgehend überzeugen kann dafür die glasklare Schärfe und angenehme Helligkeit des Flachbildschirms. Zu den besten seiner Zunft zählt er in puncto Interpolation, da er niedrigere Auflösungen als 1.680 x 1.050 Pixel mit vertretbaren Qualitätseinbußen darstellt und sogar noch eine manuelle Schärfejustierung gestattet.
Schade nur, dass das Gerät selbst keine Wahl des Interpolationsverhaltens gestattet und das Bild immer auf die komplette Größe streckt. Für andere Vorlieben muss wohl oder übel der Grafiktreiber herhalten. Für ein TN-Panel bietet der VX2245wm von der Seite und oben betrachtet relativ breite Blickwinkel und erhält erst sehr spät einen milchigen Gelbstich. Typisch TN ist wiederum die schnell abnehmende Helligkeit, wenn der Blick von weiter unter auf die Bildfläche fällt.
Glücklicherweise glänzt nurdas Gehäuse, nicht das Bild.
Wenn es um die Ausstattung geht, macht dem 22-Zöller so schnell kein anderer Flachbildschirm etwas vor. Auf dem netzwelt-Prüfstand boten bisher nur Dell-Displays wie etwa der UltraSharp 2407WFP und UltraSharp 3007WFP einen integrierten Speicherkartenleser. An sich ist Einbindung eines MP3-Players keine schlechte Idee, doch die Limitation auf Apples iPod schränkt den potenziellen Nutzerkreis erheblich ein. Als echtes Verkaufsargument taugen die beiden Lautsprecher sowie der Subwoofers bloß sehr bedingt: Sie klingen zwar besser als herkömmliche Monitorboxen, aber nicht besonders gut.
Selbst hochwertig komprimierte Musik tönt etwas dumpf und nach oben hin übersteuert. Wirklich hörenswerte Resultate dürften sich erst beim Anschluss einer externen Sound-Anlage über den Audio-Ausgang einstellen. Praktisch ist das eingebaute Mikrofon mit einem Kopfhörer-Ausgang in unmittelbarer Nähe. Von der Verkabelung lässt sich dies allerdings nicht behaupten. Selbst wer nur einen Video-Anschluss verwendet, muss für die volle Multimedia-Funktionalität damit insgesamt fünf Kabel und zu allem Überfluss noch ein separates Netzteil anklemmen.
Eine Verbindung führt sogar vom Display zum Standfuß und wird für den Betrieb der Stereo-Lautsprecher benötigt. Immerhin reicht dem Bildschirm ein einfacher Steckdosenkontakt. Am rückwärtigen Teil des Standfußes hängen zwei Plastikschlaufen zur Kabelführung, die jedoch kaum für den gesamten Kabelsalat ausreichen und jeden Augenblick abzubrechen drohen.
ViewSonic VX2245wm im Test: 22 Zoll unter 500 Euro
Umständlich: Man muss den Monitor schon flachlegen, um die Anschlüsse sehen zu können.
Zur Serienausstattung gehört eine integrierte Dockingstation für alle erhältlichen iPods. Doch nur schwarze Varianten des Apple-Players passen auch optisch zum Flachbildschirm.
TFTs erreichen eine ungekannte Dimension: Der ViewSonic VX2245wm ist einer der ersten Flachbildschirme in der neuen Zwischengröße.
Leider sind die Knöpfe für das On-Screen-Menü umständlich zu bedienen und die Schalter am Multimedia-Standfuß entschieden zu wacklig.
In puncto Anschlussfreude können nur die wenigsten TFT-Monitore mit dem 22-Zöller mithalten. Außer vier praktischen USB-Ports bringt er noch einen nicht minder nützlichen Kartenleser für acht unterschiedliche Speichermedien mit.
Lediglich die Neigung kann justiert werden, selbst ein Röhrenbildschirm hat ergonomisch mehr drauf. Zudem knarzt die Mechanik wie ein rostiges Türscharnier.
Hochglänzendes Schwarz steht ihm gut, doch die schmutzanfällige Oberfläche macht Putztücher zum Pflichtkauf.
Sage und schreibe sieben Kabel sorgen im schlimmsten Fall für unappetitlichen Salat. Die Kabelführung ist schnell überfordert und droht abzubrechen.
Vorzeigespieler statt Kinokünstler
Eigentlich gilt: Je größer die Bildfläche, desto deutlicher die Schlieren. Allerdings scheint dies den ViewSonic VX2245wm kaum zu tangieren. Selbst bei schnellen Rennspielen, der absolute Härtetest für die Spieltauglichkeit von Flachbildschirmen, sorgt die kurze Reaktionszeit von fünf Millisekunden bloß für eine leichte Bewegungsunschärfe im Hintergrund. Bei den Testläufen mit anderen Games muss man schon genauer hinsehen, um Nachzieheffekte auszumachen. Weiterhin profitiert der Zuschauer auch im 3D-Betrieb von der hervorragenden Interpolation. Lediglich das stärkere "Treppchen"-Aufkommen trübt die plastische und überaus ansprechende Darstellung ein wenig.
Für den Videoabend in gemütlicher Runde gibt es aber zweifellos bessere Bildschirme. Visuelle Inhalte werden eine Spur zu grob wiedergegeben, außerdem stört die abnehmende Helligkeit bei ungünstigen Blickwinkeln. Das können auch die schönen Farben nicht wieder wettmachen. Komprimiertes Material leidet darunter, dass schon vorhandene Bildfehler dem Publikum fast gnadenlos aufs Auge gedrückt werden.
