Endlich Schluss mit Kopierschutz?
2007: Das Jahr des MP3-Formats
Music Markt
MP3 gilt unter Musikfans im Netz seit Jahren als de facto-Standard. Die Musikindustrie hat sich bisher jedoch verbissen gegen das Format gewehrt und stattdessen lieber auf Kopierschutz gesetzt. Jetzt mehren sich die Zeichen, dass sich all dies 2007 ändern könnte.
Kurz vor Weihnachten sorgte ein Bericht in der Musikindustrie für Aufregung, dass Apples mit argen Problemen beim Download-Verkauf zu kämpfen habe. Wenig später gab das Meinungsforschungsinstitut Forrester Entwarnung: Ja, das iTunes-Wachstum sei gebremst, aber von Einbrüchen könne keine Rede sein. Na denn. Ende gut, alles gut. Oder doch nicht?
Nur 23 Songs pro iPod gekauft
Es ist ein offenes Geheimnis, dass Apples iTunes-Verkaufsrekorde eng an den firmeneigenen MP3-Player gekoppelt sind. Wenn Musikfans zu Weihnachten neue iPods unter dem Weihnachtsbaum finden, dann probieren sie sich fleißig am Kauf von iTunes-Downloads. Folglich schnellen Apples Download-Verkäufe im ersten Quartal des Jahres regelmäßig steil nach oben.
Wenn die Geschenkgutscheine dann erst einmal aufgebraucht sind, dann gibt's auch kaum noch Raum für Wachstum. So ermittelte die für die US-Charts zuständige Firma Nielsen Soundscan, dass die Download-Verkäufe im Apple-Mutterland im Sommer und Herbst unter denen des Frühjahrs lagen.
Die meisten iPod-Nutzer scheinen denn auch wenig Interesse an den kostenpflichtigen iTunes-Downloads zu haben. So ermittelte Forrester, dass Apple pro iPod lediglich 23 Songs verkaufe. "Das trübt den Glanz der iTunes-Erfolgsgeschichte", so Forrester-Analyst Josh Bernoff.
Der Zune als gescheitertes Gegenmodell
Gegenwind bekommt Apple seit geraumer Zeit auch von den Plattenfirmen. Die Musikindustrie hätte gerne einen größere Spielraum für Download-Preise. Doch Apple hat sich mit iTunes einen Marktanteil von bis zu 80 Prozent gesichert. Genug, um Forderungen der Industrie schulterzuckend zu ignorieren.
Die Plattenfirmen verfolgten deshalb Microsofts Versuche, dem iPod mit dem Zune Konkurrenz zu machen, mit Wohlwollen. Jedenfalls, bis die ersten Verkaufszahlen auftauchten. Anfangs rangierte der Zune dabei mit neun Prozent noch auf einem abgeschlagenen Platz zwei des MP3-Player-Markts. Für dem Gesamtmonat November sackte Mirosoft dann mit knapp zwei Prozent auf einen peinlichen vierten Platz.
Jetzt sind Sie dran.
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