Medionbox im Test: Musik und Filme online kaufen

Musik: Chartstürmer und Megastars

Zudem lassen sich die Filme nur auf Geräten abspielen, auf denen ein Windows-Betriebssystem installiert ist, weil die Dateien mit Microsofts digitalem Rechtemanagement geschützt sind. Um illegale Vervielfältigungen zu verhindern, lassen sich die Streifen zudem nicht als normale DVD brennen, die Standard-Player lesen können. Ein Backup auf einer Daten-DVD ist aber möglich.

Werbung

Während das Filmarchiv mit dem von In2movies übereinstimmt, deckt sich das Medionbox-Musikarchiv mit dem des Webdienstes Medionmusic. Um die Plattform mit attraktiven Titeln bestücken zu können, hat das Unternehmen Verträge mit allen Major- und einigen großen Independent-Labels abgeschlossen. Im Archiv finden sich dementsprechend sowohl aktuelle Chartstürmer als auch die Titel großer Stars wie Robbie Williams oder Madonna. Insgesamt sind derzeit laut Medion rund eine Million Titel online verfügbar.

Sämtliche Dateien stehen im DRM-geschützten WMA-Format in einer konstanten Bitrate von 192 kBit/s zum Kauf bereit. Die Lizenzrechte, die festlegen, wie oft Verbraucher einen Titel kopieren oder brennen dürfen, sind allerdings nicht einheitlich: Während Käufer von Take-That-Titeln die Lieder beispielsweise zehnmal brennen und 25 Mal kopieren dürfen, können sie Tracks von Silbermond nur fünfmal brennen, dafür aber unbegrenzt oft kopieren.

Preise: Teurer als die Konkurrenz aus dem eigenen Lager

Während das Angebot der beiden Medion-Dienste deckungsgleich ist, unterscheiden sich die Preise und Nutzungsrechte: Wer zum Beispiel die Debüt-Single "Shame" der neuen Girl-Group Monrose kaufen möchte, zahlt bei Medionmusic 99 Cent und darf dafür den Titel zehnmal brennen und fünfmal kopieren. Kunden von Medionbox dagegen kostet derselbe Titel 1,29 Euro. Trotz des höheren Preises darf die hier erworbene Datei aber nur siebenmal gebrannt werden.

Das Beispiel ist leider kein Einzelfall: Der Standardpreis bei Medionbox beträgt 1,19 Euro, bei Medionmusic dagegen 99 Cent. Nach eigener Auskunft hat Medion mit den Labels für die beiden Plattformen separate Verträge abgeschlossen. Den Verbrauchern kann das egal sein: Derzeit gibt es wegen der hohen Preise keinen vernünftigen Grund, Musik bei Medionbox statt bei Medionmusic oder anderen Diensten zu kaufen.

Software: Datendownload per P2P

Bevor der Online-Einkauf überhaupt beginnen kann, müssen Nutzer erst einmal die rund 47 Megabyte große Software herunterladen. Die Installation und die Registrierung verlaufen einfach und reibungslos. Um Musiktitel oder Filme kaufen zu können, müssen Nutzer allerdings zusätzlich bei dem Bezahldienst Firstgate registriert sein: Andere Bezahloptionen sind derzeit nicht verfügbar.

Nach der Registrierung können Nutzer über einen in die Software integrierten Browser das Archiv nach Musik und Filmen durchsuchen. Derzeit ist es allerdings so gut wie unmöglich, Wunschfilme oder bestimmte Musiktitel über die Navigation zu finden. Immerhin funktioniert die Suchfunktion zufriedenstellend: Wer einen Film finden will, kann nicht nur Titel, sondern auch die Namen von Regisseuren oder Schauspielern oder ein bestimmtes Genre eingeben. Bei Musikstücken lässt sich das Archiv auch eingeschränkt durch die Eingabe von Labels oder Veröffentlichungsterminen durchsuchen. Bei Tippfehlern wie "Madronna" liefert das System zwar keine Ergebnisse, weist aber darauf hin, dass vielleicht Madonna gemeint sein könnte.

p2pklein 1166513062

Mit der P2P-Komponente können Medionbox-Kunden Daten untereinander austauschen: Wenn wie in unserem Test keine Nutzer den Film hochladen, springen Server mit hohen Upload-Bandbreiten ein (Klick vergrößert).

Ist der Wunschfilm oder der Lieblingssong gefunden, kann der Download beginnen. Bei der Übertragung der Dateien setzt Medion auf die gleiche Technologie, die auch bei In2movies zum Einsatz kommt: Statt Filme und Musik von einem Webserver herunterzuladen, tauschen Kunden ihre Daten über die P2P-Software Gnab, die die Bertelsmann-Tochter Arvato entwickelt hat. Auch wenn die Daten wie bei Emule und Co. getauscht werden, müssen die Nutzer natürlich jeden Download bezahlen.

Durch den Einsatz von Filesharing will Medion genau wie die Betreiber von In2movies in erster Linie Kosten sparen: Weil die Nutzer die Musikstücke und Filme untereinander austauschen, müssen die Online-Händler weniger Serverkapazität haben. Um die Nutzer zur Freigabe ihrer bei Medionbox erworbenen Filme und Musikstücke zu motivieren, belohnt das Unternehmen Uploader mit Gutschriften.

Gutschriften: Belohnung für Upload

Wer einen kompletten Film an einen Nutzer überträgt, bekommt acht Prozent des Kaufpreises. Bei Musiktiteln schreibt Medion zwei Prozent gut. Wenn wie in der Praxis üblich mehrere Nutzer sich den Upload teilen, wird die Gutschrift gemäß den Anteilen am Upload aufgeteilt.

Forum

Eigenen Kommentar schreiben