Video on demand und Songdownload
Medionbox im Test: Musik und Filme online kaufen
Als erster deutscher Anbieter verkauft Medion über eine Online-Plattform sowohl Filme als auch Musik als Download-to-own. Um den Dienst namens Medionbox nutzen zu können, müssen Internetnutzer eine Software installieren: Statt Hollywood-Blockbuster und Hitsingles von einem Downloadserver zu laden, tauschen die Kunden die Dateien über ein P2P-Netzwerk.
Inhaltsverzeichnis
- 1Filme: Klassiker und aktuelle Blockbuster als Download-to-own
- 2Download-to-own als DVD-Konkurrenz?
- 3Musik: Chartstürmer und Megastars
- 4Preise: Teurer als die Konkurrenz aus dem eigenen Lager
- 5Software: Datendownload per P2P
- 6Gutschriften: Belohnung für Upload
- 7P2P-Download im Praxistest
- 8Fazit: Gute Idee, ausbaufähige Umsetzung
Bei dem Namen Medion denken wohl die meisten Deutschen an beim Lebensmitteldiscounter Aldi gehandelte Unterhaltungselektronik. Schon seit längerer Zeit verkauft das Unternehmen über den Musikdienst Medionmusic auch Musikdateien. Mit Medionbox steigt die börsennotierte Aktiengesellschaft nun auch in den Online-Filmhandel ein: Neben rund einer Million Musiktitel können Internetnutzer über die Plattform auch über tausend Hollywood-Filme und Serienepisoden herunterladen.
Filme: Klassiker und aktuelle Blockbuster als Download-to-own
Das Filmarchiv von Medionbox ist abgesehen von den fehlenden FSK18-Filmen deckungsgleich mit dem des schon Anfang des Jahres gestarteten Dienstes In2movies: Sämtliche Streifen stammen aus den Archiven des Hollywood-Studios Warner Bros. Dabei sind sowohl Klassiker wie "Vom Winde verweht" oder "Casablanca" als auch aktuelle Titel wie "Superman returns", "Poseidon" oder "Syriana". Sonderangebote kosten bei Medionbox 6,99 oder 7,99 Euro, der Standardpreis liegt bei 12,99 Euro. Neben Filmen umfasst das Angebot auch amerikanische TV-Serien wie "Emergency Room", "Friends" oder "Babylon 5": Jeweils eine komplette Staffel kostet 22,99 Euro.
Damit liegen die Preise auf demselben Niveau wie bei In2movies: Da aber nicht immer alle Preise identisch sind, kann sich ein Vergleich lohnen: Während beispielsweise der deutsche Film "Sophie Scholl" bei In2movies 12,99 Euro kostet, ist er bei Medionbox für 7,99 Euro zu haben.
Nachdem Nutzer den Film bezahlt und auf ihrer Festplatte abgespeichert haben, können sie den Streifen beliebig oft auf bis zu drei Geräten ansehen: Das Prinzip heißt Download-to-own. Während sich die anderen Video-on-demand-Dienste Arcor, T-Online, Maxdome oder One4movie mit ihren Pay-per-View-Verfahren und Preisen von zwei bis vier Euro preislich an den Videotheken messen lassen müssen, konkurriert Medionbox mit DVD-Händlern. Bei einem stichprobenartig durchgeführten Preisvergleich kosteten viele Filme bei Medionbox ein bis drei Euro weniger als die entsprechenden DVDs bei Amazon.
Download-to-own als DVD-Konkurrenz?
Bevor sparsame Verbraucher ihre virtuelle Geldbörse zücken, sollten sie jedoch die Nachteile der Dateien bedenken. Zum Beispiel reicht die Video-Qualität der Filme mit einer Auflösung von 720 Pixeln in der Breite und einer Bitrate von 1,5 Megabit pro Sekunde nicht an DVDs heran, auch wenn der Unterschied nur bei genauer Betrachtung auffällt. Verzichten müssen Medionbox-Kunden auch auf die beliebten DVD-Extras wie zusätzliche Szenen, Making-Of, Interviews oder Tonspuren in Original-Sprache.
Medionbox
Um bei Medionbox einkaufen zu können, müssen Nutzer eine Software installieren. Diese fungiert unter anderem als Browser, mit dem Nutzer sich durch das Musik- und Filmarchiv klicken können.
In die Medionbox-Software ist auch eine auf dem Windows Media Player basierende Player-Software integriert. Mit dieser lassen sich Dateien auch schon abspielen, deren Download noch läuft, wenn genügend Datenpuffer zur Verfügung steht.
Die Navigation bei Medionbox ist noch sehr unübersichtlich: Derzeit lässt sich das Archiv nur über die Suchfunktion durchstöbern.
Kernstück des Programmes ist die P2P-Komponente: Statt von Download-Servern können Nutzer Daten auch untereinander tauschen. Uploader belohnt Medionbox mit Gutschriften auf das Kundenkonto. Im Test saugten wir allerdings nur von den als Peers fungierenden Servern des Unternehmens.

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