In vereinzelten Gebieten ist Wimax bereits verfügbar
Wimax: Wann kommt die Hoffnung für DSL-Landeier?
Mit den am 15. Dezember versteigerten Frequenzen für den neuen breitbandigen drahtlosen Netzzugang gelangt Schwung in den Markt der Internet-Anschlüsse. Fünf Unternehmen dürfen nun offiziell auf einer Frequenz von 3,5 GHz funken. Zum Einsatz kommt eine Weiterentwicklung des geläufigen WLAN-Standards. Die Wimax getaufte Technologie verfügt über eine maximale Reichweite von 50 Kilometern und verfügt dank einer Bandbreite von bis zu 155 Megabits über genug Reserven, um großflächige Gebiete mit einem Breitband-Internet-Anschluss zu erschließen.
Inhaltsverzeichnis
- 1Die deutsche Telekom setzt nicht auf Wimax
- 2Ab wann ist Wimax flächendeckend verfügbar?
- 3Anschlusspreise und Installationsaufwand
- 4Kommunikationsgeräte im Haushalt dürfen bestehen bleiben
- 5UMTS hat die Nase noch vorne
In ländlicheren Gebieten ist der Anschluss an den weit entfernten DSL-Knotenpunkt sehr kostspielig und deswegen für die Telekom nicht wirtschaftlich genug. Viele kleine Gemeinden leiden unter diesem Umstand. Schlimm genug, dass langsam jedes Geschäft verschwindet, da gewinnt die Existenz eines Breitband-Anschlusses immer mehr an Bedeutung.
Der neue Funkstandard ermöglicht nun die kostengünstige Anbindung tausender Haushalte. Theoretisch könnte eine kleinere Stadt mit dem Aufbau eines Sendemastes mit schnellem Internet versorgt werden. Im Gegensatz zu dem Verlegen eines Kabels über mehrere Kilometer nur ein sehr geringer Aufwand.
Die deutsche Telekom setzt nicht auf Wimax
Daher verwundert es, dass die Telekom entgegen vieler Erwartungen nicht an der Versteigerung der Frequenzen teilgenommen hat. Bei einem Pilotprojekt in Sankt Augustin, in der Nähe von Bonn, hat sich für das Unternehmen herausgestellt, dass Wimax wirtschaftlich keine Alternative zur leitungsgebundenen Technik darstellt. Für DSL-Alternativen in ländlicheren Gebieten stellt die Tochter T-Mobile UMTS und HSDPA bereit. Mit T-DSL via Satellit verfügt der Großkonzern über eine weitere DSL-Alternative, die in Deutschland flächendeckend verfügbar ist.
Alle voran genannten DSL-Alternativen verzeichnen jedoch handfeste Nachteile: Die UMTS- und auch HSDPA-Technologie verfügt im Vergleich zu Wimax über eine geringere Bandbreite und kann deswegen bei hohen gleichzeitigen Nutzerzahlen nicht genug Kapazitäten zur Verfügung stellen. Das Internet via Satellit kann, im Gegensatz zu Wimax, von schlechten Witterungsbedingungen in die Knie gezwungen werden, zudem benötigt die Technik in jedem Falle einen Telefonanschluss für die Rückleitung.
Genau diesen möchten sich aber Millionen Bundesbürger bei der Beauftragung des heiß ersehnten High-Speed-Anschlusses sparen. Das mittlerweile komfortable und auch preislich attraktive Voice-over-IP-Verfahren erleichtert diese Entscheidung. Das Konzept der Funkversorgung, mit einem reinen und unkomplizierten Internet-Anschluss, kommt vielen sehr entgegen.
Ab wann ist Wimax flächendeckend verfügbar?
Es keimt also neue Hoffnung auf. Bleibt die Frage, wie lange Lieschen Müller noch auf ihren Wimax-Anschluss warten muss. Die Bundesnetzagentur gibt - ähnlich wie bei den UMTS-Lizenz-Vergaben - zumindest eine Richtung vor: "Bis 2009 ist in 15 Prozent und bis 2011 in 25 Prozent aller Gemeinden einer Versteigerungsregion zumindest eine Grundversorgung sicherzustellen." Diese Aussage darf als reichlich schwammig bezeichnet werden.
Auch die glücklichen Gewinner der Versteigerung reden noch hinter vorgehaltener Hand. Das Heidelberger Unternehmen Deutsche Breitbanddienste GmbH (DBD) hat, neben vier anderen Dienstleistern, bei der Versteigerung den Zuschlag erhalten und verspricht innerhalb der nächsten fünf Jahre den neuen drahtlosen Internetzugang in ganz Deutschland anzubieten.
Martin Wiesheu, Sprecher der DBD, erläutert gegenüber netzwelt: "Wir werden zur Erschließung eine Parallelstrategie fahren: zum einen ländliche Gebiete mit schwachem DSL-Zugang und andererseits mittelgroße und große Städte. Die Detailplanung ist noch in Arbeit." Genauere Angaben will das Unternehmen im ersten Quartal des Jahres 2007 machen.

Als "Landei" heute erneut den Wimax Artikel entdeckt. Schon traurig wenn man sieht wo wir in Deutschland heute stehen.